Sieben Essener/innen halfen beim Aufbau eines Gesundheitszentrums in Kobanê

Dokumentarfilm und Diskussion mit Essener Aufbauhelfern

Am Freitag, den 5. Februar werden sieben Essener Aktivistinnen und Aktivisten über ihre Erfahrungen als Brigadisten beim Aufbau eines Gesundheitszentrums in der vom faschistischen „Islamischen Staat“ zerstörten nordsyrischen Stadt Kobanê berichten. Die Essener Brigadisten waren auf der Jahresabschlussfeier des Wahlbündnisses „Essen steht AUF“ als "AUFrechte Essener/innen“ des Jahres 2015 ausgezeichnet worden. Viele von ihnen sind bei „Essen steht AUF“ aktiv.

Vorher wird der 50-minütige Dokumentarfilm „Den Sieg sichern!“ gezeigt. Er entstand in der Zeit von Juni bis November 2015 und zeigt in beeindruckenden Bildern die schwierige und selbstlose Aufbauarbeit. Ende November 2015 konnte das Gesundheitszentrum in einer bewegenden Feier an die örtlichen Behörden übergeben werden.

Die Essener Aufbauhelfer haben ihren Einsatz selbst finanziert. In Essen arbeiten sie als Metallarbeiter, Elektriker, Bild- und Tontechnikerin sowie Pflegerin. Sie waren ein Teil von 177 ehrenamtlichen Brigadisten aus 10 Ländern und bauten das Gesundheitszentrum zusammen mit Arbeitern aus Kobanê und der örtlichen Selbstverwaltung.

Ein Brigadist berichtet:
„Es war für uns alle eine einzigartige, bewegende und begeisternde Erfahrung. Kobanê wurde zu 80 Prozent durch den IS zerstört, der jedoch von den kurdischen Einheiten vollständig vertrieben werden konnte. Mit unserem Einsatz wollten wir dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen und ein Signal zu setzen; inzwischen sind zehntausende Menschen wieder zurück gekehrt.“

„Statt der türkischen Regierung 3 Mrd. € zum Einsperren der Flüchtlinge zu geben, hätte Merkel lieber 1 Mio. für den Wiederaufbau nach Kobanê geben sollen“, sagte eine Teilnehmerin.

„Es war begeisternd für uns zu sehen, mit welchem Einsatz und Zuversicht die Menschen dort trotz der enormen Probleme und einem internationalen de-facto Embargo die Stadt wieder aufbauen sowie eine basisdemokratische Gesellschaft. Gerade angesichts der aktuellen Debatte um sexuelle Übergriffe auf Frauen und der Stigmatisierung von Menschen arabischer Herkunft finden wir wichtig, den dort eingeschlagenen Weg bekannt zu machen und zu unterstützen. Wir konnten dort erleben, wie der Kampf gegen patriarchale Unterdrückung erfolgreich verwirklicht wird.“

Dieses Gesundheitszentrum ist das einzige Projekt, das mit internationaler Hilfe in Kobanê verwirklicht wurde. Organisiert wurde es von der ICOR, einem internationalen Zusammenschluss revolutionärer Parteien und Organisationen.

Die Veranstaltung findet am kommenden Freitag in den Räumen des Deutsch-Kurdischen Solidaritätsvereins statt. Veranstalter ist der MLPD-Kreisverband Essen.

Freitag, 5. Februar 2016
Filmveranstaltung mit Diskussion
Einlass 18 Uhr
Am Freistein 50
Eintritt 2 / 1 Euro
Für Verpflegung ist gesorgt

Hier noch ein Link zu einem Bericht in den Tagesthemen vom 12. Januar, der insbesondere die schäbige Rolle des Erdogan-Regimes bei der Behinderung des Wiederaufbaus in Kobanê und damit bei der Bekämpfung des „IS“ deutlich macht:
https://www.youtube.com/watch?v=OC_Kwwiuqt8&feature=youtu.be&t=11m25s

Autor:

Bodo Urbat aus Essen-Nord

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