RWE investiert und verliert: 0:2 gegen Lotte

Dennis Lamczyk verlebte gegen Lotte einen eher ruhigen Abend. Bis zur 72. Minute - da explodierte hinter seinem Kasten ein Knallkörper. In der 80. Spielminute musste er dann zum ersten Mal hinter sich greifen. Archivfoto: Gohl
  • Dennis Lamczyk verlebte gegen Lotte einen eher ruhigen Abend. Bis zur 72. Minute - da explodierte hinter seinem Kasten ein Knallkörper. In der 80. Spielminute musste er dann zum ersten Mal hinter sich greifen. Archivfoto: Gohl
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Auch wenn sie nicht so gemeint waren, so hatten die Aussagen von Gäste-Trainer Maik Walpurgis doch etwas Höhnisches an sich. "Es war ein sehr, sehr schweres Spiel. Die Essener haben gut gepresst, sie waren gut auf uns vorbereitet", lobte der 38-Jährige. Tatsächlich hatten die Rot-Weissen mal wieder viel investiert, doch am Ende war die 0:2-Niederlage gegen Tabellenführer Lotte besiegelt.

Gegenüber dem 0:1 bei der kleinen Werkself in Leverkusen hatte RWE-Trainer Waldemar Wrobel vier Veränderungen im Team vorgenommen, drei davon in der Defensive: Anstatt Meik Kuta und Cedric Vennemann liefen die Kevins Grund und Lehmann auf, in der Innenverteidigung kam Thomas Denker zu seinem ersten Saisoneinsatz. In der Spitze durfte wieder Lukas Lenz ran, Güngör Kaya rutschte dafür gleich ganz aus dem Kader.

Die neuformierten Essener hatten Mühe in die Partie zu kommen, mit mehr oder minder offensichtlichen Fouls unterbanden die Sportfreunde vom Autobahnkreuz das Spiel der Hausherren. Erst als nach 20 Minuten keine Unterstützung von Schiedsrichter Sascha Stegemann mehr zu erwarten war, eigneten sich die Bergeborbecker eine resolutere Gangart an. Vor allem dem lauffreudigen Mittelfeldtrio Heppke, Brauer und Tokat war es zu verdanken, dass die Verteidigung vor allzu brenzligen Situationen gefeit war, auch die offensiven Außen Benedikt Koep und Holger Lemke gingen weite Wege. Die Folge: Sturmspitze Lenz stand gegen die Ex-RWEler André Wiwerink und David Czyszczon auf verlorenem Posten. Die beste Chance hatte Holger Lenke, der von Kapitän Brauer klasse in Szene gesetzt worden war, sein Lupfer über Lotte-Schlussmann Bastian Görrissen landete aber nicht im, sondern nur auf dem Tornetz. Gefährlich wurden die Gastgeber meist nur über Standards.

"Mit ein wenig Pech liegen wir zur Halbzeit hinten", analysierte Maik Walpurgis nach dem Spielende. Er hätte auch keinen Grund zur Beschwerde gehabt: Die mit Vorschusslorbeeren von 19 ungeschlagenen Partien angereisten Tabellenführer waren in Hälfte eins ohne nennenswerte Torgelegenheit geblieben – die geschlossene Mannschaftsleitung der Essener hatte es möglich gemacht.

In der Pause nahm der Sportfreunde-Übungsleiter "einige Korrekturen" vor, sein Team kam mit neuem Elan aus der Kabine und erspielte sich erste Torchancen. Die beste vergab Torjäger Marcus Fischer aus fünf Metern. Wrobel reagierte, erlöste den wirkungslosen Lukas Lenz und brachte Leon Enzmann (69.). Lemke rochierte dafür auf die rechte Seite, Koep übernahm den Job in der Sturmzentrale. Doch bevor die Essener neuen Druck erzeugen konnten, entlud der sich auf der Ost-Tribüne. Durch einen Knallkörper wurde ein Ordner verletzt, der Unparteiische unterbrach die Partie für wenige Minuten.

Ob die Wrobel-Elf dadurch aus dem Konzept und damit um den verdienten Lohn gebracht wurde, lässt sich im Nachhinein schlecht behaupten. Fakt ist: In der 80. Minute entschieden überwunden gehoffte Fehler die Partie. Marc Lorenz konnte unbedrängt einen zweiten Flankenversuch starten, RWE-Torwart Dennis Lamczyk konnte André Wiwerink im Fünfmeterraum nicht daran hindern, zum 0:1 einzunicken. Im Gegenzug avancierte der zweite ehemalige Essener Verteidiger zum Spielverderber – Czyszczon köpfte einen Brauer-Schuß von der Linie. Es war das letzte Lebenszeichen der Rot-Weissen. Marcus Fischer besorgte nach toller Kombination mit Christian Schlösser das 0:2 (88.). "Das zweite Tor war nicht spielentscheidend", nahm Waldemar Wrobel seine Mannschaft in Schutz, dennoch konnte der den Eindruck nicht entkräften, dass sich die Essener zu diesem Zeitpunkt aufgeben hatten.

Am Ende blieben nur die aufmunternd gemeinten Worte von Gäste-Coach Walpurgis: "Mit dieser Leistung wird RWE auf diesem kleinen Zwischentief herausfinden".

Der durch die Knallkörper-Attacke verletzte Ordner musste von Sanitätern aus dem Stadion gebracht werde, kurz darauf wurden zwei Tatverdächtige aus dem Block eskortiert – der RWE-Anhang hatte vorbildlich reagiert und zur Aufklärung beigetragen.

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

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