`Politische-Radtour 2020`- Wenn der Bürger in die Pedale tritt kommt die Politik auf Trapp!

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CDU – Verdichtete Hochhausplanungen im Prinz-Friedrich-Areal sind ein NO GO!

Kupferdreh. Wenn der Sommer die besten Witterungsverhältnisse erwarten lässt und ein blauer Himmel, reichlich Sonne und warme Temperaturen winken, dann ist seit über 20 Jahren der Zeitpunkt gekommen, wo die örtlichen Byfanger, Dilldorfer und Kupferdreher Christdemokraten gemeinsam mit den Bürgern `on tour` gehen. Ziel der jährlichen Drahteselrundfahrt ist es, der interessierten Öffentlichkeit alle neuen Planungen und baulichen Veränderungen in der lokalen Heimat vorzustellen und an Ort und Stelle darüber zu diskutieren. Am letzten Sonntag war es wieder soweit - und doch war VIELES anders! Nicht nur, dass diesmal den in den letzten Jahren sonnenverwöhnten „Polit-Zweirad-Expeditionsteilnehmern“ eine frische und teils stürmische Brise ins Gesicht blies, der Himmel bedeckt war und mancher Regentropfen die radelnden Häupter benetzte! Diesmal verlangten zudem die durch die Corona-Krise einzuhaltenden Pandemie-Schutzbestimmungen erhebliche Anstrengungen, um die Veranstaltung durchführen zu können. So war die Teilnehmerzahl auf dreißig Personen beschränkt, Anmeldungen im Vorfeld notwendig, die Eintragung in Teilnehmerlisten erforderlich, waren Mindestabstände zwingend geboten und mussten - bei Bedarf - Mund-Nasen-Schutzbedeckungen aufgesetzt werden. Das traditionell im Anschluss an die Radrundreise angebotene Politische-Barbecue musste gar abgesagt werden. Doch noch so viele Hindernisse vermochten es nicht, das Interesse an der `Politik im Vorbeiradeln-Tour` verblassen zu lassen. Und so machten sich viele Bürger von der gesamten Ruhrhalbinsel - selbst aus Bredeney und Borbeck – auf, um unter der Leitung des CDU-Vorsitzenden Dirk Kalweit auf eine 2,5 stündige `Politische-Expedition` in den Dschungel der Stadtteilplanungen, Bauvorhaben und Entwicklungsideen einzutauchen, um Klarheit und Antworten zu bekommen.

`Hochschul-Gewerbe-Wohnpark-Prinz-Friedrich` darf nicht zum „Hochhaus-Bermudadreieck-Kupferdreh“ werden!

Die 12 Kilometer lange `Politische-Bürger-Expeditions-Rundreise` der CDU führte die Teilnehmer vom Kupferdreher Markt über den neuen Busbahnhof Kupferdreh zum neu zu entwickelnden Gewerbepark Hinsbecker-Löh, um von dort über die Kampmannbrücke und der neuen Nebenstrecke ins wunderschöne Ruhrtal einzutauschen. Die Stationen, die folgten, hießen Rote Mühle und Konrad-Adenauer-Brücke (Rellinghausen). Auf der neu geplanten `Berufs-Pendler-Rad-Verkehrsachse` ging´s dann über Überruhr und Byfang zurück nach Kupferdreh. Die besprochenen und diskutierten Themen waren zahlreich und reichten beispielhaft von der `Offenlegung des Deilbachs`, der `Markt-Platz-Erweiterung`, einer `Öffentlichen Toilette`, der `Verkehrsproblematik A44` (inklusive der Ablehnung einer neuen Nord-Süd-Transitautobahn mitten durch Essen) bis zur politischen Forderung nach einem massiven `Ausbau des Radwegenetzes an den Hauptstraßen in Kupferdreh. Auch die `Realisierung des Bahntrassenradweges Kampmannbrücke/Holthuser Tal` oder die `Zunehmenden Graffiti-Schmierereien` fanden Gesprächsraum. So gab es kaum ein aktuelles Thema, welches nicht zur Sprache kam.

Entré zum grünen Naherholungsgebiet Baldeneysee braucht planerische Sorgfalt – Devise lautet Klasse statt Masse!

Der längste Halt, die inhaltlich intensivste und kontroverseste Diskussion entflammte jedoch im `Gewerbe-Hochschul-Wohnpark Prinz-Friedrich`, dem Kupferdreher Eingangstor zum grünen Naherholungsgebiet Baldeneysee. Dieses wohl letztverbliebene stadtplanerische `Filet-Grundstück` im Stadtteil Kupferdreh bedürfe, so die lokale CDU, besonderer Planungssorgfalt. Denn schon die jetzige Wohnbebauung `Seebogen` war Ende der 90ziger Jahre durch die CDU Kupferdreh/Byfang auf den Weg gebracht und politisch umgesetzt worden mit dem Ziel, Klasse statt Masse zu realisieren und unterschiedliche Nutzungsoptionen auf dem Areal gleichberechtigt und ausgewogen zur Geltung kommen zu lassen. Das Ergebnis ist die bis heute gültige planerische Dreiteilung des Flächenareals in Wohnbebauung, Tertiäres-Gewerbe (hochwertige Dienstleistung - Hochschullandschaft) und klassischer gewerblicher Nutzung.

