"Essen.Integrative.Arbeit" - Michael Gardyan arbeitet bei Luttermann

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Nur mit einer Lupe ausgestattet kann Michael Gardyan seinen Arbeitsalltag bewältigen. Sein Chef Karsten Werner ist beeindruckt.
Essen: Luttermann |

"Ich habe mich gut angestellt", berichtet Michael Gardyan ganz selbstbewusst über sein Praktikum bei Luttermann, dem schließlich eine Übernahme in Festanstellung in die Werkstätten der Orthopädietechnik auf dem M1-Gelände im Essener Nord-Westen folgte. Der gelernte Bürokaufmann ist mit einer Sehfähigkeit von nur 10 Prozent schwerbehindert und war zuvor fast sechs Jahre arbeitslos. Das Projekt "Essen.Inklusive.Arbeit" ermöglichte ihm den Wiedereinstieg.

Über das Franz Sales Haus gelangte er zum Projekt, das wichtige Weichen für ihn stellte. Während des Praktikums erkannten dann beide Seiten, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, dass sie gut zusammen passen. Michael Gardyan fühlte sich sofort gut ins Team integriert.
Obwohl er auf dem linken Auge komplett blind ist und sein rechtes Auge nur noch zehn Prozent erkennen kann, kommt der Bürokaufmann gut mit seiner Arbeitsumgebung und dem Computer mit 24-Zoll-Bildschirm zurecht. Lediglich eine Lupe braucht er, um optimal arbeiten zu können. "Bei der Tastatur braucht man ja auch nicht hinzugucken", lacht er, "hier weiß man schließlich, wo die Buchstaben liegen!"
Zuständig ist er bei Luttermann für den Bereich Wareneinkauf, -eingang und -verteilung.
"Das Franz Sales Haus hat mir damals im Rahmen des Projektes 'Essen.Integrative.Arbeit' konkrete Unterstützung bei der Bewerbung geleistet", erinnert sich Michael Gardyan.
Das Projekt des JobCenters Essen in Kooperation mit dem Franz Sales Haus und der Agentur für Arbeit steht seit 2015 im Zeichen der Vermittlung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen mit Behinderung. Aktuell gibt es dazu in diesem Monat eine Kommunikationskampagne, die die Aufklärung von potentiellen Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen unterstützen soll. Motive und Videos dieser Kampagne, die auch Michael Gardyan vorstellt, finden sich auf: www.esseninklusivearbeit.ruhr.

"Kein Unterschied zu den anderen,
die hier arbeiten"

Ihm macht sein Job nun bereits seit eineinhalb Jahren großen Spaß und auch sein Chef Karsten Werner, Abteilungsleiter für Kinderreha und Sonderbau bei Luttermann, Zur Schmiede 6, ist sehr zufrieden. "Wir haben bereits geh-eingeschränkte Menschen im Team und wir haben auch schon mit psychisch kranken Menschen zusammengearbeitet. Die starke Seheinschränkung war für uns zwar Neuland, aber da wir auch unsererseits von Menschen mit Einschränkungen leben und diese zu unseren Kunden zählen, ist es ganz selbstverständlich, dass wir uns dem nicht verschließen!"
Zuverlässigkeit, Regelmäßigkeit und Pünktlichkeit sind Dinge, auf die es nicht nur bei Luttermann ankommt. Diese Eigenschaften brachte Michael Gardyan mit und fühlt sich seither mehr als wohl in seinem Job.
"Ich sehe bei ihm keinen Unterschied zu den anderen, die hier arbeiten", betont Karsten Werner: "Ich glaube, es macht ihm wirklich Spaß - und wir brauchen hier zuverlässige Leute! Natürlich muss man sich zu Anfang kümmern - aber es lohnt sich!"


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