Stadt Essen sieht weg / Kontrolleure übersehen Stolperfallen in der Ruhrstraße / Sanierung nicht in Sicht

Keine drei Minuten brauchte Daniel Behmenburg, um die losen Pflastersteine in der Ruhrstraße zu finden.
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Der Gang über den wassergeschädigten Teil der Ruhrstraße ist ein eher wackeliger. Überall lose Pflastersteine und täglich werden es mehr.

"Am Tag (Freitag, 8. Juni: Anm. der Red.) nach der großen Überflutung waren Mitarbeiter der Stadt schon morgens um 6 Uhr in der Ruhrstraße", erinnert sich Anwohner Daniel Behmenburg. Der SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung IX sieht, wie die Mitarbeiter schnell die weggespülten Pflastersteine aufsammeln und an der Mauerseite deponieren. "Wenige Stunden später asphaltieren sie die offenen Stellen", fährt er fort. "Ich bin davon ausgegangen, dass die Schäden ebenso zügig beseitigt werden und das Pflaster wieder eingebaut wird."
Doch diese Hoffnung trog: Am Mittwochmorgen zeigt sich vor Ort, dass die Situation fast vier Wochen nach der Wasserflut noch immer nicht behoben ist. Im Gegenteil: Immer mehr Pflastersteine lassen sich einfach anheben und liegen haltlos in der Straße. Die Fugen zwischen den Steinen sind luftgefüllt. "Wenn es in den kommenden Wochen noch einmal richtig regnet, gibt es die nächsten offenen Stellen", ist sich Behmenburg sicher.
Die Essener Stadtverwaltung sieht das ganz anders:"Auch die Ruhrstraße in Kettwig wird im Rahmen der regelmäßigen Straßenbegehungen kontrolliert, zur Zeit einmal wöchentlich. Die regelmäßige Kontrolle erfolgt zu Fuß visuell-sensitiv. Die Straßenkontrolleurin bzw. der Straßenkontrolleur können dabei aber nicht über jeden Stein zur Kontrolle laufen, um lose Stellen auszumachen. Daher sind Hinweise aus der Bevölkerung stets willkommen. Ein Sondereinsatz, um eventuelle Verkehrsgefahren zu beseitigen, fand zuletzt am 27.6. statt", teilt die Pressestelle der Stadt mit.
Die Verkehrssicherheit der Ruhrstraße sei einen Tag nach dem Starkregenereignis wieder hergestellt.
"Die mittel- bzw. langfristige Ausbesserung der Ruhrstraße ist noch nicht abzusehen", heißt es weiter. "Dafür muss auch ein entsprechendes Vergabeverfahren durchgeführt werden. Dazu kommt, dass die Stadtwerke Essen bereits angekündigt haben im Jahr 2019 an der Ruhrstraße Versorgungsleitungen verlegen zu müssen. Auch dies ist bei der Planung zu berücksichtigen", teilt die Stadt mit. Auf die Frage, ob die Stadt nach den Arbeiten der Stadtwerke vor rund 1,5 Jahren, die ordnungsgemäße Herstellung der Pflasterarbeiten kontrolliert habe, heißt es: "Die Stadtwerke Essen führen Aufbruchschließungen in Eigenverantwortung durch. Die Stadt (Amt für Straßen und Verkehr) überprüft nach Beendigung der Maßnahme, ob die Verkehrssicherheit wieder hergestellt ist, was in diesem Falle auch erfolgt ist."

Keine drei Minuten brauchte Daniel Behmenburg, um die losen Pflastersteine in der Ruhrstraße zu finden.
Bis zu neun Zentimeter "luftgefüllte" Fugen reichen nach Ansicht des Essener Amtes für Straßen und Verkehr für die Verkehrssicherheit der Straße aus. Stolperfallen und lose Steine entdeckten die Straßenkontrolleure nicht.

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