AmpaCity: Essen wird zur Teststrecke

Technik, die begeistert: Joachim Knebel (KIT), Joachim Schneider, RWE-Vorstand Technik, Oberbürgermeister Reinhard Paß, RWE-Vorstandschef Arndt Neuhaus und Christof Barklage (Nexans-Geschäftungsführung) mit einem HTS-Prototypen.
2Bilder
  • Technik, die begeistert: Joachim Knebel (KIT), Joachim Schneider, RWE-Vorstand Technik, Oberbürgermeister Reinhard Paß, RWE-Vorstandschef Arndt Neuhaus und Christof Barklage (Nexans-Geschäftungsführung) mit einem HTS-Prototypen.
  • hochgeladen von Patrick Torma

Das Prinzip der Supraleitung ist seit hundert Jahren bekannt, zur serienreifen Anwendung im Bereich der Stromversorgung hat es aber bisher nicht gereicht. Dabei sind sich die Verantwortlichen bei der RWE AG sicher: Hochtemperatur-Supraleiterkabel (HTS) können die innerstädtische Stromverteilung „revolutionieren.“

Bis zum Ende des Jahres 2013 wird die vorhandene 110-Kilovolt-Kabeltrasse zwischen den Umspannwerken Herkules (Ostviertel) und Dellbrügge (Innenstadt) durch ein modernes HTS-Kabel ersetzt. Die Anlagen liegen einen guten Kilometer voneinander entfernt - womit die längste Teststrecke der Welt abgesteckt wäre. „In Essen haben wir ein Stromverteilernetz von 6.500 Kilometern. Nun kommt ein außergewöhnlicher Kilometer hinzu“, ist Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG, überzeugt.

Weniger Kabelsalat unter und über der Erde, geringerer Wartungsaufwand, weniger Kurzschlüsse, nahezu keine Energieverluste - die HTS-Technik birgt Potenzial. Bei der Vorstellung von AmpaCity sprudeln die Superlative förmlich. Essen, die „Energiemetropole“ und „Stadt der Innovationen“, in der - wie Oberbürgermeister Reinhard Paß bemerkt - Krupp den nahtlosen Radreifen, einen Meilenstein auf dem Weg zur Industrialisierung, erfand. „Die Frage ist nicht, ob, sondern wann sich diese Technik durchsetzt“, betont Christof Barklage vom Kabelhersteller Nexans. Das Unternehmen entwickelt seit zehn Jahren HTS-Kabel und hat bereits bei der Installation des bisher längsten Testkabels (600 Meter) in den USA mitgewirkt.
Wie durchsetzungsfähig die Supraleitertechnik tatsächlich ist, das wird sich jetzt in Essen mitentscheiden. „Eine neue Technik salonfähig zu machen, das ist mit Überzeugungsarbeit verbunden“, weiß Barklage. Denn Investitionen müssen sich auch rechnen.

Materialien und Konstruktion, die sind im Vergleich noch recht teuer. Zumal es den HT-Supraleiter eben noch nicht von der Kabeltrommel gibt. „Ein Projekt wie AmpaCity kann aber eine Initialzündung zum Aufbau von Kapazitäten sein“, glaubt Schneider.
Den hohen Anschaffungskosten zum Trotz, in Ballungsgebieten könnte sich die Supraleitung rentieren. „Das Supraleiter-Kabel benötigt viel weniger Platz als ein herkömmliches Kupferkabel“, klärt RWE-Vorstandschef Neuhaus auf. Beispielsweise leitet ein 10-Kilovolt-HTS-Kabel die gleiche Menge Strom wie fünf gebräuchliche 10-Kilovolt-Kabel. Darüber hinaus könnten sich einige der 36 Umspannanlagen in Essen als überflüssig erweisen - so würden wertvolle Grundstücke frei.

Nicht nur aus RWE-Sicht sind die Projektkosten von 13,5 Millionen Euro gut anlegt. Auch der Bund sieht Potenzial und steuert 6,3 Millionen bei, die 2,8 Millionen Euro für die Entwicklung übernimmt Nexans. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das Forschungszentrum Jülich begleiten das Projekt ebenfalls.

Technik, die begeistert: Joachim Knebel (KIT), Joachim Schneider, RWE-Vorstand Technik, Oberbürgermeister Reinhard Paß, RWE-Vorstandschef Arndt Neuhaus und Christof Barklage (Nexans-Geschäftungsführung) mit einem HTS-Prototypen.
Der Prototyp aus nächster Nähe.
Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen