In Erinnerung an den Ur-Vater: RWE und Stauder restaurieren Melches-Grab

Die Familliengrabstätte der Melches auf dem Borbecker Matthäus-Friedhof.
  • Die Familliengrabstätte der Melches auf dem Borbecker Matthäus-Friedhof.
  • hochgeladen von Patrick Torma

Rot-Weiss Essen pflegt sein Image als Traditionsverein. Dazu gehört auch das Andenken an den langjährigen RWE-Funktionär Georg Melches - Mitbegründer, Ehrenvorsitzender und nach seinem Tod ab 1964 Namensgeber des Stadions an der Hafenstraße.

Trotz seiner Verdienste brachte der Verein dem ehemaligen Geschäftsführer in der Vergangenheit nicht immer die nötige Anerkennung entgegen; galt Georg Melches doch als ein kantiger Charakter, der gerne aneckte.

Geboren am 24. August 1893 in Bergeborbeck/Vogelheim, verstarb Melches 1963 im Alter von fast 70 Jahren während eines Kuraufenthaltes. Paul Nikelski, der von Melches in den 50er Jahren als „Kommandant“ von Altenessen nach Bergeborbeck ge­lotst wurde, kümmerte sich lange um die Pflege des Grabes seines Freundes auf dem Borbecker Matthäus-Friedhof. „Melches hatte keine Familie hinterlassen“, zitiert der heutige RWE-Geschäftsführer Michael Welling aus einer Chronik. Dabei genoss Nikelski die Unterstützung des Vereins - bis in die 80er Jahre hinein.

Damals lief die Belegungsfrist des Grabes ab, der amtierende Vorstand erachtete ein weiteres Engagement als nicht mehr nötig. Nikelski rief daraufhin einen Förderverein für die Erhaltung der Ruhestätte ins Leben; ein Jahrzehnt kümmerten sich Freunde um die Pflege. Erst im Jahre 1999 sah sich Rot-Weiss Essen wieder in der Pflicht. Der Förderverein löste sich auf, im Mai 2010 verstarb Paul Nikelski - inmitten einer der schwierigsten Phasen des Klubs.
„Zur Zeit der Insolvenz gab es in diversen Foren Unruhe“, erklärt Welling, der erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 an die Hafenstraße kam. Während des Verfahrens verfügte der Insolvenzverwalter über die RWE-Finanzen, die Pflege musste wieder hinten anstehen. Das Sportmagazin RevierSport übernahm schließlich die Kosten.

Nun ist RWE bekanntlich schuldenfrei: Der Verein unterstützt wieder die Arbeiten, die duch den Friedhofsgärtner Ulrich Bylsma durchgeführt werden. Bei einer Ortsbegehung wurde Welling klar: „Der Grabstein ist ziemlich dreckig und könnte mal gereinigt werden.“ Das Problem: Der Stein ist so brüchig, dass eine Reinigung weitere Schäden anrichten könnte. „Also haben wir überlegt, was man machen kann“, hält der Geschäftsführer fest. „Sein Andenken zu bewahren ist für uns eine große Ehre und Verpflichtung zugleich.“

Etwa zur gleichen Zeit führte Michael Welling Gespräche mit der Privatbrauerei Jacob Stauder, einem Premium-Partner der Rot-Weissen. Claus Stauder kannte Georg Melches noch persönlich. „Kennengelernt habe ich Georg Melches über meinen Großvater Caspar Stauder. Er war mit Melches eng befreundet. Sie haben sich regelmäßig privat getroffen und bei diesen Treffen war ich oft dabei“, erinnert sich Claus Stauder. Demnach sei es für die Brauerei eine „Selbstverständlichkeit, sich bei der dringend anstehenden Restaurierung einzubringen.“

Gleichzeitig überlegen RWE und Stauder, wie sie dem Andenken an den RWE-Urvater weiter gerecht werden können - mit einer neuen Gedenktafel beispielsweise.

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