Kinderschutzbund sieht immer mehr Schutzräume im Bestand bedroht und fordert:
Mehr Respekt und Rücksicht gegenüber Kindern!

Kinder wünschen sich mehr Respekt und Rücksicht auf ihren Spielplätzen. Über 53.000 Kinder im Alter bis zu neun Jahren leben in Essen. Demgegenüber stehen rund 420 städtische Spielplätze, auf denen diese Kinder toben und spielen können. Denn für Kinder in einer Großstadt sind Spielplätze die einzig sicheren Schutzräume für Spiel und Bewegung. Doch immer häufiger sind diese Flächen durch Fremdnutzung und Vandalismus für Kinder nicht mehr zum Spielen geeignet. Dreck und Unrat, Gefährdung durch Glassplitter und Spritzen sowie die Verschmutzung durch Hundekot zählen häufig zum Alltag. „Wir betrachten eine zunehmende Verrohung in der Gesellschaft, die auch in einer zunehmenden Rücksichtslosigkeit gegenüber Kindern ihren Ausdruck findet“, so der Essener Kinderschutzvorsitzender Prof. Dr. Ulrich Spie. Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner auf Spielplätzen ausführen seien oftmals ebenso uneinsichtig wie Erwachsene, die auf Grünflächen grillen und ihren Müll nicht mitnehmen. Nicht selten werden dann auch die ehrenamtlichen Spielplatzpaten zur Zielscheibe für Respektlosigkeiten, wenn sie Erwachsene auf Fehlverhalten, Fremdnutzung und Verschmutzung hinweisen. „Je stärker die Respekt- und Rücksichtlosigkeit in unserer Gesellschaft um sich greifen, umso stärker sind auch die Schutzräume für Kinder gefährdet“, so der Vorsitzende Spie. Doch gerade auf Spielplätzen lernen Kinder auch im gemeinsamen Spiel frühzeitig das Einmaleins des Miteinanders, das von Respekt und Rücksicht geprägt sein sollte. Spielplätze sind als niedrigschwelliges Bewegungsangebot für die Entwicklung einer altersgerechten Motorik von Kindern gerade in einer Großstadt unverzichtbar. Denn Kinder bewegen sich im Alltag immer weniger, so die Ergebnisse der MoMo-Studie, die im Frühjahr diesen Jahres veröffentlicht wurde. Die von dem Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene Studie belegt auch: Rund 80 Prozent der Kinder bewegen sich im Alltag zu wenig. Bewegungsmangel und eine nicht altersgerechte Entwicklung sind nicht ohne Folgen und spiegeln sich auch den Ergebnissen der Schuleingangsuntersuchungen Essener Kinder wider: 14 Prozent aller Schulanfänger haben zu ihrem Schulstart diagnostizierte motorische Verzögerungen und Auffälligkeiten, stadtweit ist rund jedes fünfte Kind bereits beim Schulbeginn übergewichtig. „Kinder brauchen aber nicht nur Spielplätze und Schutzräume“, so Spie, „sondern vor allem auch Erwachsene, die das Miteinander in der Gesellschaft durch Respekt, Rücksichtnahme und der Übernahme von Verantwortung prägen und vorleben.“

Autor:

Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Essen e.V. aus Essen-Nord

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