Essenerin macht Freiwilligenjahr in Nicaragua - Spenden möglich

Julia Bransky wird bald Freiwilligendienst in Nicaragua leisten. Foto: Debus-Gohl
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Der Flug ist gebucht, aber für Koffer packen, Sonnenmilch kaufen und Reiseführer lesen hat Julia Baransky aus Essen noch längst keine Zeit. Stattdessen verbringt die Karnaperin ihre letzten Tage in Deutschland in der Universitätsbibliothek, schreibt eifrig an ihrem Bachelor in Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaften. Am 21. August geht es dann von der Theorie direkt in die Praxis: in Nicaragua.

"Interkulturelle Sensibilität in freiwilligen Diensten" lautet das Thema, über dem Julia aktuell brütet. Was die 24-Jährige da zu Papier bringt, wird sie unter anderem in Kürze selbst erfahren.

Sie hat sich für ein Freiwilligenjahr im Ausland entschieden, wird sich für die Organisation "Asociación Octupan" für Projekte im Bereich der Umweltbildung einsetzen, speziell Frauen in den ländlichen Gebieten über ihre Rechte aufklären und partizipative Umweltbildungsmaßnahmen durchführen. Organisiert wird das über das weltwärts-Programm des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit dem Welthaus Bielefeld. Ihr Einsatzort ist Condega, eine ländliche Gemeinde im Nordwesten des mittelamerikanischen Staates mit rund 30.000 Einwohnern.
Viel mehr weiß die Essenerin über ihr großes Abenteuer bislang noch nicht. "Wir hatten zwar Vorbereitungsseminare", erklärt Julia, dort sei es aber schwerpunktmäßig um den Freiwilligendienst generell gegangen, natürlich habe man auch etwas Landeskunde gehabt. Dennoch: Erst, wenn die insgesamt 17-köpfige Gruppe aus Deutschland Mitte August in Nicaragua ankommt, wird sie genau erfahren, wer in den kommenden Monaten ihre Gastfamilie sein wird, welche Aufgaben sie konkret übernehmen und welche Besonderheiten in der noch fremden Umgebung sonst noch zu meistern sind.
Ängstlich sei Julia deshalb überhaupt nicht, "und ich habe auch keine Vorurteile". Auf Themen wie Armut und Kriminalität werde sie zwar des Öfteren angesprochen, "aber Nicaragua ist ein sicheres Herkunftsland", anders als etwa die politisch kritischen Nachbarländer. Natürlich müsse man sich etwas anpassen und nicht unbedingt mit dem teuersten Mobiltelefon durch die Straßen laufen.

Mehr Gedanken macht sich Julia stattdessen darum, was sie dem Land und den Leuten zu geben hat. "Gerade anfänglich werde ich vor allem aufgrund der Sprachbarriere viel Unterstützung brauchen", weiß sie. Spanisch lernt sie bereits an der Technischen Universität, die sie in Dortmund besucht, aber das seien bisher nur Grundbausteine. "Im besten Fall findet nach der Eingewöhnungszeit ein wechselseitiges Lernen statt", erhofft sie sich von ihrer Unternehmung einen gelungenen kulturellen Austausch.

Für Julias Familie und Freunde ist ihre Reise nichts Ungewöhnliches mehr. Schon mit sechs Jahren begann sie im Essener Norden, beim heutigen Sport Treff Helene, mit Taekwondo (später Taekwondo Lüdenscheid, auch RSC Essen-Rüttenscheid). Ihre Einsätze für die Deutsche Nationalmannschaft führten die Athletin unter anderem 2009 nach Korea und 2010 nach Mexiko (WM und Jugend-Olympia-Qualifikation). "Diese Erfahrungen prägen mich bis heute", schwärmt Julia. Später verbrachte sie zudem ein Auslandssemester in Australien, währenddessen sie vier Monate studierte und weitere sechs Monate in "Down Under" umher reiste und in verschiedenen Bereichen jobbte. Ihr Traum vom Leben und Arbeiten in der ganzen Welt war geboren. Road Trips, Couch-Surfing & Co. - Julia hat in ihren jungen Jahren schon fast alles ausprobiert. Wohin es sie einmal langfristig verschlagen wird, weiß sie momentan noch nicht. "Aber es wird beruflich bestimmt in die Bereiche Organisations- und Projektarbeit oder Tourismus gehen" ist sich die Essenerin, die zeitweise auch mal mit dem Journalismus geliebäugelt hat, fast sicher.

Ganz bestimmt aber wird auch der Umweltschutz für ihren weiteren Weg immer eine große Rolle spielen. "Ich glaube, dieses Bewusstsein bringen solche Reisen einfach automatisch mit sich", vermutet Julia, "man entwickelt ein Verantwortungsgefühl, wenn man die Auswirkungen des Klimawandels auch selber sieht". Schon immer habe sie auf ihren Lebensstil geachtet, ernähre sich vegetarisch, oft sogar vegan, nutze öffentliche Verkehrsmittel. Auch diesbezüglich erwartet sich Julia in Nicaragua spannende Erfahrungen. "Nicaragua ist beispielsweise nicht im internationalen Klimaabkommen von Paris dabei", erklärt sie. "Aber nicht, weil sie es nicht gut heißen, sondern weil sie glauben, die meisten Ziele längst erreicht zu haben. Es geht ihnen nicht weit genug."

Das könnte auch glatt Julias Motto sein: Es geht ihr einfach nie weit genug. Was sie in den kommenden Monaten in Mittelamerika erlebt - und wie es dann für sie weiter geht, davon wird sie fortlaufend berichten. Nachzulesen gibt es ihre Berichte unter https://www.betterplace.org/de/projects/55374.

SPENDEN:

- Der Freiwilligendienst wird zu einem großen Teil (75 Prozent) durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert.

- Der Rest (25 Prozent) soll mit Hilfe eines Förderkreises der Freiwilligen finanziert werden. Ein Betrag von 2.580 bis 2.760 Euro sollte so zusammenkommen.

- Wer Julia unterstützen möchte, kann dies per Spende unter https://www.betterplace.org/de/projects/55374. Für Spenden über 100 Euro werden auch Spendenquittungen ausgestellt.

Julia Bransky wird bald Freiwilligendienst in Nicaragua leisten. Foto: Debus-Gohl
Jahrelang war Julia im Taekwondo aktiv - als Athletin und später auch Trainerin. ^Foto: Taekwondo Lüdenscheid
Autor:

Sara Drees aus Dortmund

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