Kritik: Fernsehen und Film- Einmal schlecht, einmal gut

1. Schlecht
The Wilds - TV Serie, 10 Episoden (Amazon)

8 junge Frauen landen nach einem Flugzeugabsturz auf einer unbewohnten Insel vor der Küste Perus. Ihre Backstories werden lang ausgestreckt gezeigt, sie sind leider sinnentleert und grenzen an Langeweile.
Es soll ein soziales, von versteckter Kamera begleitetes Experiment sein, dessen Sinn und Zweck vollkommen unklar bleibt.
Dunkel erahnen lässt sich der Wunsch nach einem Matriachat, die Leiterin des Experiment spricht von "Gynotopia".
(Beispiel: https://athenaeum.libs.uga.edu/handle/10724/22697)

Es wird viel geschrien in der Serie, offenbar hat die Schöpferin Sarah Streicher einen Schrei Fetisch.

Und natürlich finden wir lesbische Beziehungen, die heutzutage offenbar in TV Serien und Filmen ein Muss sind, aber mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben.

Und, Gott hilf uns allen, es soll eine zweite Staffel dieses männerverachtenden Elaborats geben.

2. Gut
Soul (2020), USA, Disney+

In diesem Trickfilm aus dem Hause Pixar hat der schwarze Musiker Joe Gardner einen Unfall, stirbt dabei, landet im Vorhimmel (the great before), einer Art Limbo.
Der Film ist keineswegs für Kinder gemacht, sondern für Erwachsene.
Denn was  soll ein Kind mit einem Satz anfangen wie:
"I am the coming together of all quantized fields of the universe appearing in a form your feeble human brain can comprehend."
Auf deutsch: Ich bin die Summe aller quantisierten Felder des Universums, die in einer Form erscheinen, die Ihr schwaches menschliches Gehirn verstehen kann.

Mir hat noch kein Kind Quantentheorie erklären können.

Die philosophischen Fragen, die manche Journalisten (Spiegel, Stern) in den Film hinein interpretieren, werden objektiv nicht gestellt, geschweige denn beantwortet, allenfalls gestreift: Was ist der Zweck unseres Daseins? Jede Minute davon zu genießen.

Der Protagonist agiert mal im Vorhimmel, mal auf der Erde, mal als er selbst, mal als dicke Katze.

Der Film wird leider überbewertet und über den grünen Klee gelobt worden, aber er ist insgesamt ein sehenswerter Zeichentrickfilm in Pixar Qualität.

Autor:

Ulrich Jean Marré, M.A. aus Essen-Ruhr

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