Die Besucher

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Da sitzen die Tauben
Des Abends lasse ich den Tag draussen auf meiner Dachterrasse
auslaufen. Abends und des nachts atmet die Natur anders, Geräusche
verschmelzen, das Froschkonzert mit dem Gurren der Tauben.
Vor Pfingsten gurren sie besonders eifrig , muß Balzverhalten sein.
Ich sitze da und kühle meine " Wunden ".

Der erste Besuch war ja noch nicht so schmerzhaft aber eklig.
Eine dicke fette Fliege wollte unbedingt bei mir einziehen.
Ohne mein Einverständnis - hab ihr ja noch ganz friedlich
die offene Tür gezeigt. " Raus, raus geh draußen " Nix
Fliegenklatsche mußte her und Peng nicht getroffen. Da
fiel mir der Film von einem Verrückten ein, der ein Experiment
machte in einer Kabine uns schloß aus Versehen eine Fliege
mit ein. Resultat : Er entwickelt sich zur Fliege. Diesen Gedanken
mußte ich erst los werden, in dieser lästigen Fliege könnte
ja auch ein Verrückter drin sein. Da wüßte ich so viele, Ihr auch ?

Schaudernd wandte ich mich ab. Ich griff zu meiner weichen
bunten kuscheligen Decke, um mein müdes Haupt darauf
zu betten. Da " Aua " ein richtig schmerzhafter Stich in
meinen linken Ringfinger. Dann sah ich das Biest
auch noch
wegfliegen. Man sollte ich auf Wespen- oder Bienenstiche
vorbereiten. Ich nicht, hatte aber eine dicke rote Gemüse-
zwiebel, Finger rein, Schmerz raus. Ich schwöre darauf!!

Nein, draußen ist es schöner, wieder auf meinen Gartenstuhl
zurück. Der war besetzt von einem dicken schwarzen Käfer.
Da meine Nerven mittlerweile leicht lädiert waren, geriet
ich in Gewissenskonflikt.
Der Kafka hat doch die Erzählung " Die Verwandlung " geschrieben.
Ein Mann wacht es morgens auf und fühlt sich wie ein Käfer,
der auf dem Rücken liegt und versucht aufzustehen.
Langsam aber sicher verwandelt er sich ganz in einen Käfer
zum Entsetzen seiner Familie. Eine Geschichte symbolträchtig,
gesellschaftskritisch. Muß mich ja sehr beeindruckt haben,
daß ich Jahre später Probleme habe, einen Käfer von meinen
Stuhl zu befördern.

Unangemessen auf meinem Stuhl zu sitzen, dazu gehört schon
ne Menge Selbstbewußtsein. Ich schub ihn einfach weg, egal
wer jetzt dadrin steckt. Fang an zu grübeln über meine Gäste.
Ach lieber höre ich dem Gurren der Tauben und Quaken der
Frösche zu, die machen wir wengistens nicht meinen Platz
streitig.
Ein Mückenstich war vorprogrammiert.
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10 Kommentare
40.931
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 30.05.2017 | 12:50  
25.779
Helmut Zabel aus Herne | 30.05.2017 | 14:38  
12.632
Bernfried Obst aus Herne | 30.05.2017 | 14:44  
4.774
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 30.05.2017 | 17:01  
40.931
Gudrun Wirbitzky aus Bochum | 30.05.2017 | 18:00  
25.779
Helmut Zabel aus Herne | 30.05.2017 | 18:18  
4.774
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 30.05.2017 | 19:59  
4.774
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 30.05.2017 | 19:59  
10.800
Ingrid Schattberg aus Essen-West | 07.06.2017 | 16:02  
4.774
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 07.06.2017 | 17:37  
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