Anwohner klagen über Baulärm: Stadtwerke und Emschergenossenschaft arbeiten am Bolsterbaum

Heike Steffen, Bewohnerin des Hauses am Bolsterbaum 93, leidet unter der Lärm- und Geruchsbelästigung durch die Kanalarbeiten, denen die Anwohner sieben Tage in der Woche von morgens bis spät nachts ausgesetzt sind. Foto: Gohl
2Bilder
  • Heike Steffen, Bewohnerin des Hauses am Bolsterbaum 93, leidet unter der Lärm- und Geruchsbelästigung durch die Kanalarbeiten, denen die Anwohner sieben Tage in der Woche von morgens bis spät nachts ausgesetzt sind. Foto: Gohl
  • hochgeladen von Lokalkompass Essen-Nord

Gestörte Nachtruhe bis Jahresende? Eine Aussicht, die für Heike Steffen unerträglich ist. Sie und andere Anwohner vom Bolsterbaum haben nichts gegen den Bau des Kanals, der das Abwasser aus dem nahen Katernberger Bach unter die Erde verlegt. Doch gegen den Lärm protestieren sie.

Am Bolsterbaum, wo Katernberg ins Grüne übergeht, bauen die Stadtwerke Essen gemeinsam mit der Emschergenossenschaft einen 600 Meter langen Kanal. Das geschieht, wie Sprecher Dirk Pomplun erklärt, fast komplett in unterirdischem Vortrieb: „Damit schonen wir die Natur und minimieren Belästigungen.“

Ausgleich von Interessen

Letzteres würden Heike Steffen nicht unterschreiben: „Seit ca. zwei Monaten werden wir extrem durch die Großbaustelle belästigt.“ Sie berichtet von starker Geruchsbelästigung durch dieselbetriebene Stromerzeuger und Lärm durch Pressluft-Kompressoren - zunächst sogar im 24-Stunden-Betrieb.
Das immerhin wurde geändert. „Im Sinne eines Interessenausgleichs“ zwischen Anwohnern und ausführender Firma gab die Untere Immissionsschutzbehörde der Stadt Mitte August bekannt, gearbeitet werde nur noch von 7 bis 20 Uhr, sonntags allerdings auch.
Die Verbesserung war nicht durchgängig spürbar, beklagen Anwohner. Berichtet wird mal von Nachtarbeit bis 01.30 Uhr, mal von lautem Dröhnen die Nacht hindurch als Folge einer defekten Pumpe. Heike Steffen ist inzwischen bei den Stadtwerken vorstellig geworden zwecks Kostenübernahme für Hotelübernachtungen. Das aber wird ausdrücklich abgelehnt.
Dirk Pomplun äußert Verständnis für die Anwohner, gibt aber zu bedenken, dass man ihnen bereits entgegengekommen sei und Arbeitszeiten reduziert habe: „Baumaschinen wurden optimiert, aber noch weiter können wir nicht gehen, sonst können die Maschinen nicht arbeiten.“

Alle profitieren?

Wie auch schon die städtische Behörde in ihrem Schreiben an die Anwohner erläutert, müssen bestimmte Geräte ganztägig im Einsatz sein, etwa um den Wasserspiegel konstant zu halten. Auch bemühe man sich, so wiederum Dirk Pomplun, die Arbeiten so rasch wie möglich zu beenden. Bis maximal Jahresende, das sei für 600 Meter bei einem Kanaldurchmesser von 1,6 Metern eine beachtliche Leistung. Und letztlich würden alle davon profitieren, dass das Abwasser unter der Erde verschwinde.

Text: Sabine Pfeffer

Heike Steffen, Bewohnerin des Hauses am Bolsterbaum 93, leidet unter der Lärm- und Geruchsbelästigung durch die Kanalarbeiten, denen die Anwohner sieben Tage in der Woche von morgens bis spät nachts ausgesetzt sind. Foto: Gohl
Auf dieser Baustelle am Bolsterbaum in Katernberg wird der unterirdische Vortrieb für den Kanal durchgeführt. Foto: Pfeffer
Autor:

Lokalkompass Essen-Nord aus Essen-Nord

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen