Good morning, Miss Johnston!

Claire Johnston „at work“ im Englisch-Unterricht der Klasse 4b.
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  • Claire Johnston „at work“ im Englisch-Unterricht der Klasse 4b.
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Do you speak english?Of course! Die Mädchen und Jungen der Klasse 4b der Josefschule sind beinahe alte Hasen, was den Umgang mit der Weltsprache angeht. Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird an der KupferdreherGrundschule, wie in allen Grundschulen NRWs, das Fach Englisch ab der ersten Klasse gelehrt und die Kids von der „Jole“ haben folglich schon einiges drauf. Umso mehr freut sich das Schulkollegium, dass momentan ein echter „native speaker“, ein Muttersprachler also, den Englisch-Unterricht an der Byfanger Straße bereichert.

Claire Johnston (20) aus London ist seit Ende September als Sprachassistentin an der Josefschule tätig und folgt damit jungen Studenten aus Italien, Russland, der Ukraine und Finnland, die allesamt über das Erasmus-Programm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und das Programm „Europa macht Schule“ an die Josefschule gekommen sind. Letzteres setzt Studenten aus ganz Europa als „Mini-Botschafter“ ihrer Heimat in einem Gastland ein.
Die Josefschule hat durchweg positive Erfahrungen mit ihren europäischen Sprachassistenten gemacht. Dass die Kids sich mit dem Gast auch in dessen Muttersprache unterhalten können, ist in Kupferdreh aber ein Novum. „Die Kinder sind schon ziemlich gut im Englischen“, attestiert die 20-Jährige, die in Sheffield Deutsch und Polnisch auf Lehramt studiert, den „Jole“-Kids. Sie selbst lernt seit noch gar nicht allzu langer Zeit Deutsch, spricht es dafür aber schon sehr gut.
„Deutsch habe ich schon an der Schule gehabt, leider nur ein Jahr lang“, berichtet Claire Johnston. Sprachen allgemein haben der jungen Britin „schon immer gefallen“ und die deutsche im Besonderen. Die Wahl des Studienfachs fiel ihr also nicht schwer. Und Claire liebt die Herausforderung: Als zweites Fach belegte sie Polnisch. „Eine polnische Freundin sagte mir, die polnische Sprache sei zu schwierig, da habe ich mir gedacht, vielleicht kann ich es doch! Tatsächlich ist es viel schwieriger als Deutsch“, resümiert sie, freilich ohne zu resignieren.
Haupt-Einsatzort von Miss Johnston ist - natürlich - der Englisch-Unterricht an der Josefschule, wo sie die Arbeit der Lehrer ergänzt und unterstützt. Bei den Kindern ist sie so beliebt, dass sie darüber hinaus gleich drei AGs in der Woche anbietet. Hier bereitet sie zusammen mit Schülern des dritten und vierten Jahrgangs Inhalte aus dem Englisch-Unterricht nach oder behandelt eigene Themen. „Letzte Woche haben wir einen Text über Affen gelesen, das war schön“, berichet Sarah aus der 4b. „Ich habe die Kinder gefragt, was sie gerne machen möchten. Lernen muss ja auch immer ein bisschen Spaß machen. Also haben wir über Tiere gesprochen, ein Thema, das den Schülern wirklich gefällt“, erklärt die Sprachassistentin.
Der Kontakt mit der Muttersprachlerin bringt die Grundschüler weiter. Trotz guter Englischkenntnisse seien viele wohl ein wenig schüchtern, so Claire, in der fremden Sprache zu sprechen. „Sie sorgen sich, dass sie Fehler machen. Da sage ich immer: ‚Ich mache doch auch ständig Fehler‘. Ich denke, es ist der beste Weg, eine Sprache zu lernen, indem man sie spricht. Daher hilft es mir auch sehr, hier zu sein.“
So profitieren Grundschüler und Sprachassistentin gegenseitig voneinander. Das freut auch Englisch-Lehrerin Dorothe Noll: „Durch den Kontakt mit der Sprachassistentin wird die Hemmschwelle bei den Kindern abgebaut, mit einem ‚native speaker‘ zu sprechen.“
Die junge Britin ist zum ersten Mal in Deutschland. Was ihr gleich auffiel ist, „dass die Schule hier so früh beginnt“.
„In England ist gewöhnlich um 15 Uhr Schluss, hier meist schon um 13 Uhr. Englische Grundschüler haben in der Regel eine Stunde Pause und fangen morgens auch später an. Die Anzahl der Stunden scheint also gleich zu sein, wobei ich die deutsche Regelung besser finde, denn da haben die Kinder mehr Zeit am Nachmittag.“ Begeistert hat die Gaststudentin, dass es hier mehr Ausflüge und „schöne Aktivitäten“ an der Grundschule gibt. „Z.B. das Martinsfest: Da haben alle Klassen die Zimmer schön geschmückt. Wir haben das so in England nicht, zumindest gab es das in meiner Grundschulzeit nicht.“
In der neuen Umgebung umgeschaut hat sich Claire natürlich auch schon. Hat Köln und Düsseldorf besucht sowie das Ruhr Museum und war begeistert von der Expressionisten-Ausstellung im neuen Folkwang Museum („meine Lieblingskunstform!“). Vom Essener Weihnachtsmarkt war Claire beeindruckt: „In Sheffield gibt es auch einen Weihnachtsmarkt, aber der ist nicht so groß und schön wie hier. Das hat mir den ‚Geist der Weihnacht‘ gegeben“, scherzt sie. Auch der Nahraum gefällt der 20-Jährigen: „Ich finde die Gegend hier sehr schön. Ich wohne nur fünf Minuten vom Baldeysee entfernt, das ist toll!“ Zum Weihnachtsfest wird Claire allerdings in ihre Heimat London fliegen. „Weihnachten ist ein sehr familienorientiertes Fest. Ich würde mich komisch fühlen, an Weihnachten nicht zuhause zu sein.“
Anfang des Jahres kommt die „Mini-Botschafterin“ noch einmal zurück an die Josefschule und bleibt dort noch bis Ende Januar. Im Februar geht es für Claire dann schon weiter nach Polen, wo neue Grundschulkinder sicher schon ganz gespannt auf ihre Botschafterin aus London warten!

Autor:

Melanie Stan aus Essen-Ruhr

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