Fußball unter Strom

Was für den Deutschen Meister gut ist, kann für Rot-Weiss Essen nur recht sein: Nicht nur das Spiel auf dem grünen Rasen soll elektrisieren. Auch das neue Stadion, dessen Bau begonnen wurde, könnte für die Stromerzeugung genutzt werden.
So jedenfalls lautet ein Vorschlag, der von der Grünen Ratsfraktion geäußert wird. Bürgermeister Rolf Fliß meint, das Dach des neuen Stadions sollte mit Photovoltaik, sprich Solarzellen, versehen werden. Dem schließt sich Walter Wandtke an. Der Altenessener Ratsherr mahnt: „Die Energiestadt Essen und der Stadionbauherr, die städtische GVE Grundstücksverwaltung, dürfen jetzt nicht den Zug der Zeit verpassen.“ Deshalb fordern die Grünen „mehr Strom von RWE“, wie es in Anspielung nicht nur auf den Vereinsnamen heißt.
Um den Zug nicht abfahren zu lassen, hätte man vielleicht schon vor Beginn der genaueren Stadionplanung auf die Idee kommen können. Doch dass auch im Nachhinein der Weg zur Photovoltaik gangbar ist, zeigen überall Wohn- und Geschäftshäuser, aber tatsächlich auch Stadien. „Dass insbesondere die weiträumigen Dachflächen wunderbare Standorte für Solarzellen sein können, wird seit vielen Jahren erfolgreich in Freiburg vorgeführt,“ erklärt Rolf Fliß.
Aber so weit muss man gar nicht gehen. Der Deutsche Fußballmeister Borussia Dortmund ist soeben mit einem Photovoltaikunternehmen eine Partnerschaft eingegangen. In diesem Zusammenhang sollen nicht nur das Dach des Signal Iduna Parks, sondern auch die Fassade für eine große Solaranlage genutzt werden.
Werder Bremen sei ein weiteres Beispiel für das Umdenken im Stadion, erklären die Grünen Ratsleute und bedauern: „Ausgerechnet beim kommunalen Bauprojekt Essener Stadion ist in der Planung die Produktion von Solarenergie bisher noch nicht vorgesehen.“ Übrigens ist das in Dortmund beteiligte Unternehmen zugleich neuer Sponsor des BVB geworden. Ein Argument, dem man sich auch bei Rot-Weiss nicht verschließen würde.

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