Freisenbruch: Gewaltbereite Rechte nehmen an Karnevalszug teil
"Steeler Jungs" - Wehrmachtshelme statt Narrenkappe

Steele wird auch und erst recht zu Karneval kein Pflaster für Nazis, selbst wenn die sich plötzlich "Steeler Jecken" nennen. Steele läßt sich weder von "Steeler Jungs", "Steeler Jecken" noch angeblichen "Eltern gegen Gewalt" den Karneval braun einfärben, sondern bleibt bunt! Foto: Kaiser-Otto-Platz, bei einer früheren Kundgebung gegen Rechts
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  • Steele wird auch und erst recht zu Karneval kein Pflaster für Nazis, selbst wenn die sich plötzlich "Steeler Jecken" nennen. Steele läßt sich weder von "Steeler Jungs", "Steeler Jecken" noch angeblichen "Eltern gegen Gewalt" den Karneval braun einfärben, sondern bleibt bunt! Foto: Kaiser-Otto-Platz, bei einer früheren Kundgebung gegen Rechts
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Einen fröhlich unbeschwerten Karnevalsumzug  hätten sich am Karnevalssonntag die Menschen in Freisenbruch und Steele
eigentlich wohlverdient. Leider lassen die selbsternannten durchgebräunten Bürgerwehrburschen, die angeblichen "Steeler Jungs" auch diese Tradition nicht in Ruhe. Das Bündnis "Essen stellt sich quer- ESSQ", in dem viele Initiativen, Einzelpersonen, aber auch Parteien wie Grüne, SPD oder die Linke gegen Rechtsextremismus aktiv sind, hat dazu nachfolgenden Bericht aufgeschrieben, der gute Karnevalsstimmung doch deutlich schrumpfen lassen kann:

Rechtsradikale "Steeler Jecken" braucht niemand

ESSQ: Am heutigen Sonntag nahmen die „Steeler Jungs“ als „Steeler Jecken“ am Karnelvalsumzug in Essen Freisenbruch mit einem eigenen Wagen und einer Fußgruppe teil. Auf ihren Köpfen trugen die „Steeler Jungs“ Helme, die stark an Wehrmachtshelme erinnern. Auf der Vorderseite des Zugwagens prangte – unzulässigerweise – das Stadtwappen der Stadt Essen. Auf der Rückseite des Wagens prangte eine geballte Faust die eine „Zecke“ zerdrückt, sowie der Spruch „Schütz euch vor den Zecken – Helau… Die Steeler Jecken“ zu lesen. Eine offene Gewaltandrohung gegenüber Andersdenkenden.

„Wir sind entsetzt darüber, dass die „Steeler Jungs“, die wöchentlich als Bürgerwehr in Steele aufmarschieren, an einem Karnevalszug teilnehmen. Wir verstehen nicht, wie die Organisatoren des Umzugs die Gruppe zulassen konnte“, so Sonja Neuhaus, Sprecherin des Bündnisses Essen stellt sich quer. „Ein Karnevalsumzug ist ein Ereignis, an dem vor allem Familien mit Kindern teilnehmen. Gerade hier hat rechtes Gedankengut absolut nichts verloren. Wenn man eine Gruppe mit Verbindungen zu gewaltbereiten Hooligans und Rechtextremen an Karneval im Zug mitlaufen lässt, dann hilft man mit rechtes Gedankengut in der Mitte der Gesellschaft zu verbreiten. Dem stellen wir uns entschieden entgegen. Die Steeler Jungs sind kein Karnevalsverein, sondern Rechtsextreme, gewaltbereite Hooligans.“

Position der Freisenbrucher Gänsereiter?

„Wir rufen die Freisenbrucher Gänsereiter auf, sich klar und deutlich von den „Steeler Jungs“ und ihrer politischen Gesinnung zu distanzieren. Wer eine solche Struktur auf welche Weise auch immer unterstützt, macht sich gemein mit Rassismus und rechtem Gedankengut“, so Max Adelmann, ebenfalls Sprecher von Essen stellt sich quer. Das Bündnis Essen stellt sich quer wird sich im Nachgang des Freisenbrucher Karnevalsumzugs der Gänsereiter mit den Organisatoren in Verbindung setzen, um zu klären, wie es zu der Teilnahme der „Steeler Jungs“ kommen konnte.

Hier geht's zur Pressemitteilung, sowie einigen Fotos der Szenerie: ESSQ Bericht u. Fotos des rechten Karnevalswagen

7. März: "Steele bleibt bunt" ruft zur Kundgebung auf

Am 7. März ruft das Bündnis "Mut machen - Steele bleibt bunt!" wieder zu kreativen Aktionen gegen die rechte Gruppe "Steeler Jungs" auf. Wir dokumentieren den Aufruf des Bündnisses und ermutigen alle Menschen, sich gegen die Vereinnahmung Steeles durch die "Steeler Jungs" zu wehren:

An alle!
Wenn die Steeler Jungs an den bunten Donnerstagen mit 150 Leuten auflaufen, müssen wir mindestens 300 sein!

Deshalb hier der Ruf in die demokratische Öffentlichkeit in Essen:
Unterstützt uns an den bunten Donnerstagen ( 1. Donnerstag jeden Monats)!
Kommt nach Steele, bringt Eure Freunde, Familien, Kolleginnen und Kollegen, Nachbarinnen und Nachbarn mit!
Helft dass unser Protest gegen den wöchentlichen Aufmarsch einer Gruppe von Hooligans unübersehbar und unüberhörbar wird!
Kommt mit Trommeln, Flöten und Geigen!
Zeigt unsere bunte, lebendige Vielfalt und unseren Spaß am Leben!
Steele gehört uns und nicht denen, die sich anmaßen als Bürgerwehr für Ordnung sorgen zu wollen!
Verbreitet diesen Aufruf in Euren Netzwerken!
Wir sehen uns!
Die Versammlung gegen die "Steeler Jungs" findet am 7. März ab 17:30 Uhr auf dem Kaiser-Otto-Platz in Steele statt.

Steele wird auch und erst recht zu Karneval kein Pflaster für Nazis, selbst wenn die sich plötzlich "Steeler Jecken" nennen. Steele läßt sich weder von "Steeler Jungs", "Steeler Jecken" noch angeblichen "Eltern gegen Gewalt" den Karneval braun einfärben, sondern bleibt bunt! Foto: Kaiser-Otto-Platz, bei einer früheren Kundgebung gegen Rechts
Ein Informationssstand von "Essen stellt sich quer" hier auf dem letztjährigen CSD Ruhr auf dem Kennedyplatz - Im Vordergrund Sonja Neuhaus und Max Adelmann
Autor:

Walter Wandtke aus Essen-Nord

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