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Altenessen neu denken - Teil 4

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  • Foto: Funktionierende Orte werden zerstört, marode Orte ignoriert.
  • hochgeladen von Susanne Demmer

Stellen sie sich einmal vor, ich würde ihnen einen Topf voller Geld vor die Nase halten. Sie dürften zugreifen und entscheiden, ob sie in Altenessen marode Schulhöfe sanieren oder einen gut funktionierenden Park umgestalten lassen.
Die Entscheidung ist in Altenessen bereits gefallen und Politik und Verwaltung haben sich für die Parkumgestaltung entschieden.

Warum wurde kein Geld für die Schulen beantragt?

Fördergelder der „Sozialen Stadt“ hätte man auch für die Schulhöfe der beiden Grundschulen Großenbruchschule und Hövelschule beantragen können. Diese sind nicht sehr groß und die letzten Renovierungen schon viele Jahre her. An den Schulen kann man auch mit Fördermitteln der Sozialen Stadt einiges bewegen, wenn man den Willen und die Phantasie aufbringt.

Der Bürger wurde nicht mitgenommen

Warum überhaupt wollen die Planer der Stadt Essen mit Fördermitteln einen ruhigen Rückzugraum wie den Spindelmannpark umgestalten? Niemand hat sich je beschwert und nach Politik und Stadtplanung gerufen, damit hier was passiert. Im Gegenteil: die bisherige Gestaltung ließ den ehemaligen Friedhof und die Ruhe des Ortes spürbar werden. Der Moloch Gladbeckerstraße ist an manchen Stellen nur 100 Meter entfernt und doch wirkt im und vom Park aus Ruhe, auch auf die Besucher, die hier zahlreich, aber ohne Getöse unterwegs sind. Grill- und Mülleskapaden? Bis heute hier nicht anzutreffen. Warum muss hier mit öffentlichem Geld ein Rummelplatz mit Beach Volleyball und so weiter angelegt werden? Wer sorgt hier demnächst für soziale Sicherheit, sammelt regelmäßig den Müll, den eine von den Planern so vorgesehene Öffnung des Parks unweigerlich bringen wird? Warum wurden die von Bürgern vorgebrachten Einwände in der Bezirksvertretung eiskalt ignoriert? Warum wurde die Bitte nach einen Ortstermin mit den betroffenen Anwohnern bezüglich der Einrichtung von „lärmintensiven Anlagen“ nicht erfüllt? Von einem bürgernahen, demokratischen Miteinander scheint man in Altenessen weit entfernt zu sein.

Es kommt einem so vor als sei die „Soziale Stadt“ lediglich ein Vehikel zur Mobilisierung von Fördergeldern für den Allbau und Vonovia. Das wäre ja nicht weiter schlimm, wenn die Probleme im Quartier auch angepackt würden. Aber so weit reicht das Interesse der sozialen Stadt Essen dann nicht.

(Dieser Text wurde verfasst in Zusammenarbeit von Reinhard Schmidt (Stadtplaner) und Susanne Demmer.)

Autor:

Susanne Demmer aus Essen-Nord

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