RAG: Warum nicht sofort Maßnahmen in Karnap gegen hohen Grundwasserspiegel?

Ausgemessen wurde in Karnap schon vor über einem Jahr, doch seither hat sich nicht viel Greifbares getan.
  • Ausgemessen wurde in Karnap schon vor über einem Jahr, doch seither hat sich nicht viel Greifbares getan.
  • hochgeladen von Sabine Pfeffer

Nicht hoffnungsfroh stimmt Hausbesitzer in Karnap das erneute Hickhack um die Finanzierung jener Maßnahmen, mit denen man der Grundwasserproblematik Herr werden will. Die Diskussion findet statt angesichts der nach den langen Regenfällen erneut nassen Keller.
Doch Guido Reil, SPD-Ratsherr und einer der Betroffenen, sieht die Lage nicht so ernst. Zwar sei der Auftrag an die Stadtwerke, eine Planung für die Drainage vorzulegen, erst jetzt erfolgt und nicht schon im vergangenen Jahr. Doch würden noch in dieser Woche Gespräche zwischen der Stadt und den betroffenen Anliegern beginnen.
„Es gab Missverständnisse“, bedauert Reil mit Blick auf die von der RAG wieder aufgeworfene Debatte, wer wieviel zahlt, um die Schäden zu beheben. Der Ratsherr betont, es sei einzusehen, dass die RAG „nicht jetzt 180 Millionen Euro Rückstellung bilden will für etwas, das vielleicht in 30 bis 40 Jahren gemacht wird“. Die angeregte Einzelfalllösung bedeute aber nicht, das nun jedes Gebäude gesondert betrachtet würde: „Es geht um die einzelnen Stadtteile.“
Für Karnap würden 5,6 Millionen benötigt, und wenn die Stadtwerke in geschätzten acht Monaten mit der Planung fertig seien, könnte es noch in diesem Jahr los gehen. Bis dahin sollte die Finanzierung stehen.

Das meint man auch bei der RAG. „Wir sind schon seit langem der Meinung, dass man Karnap angehen sollte. Die sechs Millionen sind ja da.“ Diese Aussage von RAG-Sprecher Christof Beike verblüfft. Ist es nicht die RAG, die die erneute Finanzierungsdebatte um die Maßnahmen gegen den erhöhten Grundwasserspiegel losgetreten hat?
Aber nur, weil man langfristig eine Aufschlüsselung der Ursachen für die Grundwasserprobleme brauche und damit zusammenhängend der Einrichtungen, die für die Maßnahmen bezahlen müssen, betont Beike. In Karnap habe man eine besondere Situation, die nicht mit allen anderen betroffenen Regionen gleichzusetzen sei.
Deshalb gehe es in Essens nördlichstem Stadtteil nicht ohne entsprechendes Gutachten ab: „Karnap liegt in einer früheren Auenlandschaft des Emscherbruchs. In vielen Teilen gab es Bergbau lange bevor die Wohnhäuser gebaut wurden. Dann wurden in den letzten Jahren Abwasserkanäle erneuert.“ Das alles, so Christof Beike, mache schon klar, dass eine pauschale Aussage, alles liege am Bergbau, wenig Sinn mache. Er betont aber auch: „Wir stehen grundsätzlich zu unserer Verantwortung. Wir zahlen für das, was wir verursacht haben.“
Und dennoch gleich los legen, jedenfalls in Karnap? Ja, sagt der RAG-Sprecher, auch vor der genauen Aufschlüsselung sollte man das tun. Er sieht das nicht als Widerspruch. Und das nicht nur, weil man eigentlich schon viel weiter sein wollte...

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Süd

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