Iris Rausch und ihr idyllisches Gartenparadies
Wildkräuterdelikatessen

Kräuterpädagogin Iris Rausch in ihrem Garten an der Ruhrtalstraße.
Foto: Henschke
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  • Kräuterpädagogin Iris Rausch in ihrem Garten an der Ruhrtalstraße.
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Iris Rausch lädt ein in ihren 1.200 Quadratmeter großen Wildkräutergarten an der Ruhrtalstraße zwischen Kettwig und Werden. Dort kann man etwas lernen über Rohstoffe und Produkte, wie zum Beispiel ihre Wildkräuterdelikatessen.

Von der Straße aus kaum zu erkennen, öffnet sich bis hin zu den Bahngleisen ein bezaubernder Garten mit verwunschenen Winkeln, mit Platz für Kinderlachen, für beschauliche Stunden, für ungetrübtes Naturerlebnis. Und für ganz viel Arbeit. Als die diplomierte Schulsozialarbeiterin Iris Rausch und ihre inzwischen verstorbene Schwester vor zwölf Jahren das Grundstück übernahmen, war schon viel Fantasie nötig, um hier die Möglichkeiten zu sehen. Gut, das Gartenhäuschen und ein Schuppen standen schon, aber ansonsten war hier lange nichts mehr getan worden: alles ist in einem Fotobuch dokumentiert. Zunächst wurden Gehölze zurückgeschnitten und Bäume gefällt. Die wuchernden Hecken hatten das Licht genommen und so für eine „Moorlandschaft“ gesorgt. Überall feucht, überall Moos. Das musste weg und neuer Rasen her. Der erste so richtig eigene Garten war damals ein Abenteuer, heute ist er ihr „Arbeits-Paradies“. Im Sommer ist Iris Rausch mehr oder minder durchgehend vor Ort, schon alleine des Gießens wegen.

Gelernt ist gelernt

Mit großem Fachwissen verblüfft die Mülheimerin ihre Gäste. Gelernt ist halt gelernt. Die einjährige Ausbildung zur Kräuterpädagogin hatte sie gemeinsam mit der Schwester absolviert. In Bad Münstereifel an der Gundermann-Naturerlebnischule war das. Zur Abschlussprüfung musste ein Tisch präsentiert werden mit selbst hergestellten Erzeugnissen aus gesammelten Kräutern. Iris Rausch erinnert sich: „Auf jeden Fall war da Veilchen-Sirup dabei.“ Im Mai war die Prüfung, im Juni wurde der Garten in Besitz genommen. Ihre Produktpalette wurde nach und nach ausgebaut und enthält natürlich Favoriten: „Ich bin absoluter Hagebutten-Fan. Da mache ich Marmelade draus und Essig.“ Waldmeister möge sie ebenfalls sehr. Schrecklich, was da in Geschäften angeboten werde. Aber wer einmal ein Produkt mit echtem Waldmeister genossen habe, kaufe nie wieder künstlich hergestellte Industrieware. Die Kräuterexpertin genießt das Gartenjahr und weiß ganz genau, welche Pflanzen wann erscheinen müssten. Sie frage dann: „Na, blühst du bald? Oder brauchst du noch ein Weilchen?“ Im Frühjahr füttere sie verirrte Hummeln mit Zuckerwasser und freue sich am Überlebenswillen der kleinen Geschöpfe.
Heute ist Tag der Offenen Tür und die Besucher strömen herbei. Das Thema „Nutzgarten“ hat eine Wiedergeburt erfahren. Schrebergärten sind begehrter denn je, der ganz private Flecken Erde lockt. Aus eigener Scholle ernten? Das muss kein Traum bleiben. Jede Menge an Inspirationen findet man hier an der Ruhrtalstraße. Um den Besucheransturm bewältigen zu können, bat Iris Rausch die Schwiegertochter und deren Schwester um Hilfe.

Witscherlenwertsch

Die Damen kredenzen eine ebenso erfrischende wie gesunde Giersch-Limonade. Man quetscht vorsichtig die Blätter, damit sich die ätherischen Öle besser entfalten. In Apfelsaft geben, ziehen lassen und abseihen. Mit Mineralwasser auffüllen und auf den überraschenden Nachgeschmack des Giersches warten. Lecker. Giersch hat regional höchst verschiedene Namen: Unter anderem Ackerholler, Baumtröpfli,  Jorisquek, Krafues, Witscherlenwertsch oder Zipperleinskraut. Vielen Gärtnern gilt er als lästiges Unkraut; er wuchert und lässt sich wegen seiner unterirdischen Triebe nur schwer bekämpfen. Für Iris Rausch gehört Giersch in die Küche, wie auch Gänseblümchen, Löwenzahn oder Wiesenschaumkraut. Sie verkauft ihre Brotaufstriche, Konzentrate, Liköre, Chutneys, Essig, Öle, Senf und Pflegeprodukte auch auf Märkten. Iris Rausch gehört dem Netzwerk „Slow Food“ an, welches „gute Lebensmittel im Revier“ propagiert. Die Diplom-Sozialpädagogin bietet Gartenführungen und Workshops zu verschiedenen Themen an, richtet in ihrem grünen Paradies auch Kindergeburtstage aus.
Weitere Dinge gibt es unter www.kräuter-pott.de zu entdecken. Kontakt: Kräuter-Pädagogin Iris Rausch, Telefon: 0208-481693, Mail: info@kräuter-pott.de.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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