Stadt stiftet Verwirrung - Rad- oder nur Fußweg?
OB-Kandidat Mehrdad Mostofizadeh (GRÜNE): Stadt bremst Radfahrer aus

Der jetzt gesperrte Radweg in Steele-Horst soll künftig nur noch von Fußgängern genutzt werden. Damit werden Radfahrer*innen auf gefährliche Umwege geleitet. Die offizielle Beschilderung besagt aber weiterhin das Gegenteil. Grüne setzen sich dafür ein,  dass die bisherigen Radrouten auch in Zukunft so bleiben können und erkennen keinen vernünftigen Grund für die Maßnahme der Stadtverwaltung.
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  • Der jetzt gesperrte Radweg in Steele-Horst soll künftig nur noch von Fußgängern genutzt werden. Damit werden Radfahrer*innen auf gefährliche Umwege geleitet. Die offizielle Beschilderung besagt aber weiterhin das Gegenteil. Grüne setzen sich dafür ein, dass die bisherigen Radrouten auch in Zukunft so bleiben können und erkennen keinen vernünftigen Grund für die Maßnahme der Stadtverwaltung.
  • Foto: t-mostifizadeh
  • hochgeladen von Walter Wandtke

Mit großer Verwunderung mussten die Grünen aus Horst feststellen, dass die Verwaltung den bisherigen Rad-/Fußweg an der Vryburg/ Haus Horst in Richtung Ruhr und am sog. "Ehrenmal" aus der NS-Zeit vorbei als reinen Fußgängerweg beschildert hat, ohne die Bezirksvertretung davon in Kenntnis zu setzen. Die Ergänzungsroute des Radwegenetzes weist die Strecke aber weiterhin als ordentlichen Radweg aus, wie auf den Radwegeschildern zu erkennen ist.
Bei einem gemeinsamen Termin vor Ort konnten der grüne OB-Kandidat Mehrdad Mostofizadeh, Stadtteilgruppensprecher Salomo Ortega Sawal, die Horster Direktkandidatin, Christine Müller-Hechfellner und der Burgaltendorfer Direktkandidat Taran Mostofizadeh sich ein Bild machen.
"Die Stadtverwaltung bremst damit Radfahrerinnen und Radfahrer aus, die auf kurzem Wege zur Ruhr oder nach Burgaltendorf fahren möchten. Sie müssen entweder absteigen oder über die gefährliche Hauptverkehrsstraße Richtung Eisenbahnmuseum fahren," kritisiert Mostofizadeh.
"Wenn wir für Alltagsradler und Radtouristen weiterhin ein attraktives Angebot bieten wollen, muss es weiter möglich sein, mit dem Rad den direkten Weg zu nehmen," so Christine Müller-Hechfellner, Direktkandidatin aus Horst und für die Bezirksvertretung VII.

Eindeutige Radwegsbeschilderung fehlt

Wie Anwohner berichteten, hat die unzureichende und fehlerhafte Beschilderung auch dazu geführt, dass Radler und Spaziergänger, die zur Ruhr möchten, ungewollt die Privatwege der Anwohner rund um Haus Horst benutzen. Die Grünen werden sich für eine eindeutige Beschilderung einsetzen.
Taran Mostofizadeh teilt als Burgaltendorfer Direktkandidat die Kritik: „Gerade die Route Burgaltendorf-Horst ist bei Radfahrern, Joggern, Spaziergängern und Sportlern sehr beliebt. Ich fahre selbst die Strecke sehr häufig und möchte mich für spürbare Verbesserungen einsetzen, um die Ruhrhöhen als Verbindung zwischen beiden Bezirken attraktiv zu gestalten.“
Salomo Ortega Sawal, Stadtteilgruppensprecher der Grünen und selbst Anwohner, regt darüber hinaus an, den Weg zum sog. "Ehrenmal" durch eine Absperrvorrichtung für den Autoverkehr zu sperren: “Immer wieder klagen Anwohner darüber, dass Pkw diesen Weg unerlaubterweise benutzen, um am "Ehrenmal" oder am Ruhrufer Partys zu veranstalten., was zu großer Vermüllung führt. Eine physische Barriere wird hier sichtbar und spürbar helfen. Zusätzlich sollte die EBE weitere Mülleimer aufstellen, um die Umgebung und Natur zu schützen."

Fehlende Informationstafel am Horster "Ruhrkämpfer" Mahnmal

Ein weiteres großes Herzensanliegen der Grünen ist, dass wieder eine Informationstafel am Mahnmal in Horst aufgestellt wird. "Die letzte ist 2017 zerstört worden, ein Zeichen dafür, dass der Ort leider von Neonazis häufig aufgesucht wird.", so Christine Müller-Hechfellner.
"Es kann und darf aber nicht sein, dass dieses heutige Mahnmal gegen den rechten Kapp-Putsch von 1920, ursprünglich aber 1934 vom NS-Staat als Propaganda gegen die Weimarer Republik erbaut, weiter unkommentiert und unreflektiert bleibt."
Eine Idee, die die Grünen in die nächste Sitzung der Bezirksvertretung einbringen möchten, ist die Aufstellung einer größeren Informationstafel am Ende der Nikolaus-Groß-Straße. Am Übergang zur Straße Haus Horst sollte das gesamte Areal historisch und geografisch erläutert werden. Dazu gehört sowohl das Bodendenkmal Vryburg mit dem Haus Horst aus früheren Jahrhunderten , wie auch das Mahnmal aus der noch präsenteren nationalsozialistischen Diktatur. Von einem zukünftigen Standort der Informationstafel oberhalb des Mahnmals am Beginn des Parks erhoffen sich die Grünen eine größere Kontrolle durch Anwohner und Passanten.
Stadtteilgruppensprecher Ortega Sawal hofft, trotz aktuellem Wahlkampf auch die CDU und SPD an der Seite der Grünen zu haben.

Auszug aus der Inschrift der zerstörten Tafel:

Dieses Bauwerk wurde von den Nationalsozialisten im Jahre 1934 als Ehrenmal errichtet. Es sollte an die Gefallenen der Freikorps, Einwohnerwehren, Reichswehr- und Polizeieinheiten erinnern, die 1918-1920 gegen die revolutionären Arbeiter im Ruhrgebiet kämpften. Damit versuchten die Nationalsozialisten ihre Sichtweise der Revolutionszeit propagandistisch durchzusetzen. Die Weimarer Republik - das Ergebnis der November-Revolution 1918 - sollte herabwürdigt und damit die Beseitigung der Demokratie und die Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur 1933 als "Rettung Deutschlands" dargestellt werden. (Text: Steeler Archiv)

Autor:

Walter Wandtke aus Essen-Nord

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