„Ob Baby, Leber, Niere, Herz, kein Krankenhaus, das ist ein Scherz“
Närrischer Protestkorso

Närrischer Protestkorso im Essener Norden.
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  • Närrischer Protestkorso im Essener Norden.
  • Foto: Norbert Janz
  • hochgeladen von Nina van Bevern

Der Norden bangt um seine Gesundheitsversorgung. Im Ernstfall ist der Weg zum nächsten Krankenhaus weit. Sehr weit. Fast alle Krankenhäuser der Ruhrmetrople liegen südlich der A 40. "Das ist nicht hinnehmbar", finden die Menschen vor Ort. Mit einem närrischen Protestkorso haben sie am Samstag auf sich und ihre Situation aufmerksam gemacht.

Dem Aufruf der Initiative "Entscheid Krankenhaus" zum Protest gegen den "Kahlschlag des Gesundheitswesens im Norden" sind viele Essener gefolgt - trotz eisiger Temperaturen. Die Polizei musste den Protestkorso nach 30 Fahrzeugen schließen, der Andrang am Startpunkt vor dem St. Vincent Hospital war einfach zu groß.
Mit erstem Zwischenstopp am Katernberger Markt und zweitem Halt an der Stauderstraße zur Verleihung des Ordens „Wider der Vernunft“ an Thomas Stauder ging es weiter zum Altenessener Markt. Hier gab es eine Ansprache des Dreigestirns aus Jutta Markowski, Hans Peter Leymann-Kurtz und Petra Bäumler-Schlackmann.

Positives Fazit der Organisatoren

Das Fazit der Organisatoren fällt durchweg positiv aus. Dazu Jutta Markowski:
"Die Beteiligung an unserem Korso war trotz der Kälte größer als erwartet. Wir haben für unseren Protestkorso viel Applaus von den Menschen am Straßenrand bekommen. Die Forderung nach einer Versorgung mit wohnortnahen Krankenhäusern erfährt weiter breite Unterstützung. Die Empörung über die Schließungen ist nicht verebbt. Dass die Stadt weiterhin unser Bürgerbegehren behindert, ist ein Skandal. Unter den Teilnehmern war die Bereitschaft, unsere Klage mit einer Spende zu stützen, erfreulich groß! In den nächsten Wochen werden wir weitere Spenden sammeln, dann hoffentlich bei Plusgraden."

Wut der Bürger richtet sich gegen OB Kufen, Bischof Overbeck und Thomas Stauder

Im Zentrum der Kritik und auf den Motivwagen standen drei Personen, gegen die sich die Wut der Bürger im Norden am meisten richtet: Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, Brauereibesitzer Thomas Stauder und Oberbürgermeister Thomas Kufen. Der Bischof steht dabei stellvertretend für die katholische Contilia-Gruppe, die die Krankenhäuser St. Vincent und Marienhospital aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen hat. Thomas Stauder soll als Mitglied des Aufsichtsrats der Contilia-Gruppe zweimal für diese Schließungen gestimmt haben und Oberbürgermeister Thomas Kufen soll das Bürgerbegehren für eine öffentliche Klinik im Norden der Stadt seit Monaten blockieren. Unter dem Motto "Wir halten den Norden zum Narren" wurden sie als "die drei Coronas" an den symbolischen Pranger gestellt. 

Klartext-Kommentar von Detlef Leweux

Spahn soll kommen!

Ja, so ist das manchmal. Jens Spahn finden Sie morgen gleich zweimal auf unserer Titelseite. Zum einen mit einer sehr bürgernahen Aktion, wobei er Antworten zur Corona-Lage geben möchte, zum anderen im Visier der Menschen, die am vergangenen Wochenende gegen die Krankenhaus-Schließungen im Essener Norden demonstriert haben.
Wie kann die Politik gegensteuern, wenn sich ein privates Unternehmen zur Aufgabe von Gesundheitsstandorten entschließt? Kann die Stadt hier nicht die Lücke schließen und wie können Land und Bund dabei helfen? Das wären interessante Fragen, die man dem Bundesgesundheitsminister vor Ort in Essen stellen könnte.
Spahn (CDU), Armin Laschet (CDU) und Thomas Kufen (CDU) - da könnte unser OB doch einmal "netzwerken".
Jutta Eckenbach (Ex-CDU-Bundestagsabgeordnete) ist das auch gelungen. Mitten in der Flüchtlings-"Krise" holte sie damals gleich zweimal Bundesinnenminister Thomas de Maizière zu Diskussionsrunden nach Essen.

Autor:

Nina van Bevern aus Essen-Werden

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