6000 demonstrierten in Essen für die Rettung des Klimas
System change, not climate change!

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6000 Menschen in Essen, 1,4 Millionen in ganz Deutschland und viele Millionen auf allen Kontinenten machten den Streik- und Protesttag zur Rettung des Weltklimas am 20. September zu einem der größten internationalen Kampftage der neueren Geschichte. Wichtig und zukunftsweisend war dabei der enge Schulterschluss von Jugend-, Umwelt- und Arbeiterbewegung. Auch in Essen beteiligten sich ver.di-Kolleginnen und –Kollegen, Beschäftigte u.a. von Siemens und EVONIK.

Dass in den meisten Städten die Teilnehmerzahlen teils um ein Vielfaches höher als erwartet waren, war sicher auch dem Umstand geschuldet, dass das Ergebnis des nächtlichen Eiertanzes des sogenannten „Klimakabinetts“ vorhersehbar war: Der Berg kreißte – und gebar eine Laus. In Form eines „Klimapakets“, das vor allem einen Zweck hat: die wahren Verursacher der bereits eingeleiteten globalen Umweltkatastrophe aus der Schusslinie zu nehmen, um ihnen weiter „business as usual“ zu garantieren. Dieses Paket ist nicht einfach nur unzureichend, es ist eine Provokation.

Kern des Klimapakets ist die sogenannte „CO2-Bepreisung“, mit der die Lasten der Klimakrise auf die breite Masse der Bevölkerung abgewälzt werden sollen. Die Verursacher der drohenden globalen Umweltkatastrophe – die Automobil-, Energie- Chemie-, Agrarkonzerne, atmeten daher auch hörbar auf. Zudem haben sie schon aus dem bisherigen Emissionshandel Kapital geschlagen und werden das auch jetzt wieder tun. Und die wesentliche Kritik der GRÜNEN besteht lediglich darin, dass sie den CO2-Preis für zu niedrig halten.

Albert Einstein sagte einmal: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Trotzdem beharren die Konzerne und ihre Regierung darauf, die Klimakrise und die drohende Umweltkatastrophe mit den Mechanismen und Gesetzen in den Griff zu kriegen, die sie verursacht haben: die angeblich so segensreichen Kräfte des kapitalistischen Marktes.
Gerade junge Menschen trauen diesen Kräften völlig zu Recht nichts Gutes zu, weshalb die Losung „System change, not climate change“ eine der beliebtesten der Fridays-for future-Bewegung ist.

Diesen kapitalismuskritischen Ansatz, wollen einige wenige, meist selbsternannte Mitglieder von Orga-Teams, aus der Bewegung verbannen. Auch in Essen versuchte eine Handvoll Leute ihnen nicht genehme Leute mit undemokratischen Methoden auszugrenzen. Das ging soweit, dass Dietrich Keil, langjähriger Ratsherr für Essen steht AUF, jahrzehntelanger und anerkannter Umweltkämpfer in Essen (z.B. in der erfolgreichen Bürgerinitiative gegen den Giftschredder in Kray) und MLPD-Mitglied, willkürlich und in ätzender Art und Weise von einem öffentlichen Vorbereitungstreffen ausgeschlossen wurde. Auch am 20.9. gab es noch einige, wenn auch klägliche Versuche, diesen Kurs fortzusetzen. So habe ich selbst erlebt, wie ein nicht mehr ganz junger Herr aus dem Orga-Team ihm nicht genehmen Leuten von der MLPD verbieten wollte, überhaupt den Begriff „Fridays for future“ zu verwenden, weil der Markenschutz hätte. Das stieß auch auf Unverständnis und Kritik vieler Umstehender, so dass sich diese spalterische Politik am 20.9. nicht durchsetzen konnte.

Meines Erachtens unterstreicht das jetzt verabschiedete Klimapaket die Mutwilligkeit und die Unfähigkeit, mit der das Überleben der Menschheit durch die industriellen Verursacher der drohenden Katastrophe und ihre Regierungen aufs Spiel gesetzt wird, einzig und allein um die Profitwirtschaft zu retten. Alles deutet darauf hin, dass der Kampf zur Rettung der Umwelt deshalb zwingend einen gesellschaftsverändernden Ansatz erfordert.

Autor:

Bodo Urbat aus Essen-Nord

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