'Entenjagd' mit 'bösem Wolf' in Kettwig stößt auf scharfe Kritik der Tierschutzpartei
Pädagogisches Desaster: Die Stigmatisierung des Wolfes als Kinderbespaßung

Gabriele Etgeton, Wolfs- und Jagdbeauftragte der Tierschutzpartei Landesverband NRW (links) beim Besuch von Wölfen in einer Wolfsauffangstation. Rechts im Bild Jörg Etgeton, Mitglied des Landesvorstandes und Leiter der Regionalgruppe Gelsenkirchen/Recklinghausen.
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  • Gabriele Etgeton, Wolfs- und Jagdbeauftragte der Tierschutzpartei Landesverband NRW (links) beim Besuch von Wölfen in einer Wolfsauffangstation. Rechts im Bild Jörg Etgeton, Mitglied des Landesvorstandes und Leiter der Regionalgruppe Gelsenkirchen/Recklinghausen.
  • hochgeladen von Elisabeth Maria van Heesch

Wenn der Lions-Club Kettwig zur alljährlichen "Entenjagd" beim Herbst-Cup der Kettwiger Rudergesellschaft ruft, gilt dies für viele als ein rein sportliches Highlight der Essener Rudersaison. Für die in diesem Jahr erstmalig stattfindenden Deutschen Sprintmeisterschaften hat sich der Lions-Club Cosmas et Damian für seine "Entenjagd" nach eigener Werbung 'etwas Besonderes ausgedacht': In diesem Jahr sprinten die über 1.500 Enten, um einem bösen Wolf zu entfliehen.

Entenjagd - Plastik in die Ruhr - böser Wolf: geschmacklos und nicht zeitgemäß
"Auch wenn diese Entenjagd für einen guten Zweck abgehalten wird, ist sie aus Sicht der Tierschutzpartei in ihrer Konzeption einfach nur geschmacklos und ein pädagogisches Desaster," betont Gabriele Etgeton, Jagdbeauftragte der Tierschutzpartei NRW und Mitglied des Landesvorstandes. Eine Jagd sei per se nichts, was für Kinder als Vorbild oder Spassveranstaltung tauge. Dazu würden 1.500 Plastiktiere in die Ruhr geworfen. 
"Negativer Höhepunkt ist zweifelsohne die Inszenierung der Sprintmeisterschaften mit einem 'bösen Wolf', der die Enten jagt. Damit wird gerade in der aktuellen Debatte um die Rückkehr des Wolfes in seine uralt angestammten einheimischen Lebensräume und das Finden eines Miteinanders der hohen Menschenpopulation, der urbanisierten Landschaft mit einem natürlichen tierischen Bewohner dieses Landes die Mär vom bösen Wolf gefördert, Kindern ein völlig falsches Wolfsbild vermittelt," kritisiert auch der Werdener Ratsherr Marco Trauten, Ratsgruppe Tierschutz/BAL.

Guter Zweck mit negativem Programm - Jagd, Hatz und Tod keine Symbole von Spaß und Freude
Die Tierschutzpartei Essen begrüßt das Engagement des Lions Club sowie vieler Kettwiger Geschäftsleute für den guten Zweck, Anliegen von Kindern zu helfen, unterstreicht das Positive der starken Spendenbereitschaft.
Der gute Zweck rechtfertige jedoch nicht die Art der gewählten 'Spaßveranstaltung'. "Das Nachspielen einer Jagd bedeutet die Verharmlosung von Tierleid und Tierelend, wie Tiere es tagtäglich durch Jäger erleiden müssen. Den Wolf einmal wieder in die Rolle des Bösewichts zu drängen, geht vorbei an jedweder moderner Wolfsforschung," so Gabriele Etgeton.

Lustige Alternative: Geschmückte 'Enten'boote rudern um die Wette - ohne Jagd und Wolf
Es sei für Kinder auch kein Vorbild, wenn 1.500 Plastiktiere in die Ruhr gekippt werden. Die Veranstaltung solle in ihrer Konzeption insgesamt überdacht werden. "Lustige Entenboote, die um die Wette rudern, also quasi ein heiteres Entenrennen ohne Hatz, Jagdsituation und Plastikrummel - dies wäre doch eine einfache und gute Alternative," so Ratsherr Trauten, Ratsgruppe Tierschutz/BAL.

Autor:

Elisabeth Maria van Heesch aus Essen

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