Viel Aufwand, wenig Ertrag: Derby zwischen RWE und RWO endet torlos

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Es war ein Derby, das fast alles hatte: Kampf und Kabinettstückchen, der Rivalität entsprechend ein paar Aufreger, und auch an Strafraumszenen mangelte es an der Hafenstraße nicht. Allein die Tore fehlten. So muss sich Regionalligist Rot-Weiss Essen mit einem 0:0 gegen Namensvetter Rot-Weiß Oberhausen begnügen.

Dabei hatten die Essener einen Derbysieg verdient: Über 90 Minuten stellten die Bergeborbecker die griffigere und gefährlichere Elf. Vor allem in der ersten Hälfte erarbeitete RWE ein Chancenplus. Bis zum Strafraum der Gäste sah der Vortrag in der Offensive ganz gefällig aus. Mit schönen Seitenwechseln zogen die Essener das Spiel in die Breite, bei der Abnahme in der Mitte (Platzek, Lemke) fehlte jedoch das Timing.

RWO war auf Konter angewiesen, doch die Defensive der Essener, mit Jerome Propheter und Kai Nakowitsch in der Innenverteidigung, machte einen stabilen Eindruck. Nur einmal beanspruchte RWE das Glück für sich. In der 39 Minute sah der Schiedrichter über ein Handspiel im RWE-Sechzehner hinweg, Pascale Talarski durfte das Leder unter das Gebälk dreschen – der Ball sprang jedoch vor der Torlinie auf. Im Gegenzug rannte Kevin Grund allein auf RWO-Keeper Kühn zu, im Vorbeigehen legte sich der Mittelfeldmann, der im Derby den Part des Spielmachers übernahm, die Kugel aber zu weit vor. Keine Zeit zum Durchschnaufen: Weil Gideon Jung während des Essener Angriffs auf dem Boden lag, legten die Oberhausener Protest ein. RWO-Co-Trainer Dirk Langerbein übertrieb es mit seiner Interpretation eines Wutbürgers und musste die Coaching-Zone verlassen.

Die Kräfteverhältnisse in Halbzeit zwei verschoben sich nur unwesentlich. Die Gäste bemühten sich zwar, das Spiel aktiv zu gestalten – was ansatzweise gelang. „Wir mussten dem Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen“, gestand RWE-Linienchef Waldemar Wrobel nach dem Abpfiff. Mit viel Einsatz – Grund, Propheter sowie Tim Hermes sahen die gelbe Karte – hielten sich die Essener aber schadlos. Die Kleeblätter überstanden die Partie mit weniger Aufwand, aber nur, weil RWE vor dem gegnerischen Kasten umständlich agierte. Sinnbildlich die Aktion in der 61. Minute: Nach Flanke von Holger Lemke besaß Marcel Platzek alle Zeit der Welt, sein Bewacher war weggerutscht. Doch anstatt den Ball unter Kontrolle zu bringen, versuchte es der Torjäger mit einer semi-artistischen Einlage – Applaus gab es dafür nur vom Oberhausener Anhang. Oft schien die schnörkellose Variante die bessere Alternative: Kurz vor dem Abschluss hielt Benjamin Wingerter, der eine solide Partie ablieferte, einfach mal drauf. Weil der Ball sein Ziel nur knapp verfehlte, blieb es bei einer Nullnummer vor 10.007 Zuschauern.

Unter dem Eindruck von vier Niederlagen aus sechs Spielen ist das Remis gegen RWO, das immerhin als beste Rückrundenmannschaft der Regionalliga West angereist war, als ein Achtungserfolg zu werten. Um sich aus dem Mittelmaß der Tabelle zu befreien – seit dem achten Spieltag pendelt RWE zwischen den Plätzen neun bis elf – ist ein Punkt zu wenig. Als Tabellenzehnter geht es als nächstes zum KFC Uerdingen.

Autor:

Patrick Torma aus Essen-Nord

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