Volle Kirchen und berührende ökumenische Begegnungen am Reformationstag in Essen

Im Gemeindezentrum Kattendahl predigte Pfarrer Fritz Pahlke über die Bedeutung der Ökumene. Pressefoto: Kirchenkreis Essen
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Volle Gotteshäuser, spannende ökumenische Begegnungen und Höhepunkte der Kirchenmusik – die Evangelische Kirche in Essen zieht eine positive Bilanz der Feiern zum 500jährigen Reformationsjubiläum. Die Zusammenarbeit von evangelischen und katholischen Christen solle „in versöhnter Verschiedenheit“ weiter ausgebaut werden, hieß es einhellig. In vielen der 22 Reformationsgottesdienste wirkten Chöre und Liturgen aus beiden Konfessionen gemeinsam an der Gestaltung mit.

Gottesdiensthefte reichten nicht überall für alle Besucher

Es kommt nicht häufig vor, dass die Gottesdiensthefte nicht für alle Besucher reichen – so geschehen in der Apostelkirche in Frohnhausen: „Unser ökumenischer Gottesdienst hat überraschend viele Menschen in die Apostelkirche geführt“, berichtet Pfarrer Werner Sonnenberg. 500 Gottesdienstbesucher teilten sich 250 gedruckte Programme, was der stimmungsvollen Atmosphäre aber keinen Abbruch tat: „Bei der Nachfeier in der Apostel-Notkirche brachten viele Menschen ihre Freude und Dankbarkeit über dieses ökumenische Zusammensein zum Ausdruck. Die Ökumene vor Ort soll kräftig weitergehen – durch gegenseitige Gottesdienstbesuche und vieles mehr. Es war ein glücklicher und segensreicher Reformationstag in Frohnhausen.“ Neben den Liturgie-Teams aus der St. Antonius- und der Apostelkirche wirkten der Posaunenchor der Gemeinde und der Gospel-Chor Young People an der Gestaltung mit. „Es war ein sehr gelungener Gottesdienst mit anschließendem Imbiss und guten Gesprächen“, kommentierte Martina Brouwers auf der Facebook-Seite des Kirchenkreises. In Bredeney und in Katernberg kamen über 400 Gottesdienstbesucher zur Kirche. „Wir hatten einen wirklich schönen ökumenischen Gottesdienst mit schöner Musik und wunderbarer Gemeinschaft“, schreibt Marita Raßmann aus Bredeney auf Facebook. Mitglieder der Katholischen Pfarrgemeinde St. Markus wirkten an der Liturgie mit; Pfarrer Michael Niekämper übernahm die Lesung des Evangeliums. „Bei der Feier des Abendmahls hatten viele Gemeindemitglieder Tränen in den Augen“, berichtet Pfarrer Heiner Lauterjung.

Ökumene stand vielfach im Mittelpunkt

Auch in anderen Kirchen stand die Ökumene im Mittelpunkt. „Pastor Arnold Jentsch hatte den Gottesdienst in St. Bonifatius ausfallen lassen und zum evangelischen Gottesdienst in die Auferstehungskirche eingeladen“, berichtet Pfarrer Götz-Otto Kreitz. „Von daher lag der Tenor auf den Schritten, die wir aufeinander zugehen können und schon gehen – mit den katholischen und evangelischen Geschwistern gemeinsam. Dabei hat uns ein bisher so trennendes Thema, der Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl, besonders begleitet.“ Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst durch Variationen des Chorals „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther. Im Gemeindezentrum in Kattendahl wurde ein evangelischer Gottesdienst mit starker ökumenischer Beteiligung gefeiert. In seiner Predigt bekräftigte Pfarrer Fritz Pahlke, dass der Weg der Kirche in der Zukunft nur ein ökumenischer Weg sein könne. Der Theologe betonte, dass es viele Zeichen und Spuren ökumenischen Zusammenwachsens gebe und die Gemeinden sich nicht entmutigen lassen sollten, weiter am ökumenischen Zusammenwachsen zu arbeiten. Für die Musik sorgten hier der El Shalom-Chor der Katholischen Gemeinde St. Franziskus unter der Leitung von Christoph Lahme und der Domorganist am Hohen Dom zu Essen, Sebastian Küchler-Blessing. Voll war es auch in der Dellwiger Friedenskirche, wo ebenfalls eine herzliche Einladung an die katholische Geschwistergemeinde ergangen war. Pastor Dr. Ulrich Seng aus der Pfarrgemeinde St. Michael hielt eine inspirierende Predigt: Einst habe die Frage nach dem rechten Glauben zur Trennung geführt, heute nun – 500 Jahre nach der Reformation – sei es genau dieser Blick auf unseren Glauben, der eine neue Gemeinschaft der Kirchen schaffe. „In versöhnter Vielfalt sind wir aufgerufen dazu, unseren christlichen Glauben tatkräftig, engagiert und glaubwürdig in unserer als Orientierungs- und Handlungsangebot einzubringen und so den vielfältigen Problemen und Aufgaben unserer Zeit zu begegnen“, hieß es. Am Gottesdienst wirkten die Schola der Pfarrgemeinde St. Michael und der Bläserkeis der Kirchengemeinde Dellwig-Frintrop-Gerschede mit.

Im Katernberger Bergmannsdom kam der Pfarrer mit dem E-Mopped zur Kanzel

Im Gemeindezentrum an der Friedenskirche in Steele verfolgten ganz kleine Kinder mit großer Begeisterung eine Live-Schaltung zu Martin Luther persönlich: Per Dosentelefon überbrachte der Reformator seine Botschaft „Gott hat dich lieb!“ - In der Kreuzeskirche wurde die Ausstellung „Der geteilte Himmel - Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr“ aus dem Ruhrmuseum würdig verabschiedet; die musikalische Gestaltung übernahm das AVRAM-Ensemble mit Sängerin Shirin Partovi. Im Katernberger Bergmannsdom feierten über 400 Besucher einen Gottesdienst, der sich besonders an Biker und ihre Freunde aus allen christlichen Konfessionen richtete. Rolf Zwick, Pfarrer aus dem Weigle-Haus und passionierter Biker, fuhr auf dem E-Motorrad durch die Kirche zur Kanzel und hielt eine berührende Predigt über die Freiheit, Gutes zu tun; für Livemusik sorgte die Jordan-Wells-Band aus Siegen. Nach dem Imbiss aus der Gulaschkanone startete ein Motorrad-Korso durch das benachbarte Gelsenkirchen. Später am Abend nahmen der Bergmannsdom und die Erlöserkirche im Südviertel an der Aktion „Erleuchtet – 500 Jahre Reformation“ teil, die 47 Kirchen im Ruhrgebiet und darüber hinaus durch eindrucksvolle Lichtinstallationen miteinander verband. Mit dem Festkonzert „Luthers Kraft in Musik“ in der ausverkauften Philharmonie Essen fand das Reformationsjubiläumsjahr am Abend des 31. Oktober einen würdigen Abschluss: Über 300 Mitwirkende vermittelten den 1.500 Besuchern, darunter Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, ein eindrucksvolles Bild von der Bedeutung und Wirkung protestantischer Kirchenmusik von den Anfängen bis heute.

Autor:

Stefan Koppelmann aus Essen-Nord

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