Erlebniswandern

Foto: Ulrich Bangert

Von 19 Touren berühren vier Essen, fünf, wenn man Mintard zu Kettwig rechnet, wie es die Mintarder selbst gern tun: Kein Wunder, die Autorin des Ruhrgebiets-Wanderführers „Erlebniswanderungen zu heimischen Pilgerorten“ kommt aus unserer Stadt. Die Frohnhauserin Melanie Berg wuchs in Fulerum auf und sie macht eines gern: Wandern!
Es ist ihr liebstes Hobby! Und weil sie beruflich ursprünglich Journalistin ist, sprach sie letztes Jahr auf der „Tournatur-Messe“ in Düsseldorf einfach einmal beim Stand des Droste-Verlags vor: „Ich würde gern ein Wanderbuch schreiben.“ Dass der Verlag sich vier Monate später tatsächlich an sie wandte, hat sie doch überrascht... „Damit hatte ich nicht mehr gerechnet“, gibt Melanie Berg zu. „Aber natürlich konnte ich mir vorstellen, ein Wanderbuch, das Pilgerorte integriert, zu schreiben. Denn es geht in erster Linie ums Wandern.“
Und wenn sie jetzt seit zwei Absätzen denken: Melanie Berg, Melanie Berg - das sagt mir doch was ...? Ja, die Kollegin Melanie Berg war beinahe 20 Jahre lang für den STADTSPIEGEL tätig, schrieb genauso für den Südanzeiger wie für Borbeck Kurier, Westanzeiger oder Kettwig Kurier. Zuletzt war der Werden Kurier „ihre“ Zeitung, „deshalb führt auch die erste Wanderung, die wir für das Wanderbuch gemacht haben, von Stadtwald nach Werden“, erklärt sie. „Natürlich ist mir Werden mit seiner Basilika als erstes eingefallen“, bestätigt sie unumwunden. „Aber ich mag auch die Klusenkapelle mit ihrer etwas gruseligen Geschichte.“
Überhaupt habe sie durch das Aussuchen der Pilgerorte noch einmal viel über ihre Heimat gelernt. „Von Maria im Maien in Kettwig hatte ich - muss ich zugeben - vorher noch nie gehört“, berichtet sie. „Und in Haltern die Wallfahrtskapelle ist zum Beispiel weltbekannt“, weiß sie jetzt. Dort - rund um St. Anna in Haltern - finden Wanderlustige die mit 20 Kilometern längste Route vor. „Rund sechs Stunden braucht man dafür, wenn man ein bisschen Kondition hat“, schätzt die Expertin.
Für jede Tour gibt es eine „Bedienungsanleitung“; Wie kommt man zum Ausgangsort? Wie lang ist die Strecke? Wie sieht das Streckenprofilaus? Welche Pilgerorte sind auf dem Weg? Wo kann man einkehren? Und was gibt es noch Sehenswertes entlang der Strecke? Alle diese Fragen werden vorweg beantwortet, dann kann man loswandern. Die Wegbeschreibungen sind detailfreudig „und alle selbst ausprobiert“, verspricht die Autorin, deren Ehemann übrigens alle Wanderwege mitgegangen ist. „Einmal ist er sogar auf einem der Fotos zu sehen“, schmunzelt Melanie Berg. „Aber ich fürchte, man findet ihn nur, wenn man es weiß.“
Die „Essener“ Routen tragen die Überschriften „Von Mintard über das Kloster Saarn zum Wasserbahnhof“ (achteinhalb Kilometer), „Von Essen-Kettwig nach Ratingen“ (zwölf Kilometer), „Maria im Maien in Kettwig“ (neun Kilometer), „Basilika St. Ludgerus in Essen-Werden“ (zwölf Kilometer) und „Nordsternpark und Schurenbachhalde“ (siebeneinhalb Kilometer). Aber auch, wer sich ein bisschen im Ruhrgebiet bewegen möchte, der kommt bei Touren wie „Rund um die Sechs-Seen-Platte in Duisburg“ oder „Von Hattingen ins Kirchdorf Niederwenigern“ sowie bei „Über den Jakobsweg von Dortmund-Mitte nach Lütgendortmund“ schön rum.
Und der Jakobsweg, der führt ja auch durch Werden und Kettwig... Letzteres ziert das Titelbild des Wanderbuchs, die Fotos hat Melanie Berg alle selbst gemacht. „Ich mochte das Kettwiger Foto auch gern, habe aber nicht selbst entschieden, welches auf die Titelseite kommt“, plaudert die freie Journalistin. „Aber es passt gut“, grinst sie, denn in Kettwig hat sie zuletzt für den STADTSPIEGEL gearbeitet, der sie aber inzwischen ans Theater im Rathaus verloren hat, denn das ist ihre zweite Liebe: Das Theater. Wohl dem, der sein Hobbys zum Beruf machen kann, denn Lust auf weitere Wander- oder Reiseführer hat sie auch...

ISBN: 978-3-7700-1465-1
10,95 Euro

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