Klimagarten der ökologischen Vielfalt Sonderpreis der UN
Kleingärtnerverein Essen-Kray e.V. erhält UN Dekade Sonderpreis

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Tolle Nachrichten vom Kleingärtnerverein Essen-Kray e.V.

Der Verein erhält für ein weiteres sozial ökologisches Projekt, den Klimagarten der ökologischen Vielfalt, am 8.November 2019, denSonderpreis ökologische Vielfalt der UN Dekade "ökologische Vielfalt".

Überreicht wird der Preis von Gerd Hampel, Bezirksbürgermeister Kray - Steele.

Hier möchte der Verein zeigen, dass man mit einfachen Mitteln, auch auf kleinen Flächen ein ökologisches und dazu noch toll aussehendes Paradies schaffen kann. Hier werden alte Obstsorten, eine Wildblumenwiese, sowie ökologisch wertvolle Pflanzen gezeigt. Dazu wird ein Totholzhaufen, eine Trockenmauer, wie auch Insektennistmöglichkeiten angelegt.
Ein Bienenstock ist ebenfalls für das nächste Jahr in Planung.

Diese Parzelle soll unseren Mitgliedern, wie auch allen interessierten Menschen im Umfeld, eine Anregung sein. Gern begrüßen wir jeden der einfach mit anpacken möchte, oder sich einfach nur informiert.

Der Klimawandel ist bereits da, darüber gibt es keine Diskussion und wir merken es bereits alle.

Umso wichtiger ist es, sich der Bedeutung der Kleingärten für eine Stadt im Klimawandel bewusst zu machen: Kleingärten verbessern des innerstädtischen Klima durch Verdunstungskühle. Sie liegen in Kaltluftschneisen, die kühlere Luft in die immer heißer werdenden Innenstädte bringen. Gartenböden speichern Niederschlagswasser und dienen zusammen mit den Bäumen als CO²-Speicher. Die lokale Produktion von Obst und Gemüse leistet einen Beitrag zum Klimaschutz durch den Wegfall von Transportwegen. Dies alles und noch viel mehr leisten die Kleingärten als Beitrag zu einer lebenswerten Stadt.
Der Klimawandel wirkt sich aber auch auf unsere Gärten aus. In Zukunft werden sich bestimmte Wetterereignisse und deren Folgen häufen:

-Starkregenereignisse mit der Gefahr von Überschwemmung
-Erosion und Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser.
-Trockenperioden und Hitzewellen mit extrem niedrigen Bodenfeuchtesituationen
-zunehmender Schädlingsdruck durch milde Winter und geschwächte Pflanzen

Einige diese Veränderungen bergen auch Chancen:

-Längere Vegetationsperioden, höhere Temperaturen und veränderte Kohlenstoffdioxidgehalte in der Atmosphäre können wir mit klimaangepassten Gärten produktiv nutzbar machen.

Wie sieht ein klimaangepasster Garten aus, der nicht nur die Produktivität erhöht sondern auch die Auswirkungen des Klimawandels für die Allgemeinheit abmildert? Im Folgenden sind einige Maßnahmen, die jeder ergreifen kann und sollte, aufgelistet:

- Mulchen offener Flächen (z.B. mit Heu, Stroh, Grasschnitt),
- ganzjährige (!) Bodenabdeckung aller Flächen durch Pflanzen, Mulch oder Gründüngung nach der Ernte
-effiziente Bewässerung (frühmorgens, Tröpfchen Bewässerung direkt an die Pflanze)
-Nutzung von Regenwasser
-naturnahe Bewirtschaftung z.B. durch den Einsatz und Förderung von Nützlingen
-Verwendung hitzeverträglicher, standortgerechter und toleranter/resistenter Arten und Sorten
-Feuchtbiotope und Gartenteiche zur Schaffung von Verdunstungskühle
-Versiegelung so gering wie möglich halten (max. 6% ohne Laube) und Verwendung
-wasserdurchlässiger Beläge für Terrassen
-Verzicht auf torfhaltige Blumenerde und Pflanzsubstrate, da im Torf sehr viel CO² langfristig
gebunden ist und durch die gärtnerische Nutzung in Erden freigesetzt wird.

Wir verdeutlichen unseren Nachbarn im Stadtteil, unseren Kindern im Schulgarten, unseren hilfebedürftigen und natürlich allen Interessierten, wie wichtig eine nachhaltige ökologische Bewirtschaftung von Flächen gerade im Stadtgebiet ist. Auch soll hier gezeigt werden und jeder soll es hautnah mitbekommen, dass eine Versiegelung der letzten Flächen in der Stadt, durch Bebauung mit Gebäuden oder Industrie oder Bürokomplexen, keine Alternative darstellt. Die so geschaffenen ökologischen Frischluftschneisen, Versickerungsflächen und grüne Lunge der Stadt, sind hier nicht ersetzbar. Der Unterschied zu Städten mit vergleichsmäßig weniger Grünflächen, in Bezug auf die Temperaturen im Sommer, den Abfluss von Wassermengen bei Starkregen, ist heute schon nachweisbar. Wir als Vorreiter im Ruhrgebiet möchten zeigen, was Chancen und Lösungen sein können, als Folge des Bergbaues als Projekte, die wiederum erfolgreich in die Welt getragen werden und als Verbesserung dienen.

Uns ist es wichtig unsere Kinder, Jugendlichen und benachteiligten Menschen mit zu nehmen und eine Chance aufzuzeigen, an der jeder wirklich mitwirken kann.
Nordrhein Westfahlen ist das einzige Bundesland, dass das Kleingartenwesen in seiner Verfassung verankert hat. Allein das zeigt die Bedeutung, obwohl die Kleingärtner nicht unbedingt, zu den Privilegierten unserer Gesellschaft zählen.

Autor:

Henrik Wolf aus Essen-Ruhr

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