Stadtverband kündigt Kleingartenverein die Fläche

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Nicht alle, die ihr Hobby im Grünen haben, sind einander grün. Erneut gibt es Streit um Katernberger Gärten. Diesmal richtet sich der Zorn des Stadtverbands der Kleingärtnervereine aber nicht gegen Politik oder Verwaltung - zumindest nicht in erster Linie. Vielmehr ärgert sich der Vorsitzende Heinz Schuster über einen Kleingartenverein.
Als „Bunte Gärten Alte Kirchstraße“ ist das Projekt bekannt geworden. Interkulturell soll es sein, also für Menschen unterschiedlicher Herkunft, und vielleicht nicht ganz so festgelegt, wie man es von einem organisierten, deutschen KGV erwartet, aber doch in Zusammenarbeit unter anderem mit jenem Stadtverband, der Land an den Verein verpachtete.
Ein Vertrag, der nun aber vom Verband gekündigt wurde. Bis Ende Dezember soll die Fläche geräumt werden. Dieser Vorgang wird auch die Bezirksvertretung VI am nächsten Mittwoch beschäftigen, was wiederum Schuster empört. Er bezeichnet es „als Unding“ , dass das kommunalpolitische Gremium sich mit privatrechtlichen Angelegenheiten befasse: „Unser Anwalt prüft eine Unterlassungsklage.“
Dabei soll die Kommunalpolitik auf Bitten der „Bunte Gärten“-Vertreter nur bei dem Versuch einer Einigung helfen. Das wird nicht leicht, denn es schwelt schon länger zwischen Verband und Verein.

Obst und Gemüse wachsen im deutschen Kleingarten so gut wie im türkischen. Oder so schlecht, je nach Witterung. Von daher klang es nach Integration, alsder Verein „Bunte Gärten Alte Kirchstraße“ e.V. ausgerufen wurde. Die Zusammenarbeit mit einem Kindergarten klappt gut. Weniger gut klappt es mit dem Stadtverband der Kleingärtner.
Proper schauen manche Lauben schon aus, andere sind in der Entstehung. Auch die Gärten sind noch nicht so eingewachsen, wie jene der Anlage nebenan. Man sieht auf den ersten Blick, dass das Areal „Bunte Gärten Alte Kirchstraße“ jung ist. Ob es noch viel älter wird, ist ungewiss.
Fragt man den Stadtverbandsvorsitzenden Heinz Schuster nach den Gründen für die Kündigung, die am 21.März ausgesprochen wurde, holt er weit aus. Probleme habe es schon mit der Satzung gegeben, die der Verein 2005 entworfen habe. Bekleidungsvorschriften für Frauen - das habe der Verband zurückgewiesen. Danach habe man manches Mal lange auf die Pachtzahlung warten müssen, bleibt Schuster eher vage. Das Gelände gehört der Essener Kleingarten Grund und Boden gGmbH.
Für böses Blut unter anderen Vereinen habe ein Zuschuss von 40.000 Euro gesorgt, den „Bunte Gärten“ im Rahmen einer Landesförderung erhielten: „Andere mussten die Abwasserentsorgung etc. alleine finanzieren“, sieht Schuster eine Ungleichbehandlung.
Das Fass zum Überlaufen brachte eine Zusammenarbeit des Katernberger Vereins mit Volkshochschule und Bund für Umwelt und Naturschutz. Im April wurde auf die Anlage eingeladen, es ging um Informationen über das Projekt. Harmlos, doch der Verband fühlt sich übergangen. „Das passiert auf unserem Privatgrundstück“, protestiert Schuster. „Aber das wird alles an uns vorbei organisiert, als ob es uns überhaupt nicht gäbe. Dabei wären die ohne uns doch null.“

Der Verein hat sich mit der Bitte um Unterstützung an die Bezirksvertretung VI gewandt und hofft auf eine „gütliche Einigung“. Mehr möchte der Vorstand wegen des laufenden Verfahrens der Streitschlichtung nicht sagen.
Um Vermittlung bemüht sich das ISSAB (Institut für Stadtteilentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung). Es arbeitet seit Jahren mit „Bunte Gärten“ an der Entwicklung des Projekts. „Die Kleingärtner hoffen sehr, dass sie bleiben können, schließlich haben sie in den letzten Jahren einiges investiert“, nennt eine ISSAB-Mitarbeiterin auf Anfrage des Nord Anzeigers die finanziellen Auswirkungen, die eine Kündigung hätte.
Dass der Punkt auf der Tagesordnung am Mittwoch eine „Entscheidung“ vorsieht, erklärt Sabine Meiermann von der Bezirksverwaltungsstelle: „Entschieden wird erst mal nur, ob die Bezirksvertretung aktiv wird.“ Einen mündlichen Bericht wird es von der Verwaltung geben. Und einen Ratsausschuss beschäftigt das Ganze auch bereits.
Dabei hätte es so weit gar nicht kommen müssen, wie Heinz Schuster meint: „Wir haben eine eigene Schlichtungsstelle.“ Doch da habe niemand eine Vermittlung beantragt.

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Süd

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