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SO GANZ GUT... fühlte sie sich NICHT!

...sie ging diesen Weg...
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TEIL II zu

„So ganz gut" 

vom 1. November: Aus ihrer Sicht…

...hier der ERSTE Teil...

Erzählung… einfach soooo

Verdammt.
Ausgerechnet heute hatte sie länger arbeiten müssen.
Als sie endlich in ihrem Bad vor dem Spiegel stand, nachdem sie sich kurz abgebraust hatte, atmete sie endlich einmal durch. Die vor ungefähr einer Stunde eingeworfene Kopfschmerztablette schien langsam Wirkung zu zeigen. Nach dem Eyeliner greifend, bemerkte sie dann aber, dass sie zitterte. Ihre Hand zitterte. Ganz wenig.
Durchatmen, einfach ganz ruhig weiter, und auch durchatmen. Nur ein wenig aufgeregt, war sie.
Natürlich verpasste sie die erste Bahn. Gut, dass so früh am Abend die meisten Bahnen noch früh genug und oft genug fuhren.
Ihr Rad wollte sie ausnahmsweise mal´ nicht nehmen, jetzt, bei Dunkelheit und Witterung. Und, wer weiß, wie dieser Tag noch weiter gehen sollte, und dann stünde sie da, mit dem Rad, wie ein Klotz am Bein. Dennoch würde es nun mit der nächsten Bahn arg knapp werden, zumal diese doch tatsächlich einige Minuten später eintrudelte, als geplant.
Das fing ja alles schon gut an, und ganz so gut fühlte sie sich sowieso nicht. Langsam nagten die Zweifel, ob all´ das nun richtig sei und ob sie hätte nicht gleich besser absagen sollen.

Viel zu spät trat sie in der Innenstadt aus diesem quietschenden Etwas und war einige Minuten verunsichert. Wo genau wollten sie sich treffen? Davor, oder bereits im Foyer, oder… sie benötigte einige Sekunden sich zu sammeln, bevor sie rasch den Fußweg antrat.
Nervosität, die in ihr hoch stieg, lähmte sie ein klein wenig. Sollte sie etwa unsicher sein, Angst haben?!? Wovor denn bloß?
Auch, als sie endlich ihr Zielobjekt, dieses riesig große Gebäude neben dem alten Gebrauchtwagen-Händler und dem dahinter liegenden Parkplatz erblickte, wurde sie nicht ruhiger.
Immer noch getrieben und gehetzt vom Alltag, den immer noch leichten Kopfschmerzen und der Unruhe, vielleicht zu spät zum date zu kommen, lief sie jetzt schneller.
Fast wäre sie gestolpert, was sie noch unsicherer machte.

Die Ampel schaltete gerade auf ROT um, als sie noch rasch hinüber huschte und nun fast am Kino-Komplex angelangt war.
Ein Blick auf ihre Armbanduhr aber verriet ihr, dass sie definitiv einige Minuten zu spät dran war. Viel zu spät. Vor dem Gebäude standen auch kaum noch Menschen; ihn erblickte sie darunter auch nicht.
Der Film hatte sicher längst begonnen, vielleicht war er bereits hinein gegangen. Das aber war nicht verabredet gewesen, wie sie sich nun erinnerte.
Sie stieg die wenigen Stufen zum Eingang hinauf und war immer noch mächtig nervös. Sie hätte doch lieber absagen sollen, als sie nachmittags bemerkte, dass es alles einfach viel zu knapp und zu stressig werden würde.

Doch wie sollte sie ihn erreichen? Handy-Rufnummern, auch die Festnetz-Nummern hatten sie dieser Tage nicht ausgetauscht. Wie dumm von ihr.
Als sie durch die Eingangstüre zum hiesigen Kino trat wurde ihr fast übel. Sie war so verflixt aufgeregt. Hektisch schaute sie sich um. Es waren hier noch immer genug Leute zu erkennen. Doch das Gesicht, welches sie hoffte zu erkennen, sah sie nicht.
Hatte er vielleicht doch schon die Tickets gelöst und ist hinein, in den Kinosaal? Ist er sogleich wieder gegangen, als er bemerkte, sie würde zu spät erscheinen? Oder einfach gar nicht kommen?
Ist er eventuell selbst gar nicht erst hier aufgekreuzt?

Diese Gedanken ließen sie nicht los. Erneut schaute sie sich um, in diesem viel zu groß wirkenden Foyer. Ihr Atem ging unregelmäßig, viel zu schnell. Vielleicht war sie einfach zu gestresst, vielleicht einfach noch einmal ganz in Ruhe schauen. Nichts. Nirgends konnte sie ihn erblicken.
Langsam machte sich noch ein anderes Gefühl in ihr breit, ganz neben dieser Unruhe, und Nervosität.
Enttäuschung.
Vielleicht war er ja pünktlich hier gewesen, doch bei ihrem Nicht-Erscheinen einfach rasch wieder gegangen? Oder hatte er kalte Füße bekommen, wie man so schön sagt. Es brachte nichts, weiter darüber nach zu denken. An der Kasse fragen würde sicher auch nichts nützen.
Er war nicht hier, nicht mehr hier, oder nie hier gewesen, um sie zu treffen.
Sie ließ den Kopf sinken, und bewegte sich in Richtung Ausgang. Die Enttäuschung wurde größer, aber eher, war es fast Wut, natürlich gegen sich selbst! Sie hätte es wissen müssen, dass es einfach zu knapp wird und hätte es von vorn herein anders planen sollen.

Warum hatten sie nur die Rufnummern nicht ausgetauscht?!
Draußen, an der frischen Luft, bemühte sie sich, Haltung zu bewahren. Tief durchatmen. So schlimm war es doch nicht, beziehungsweise, wenn, war sie daran schließlich selbst mit schuldig.

Ihr Blick richtete sich kurz gen´ Parkplatz Sie beobachtete so vage und unbeteiligt aus den Augenwinkeln, wie jemand gerade in seinen Wagen gestiegen war, aber nicht gleich los fuhr.
Es hatte so ganz sacht angefangen, zu regnen.

So ganz so gut, fühlte sie sich noch immer nicht.
Gedankenverloren und langsam stieg sie die Treppenstufen hinab.

Nun, hatte sie ja Zeit.

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Einfach so-Erzählungen
Text/Text-Idee und Fotos: AAT 2019
eventuell ... to be continued

den ersten Teil
...findet Ihr hier:

... TEIL III ist seit dem 03.12.19 online
LOOK HERE !!! :-)

Autor:

ANA´ stasia Tell aus Essen

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