Im Februar des Jahres 2017 brachte dann die örtliche CDU – nach langer interner und externer Diskussion sowie zahlreichen Bürgerveranstaltungen - einen Antrag in die politischen Gremien ein, der vorsah, seitens der Stadt eine Entwicklungspotentialanalyse zu erarbeiten. Politische Planungsziele, die formuliert wurden, waren, dass auf dieser privilegierten und hochwertigen Fläche die Vorhaben `weitere Wohnbebauung`, `Optimierung des verkehrlichen Anschlusses`, `neuer Kupferdreher Innenhafen`, `Neugestaltung der Deilbachmündung` sowie der ´Bau einer Klappbrücke´ zu prüfen und - wenn möglich - umzusetzen wären. Die Große Koalition im Rat der Stadt Essen machte sich diesen Antrag eins zu eins zu eigen und bereits ein Jahr später, im April 2018, wurde unter dem Titel „Seeviertel Kupferdreh“ und den Leitmotiven „wohnen, arbeiten, genießen“ ein erster Sachstandsbericht im zuständigen Planungsausschuss vorgelegt. Vor ein paar Wochen, am 18. Juni 2020, erfolgte dann seitens der Stadt im zuständigen Planungsausschuss die Vorstellung der Verwaltungsvorlage „Masterplan Seeviertel Kupferdreh und weiteres Vorgehen“. 

Auf der Politischen-Fahrradtour der CDU bestand nun erstmals die Möglichkeit, die seitens der Stadt vorgestellten Planungen öffentlich vorzustellen sowie Stimmungen dazu aus der Bürgerschaft einzuholen. Die aus Sicht der lokalen CDU positiven Inhalte der Verwaltungsvorlage fasste der CDU-Vorsitzende Dirk Kalweit wie folgt zusammen: Eine weitere Wohnbebauung ist vorgesehen, die Ausweitung des hochwertigen Gewerbeanteils sowie die Stärkung des Hochschulstandortes wird avisiert, Gespräche mit den Grundstückseigentümern haben stattgefunden. Punkt! Die Forderungen, Kupferdreh durch einen Innenhafen an den See zu bringen (Kupferdreh – Tor zum See), den Wasser-Sport-Bereich in der Deilbachmündung auszubauen oder die verkehrliche Anbindung zu optimieren, finden allesamt jedoch keine Berücksichtigung in der städtischen Planung!

Damit aus dem `Vorzeige-Projekt See-Viertel Kupferdreh` kein abgrenzender Stadtteil im Stadtteil wird!

Doch noch negativ schwerwiegender als die aktuelle „Nicht-Berücksichtigung“ von wichtigen Planungsvorhaben zur Weiterentwicklung Kupferdrehs ist nach Ansicht der lokalen CDU die Intensität und Dichte der nun beabsichtigten und vorgesehenen Wohnbebauung. So lassen, wie es Kalweit formulierte, „die verbal-akrobatischen Formulierungen in der Verwaltungsvorlage nicht nur aufhorchen, sondern geradezu böses erahnen. So heißt es dort u.a.:

Zitate: „Es wird eine dem Urbanen Gebiet adäquate Körnigkeit, aber auch abgestufte Dichte und Höhe der Bebauung im gesamten Plangebiet vorgesehen, …“! Oder „Die geschlossene und in der Höhe akzentuierte Bebauung …“ ! Oder „…, ist es unabkömmlich ein Flächenpotential im Innenbereich voll auszuschöpfen.“

Für die CDU Kupferdreh/Byfang stellte Kalweit daher unmissverständlich und deutlich fest, dass schon der Begriff „Urbanes-Gebiet“ in keiner Weise zutreffend sein könne für den `Gewerbe-Hochschul-Wohnpark Prinz-Friedrich` sowie den Stadtteil Kupferdreh insgesamt. Erstens sei das Selbstverständnis im bis heute dörflich geprägten Stadtteil Kupferdreh und Ortsteil Dilldorf ein gänzlich anderes, was die gewachsenen Strukturen nachhaltig untermauern. Zweitens liegt das zu beplanende Gebiet mitten im Naherholungsgebiet Baldeneysee, im Übergang vom Markt als Kernzentrum des Stadtteils zum Hardenbergufer. Eine Planung nach der Devise, baulich alles zu realisieren, was nach der Novellierung der Landesbauordnung maximal möglich sei, getreu dem Motto „Verdichtung und Geschosshöhe auf Teufel komm raus“, sei daher gänzlich unangebracht. Die Planungen, so Kalweit weiter, erweckten daher geradezu den Eindruck, als ob man aus den Hochausvierteln der sechziger und siebziger Jahre - und deren Entwicklungen - keine Lehren gezogen hätte. Ein Stadtteil im Stadtteil, der baulich geradezu mit seinen geplanten abgrenzenden Frontal-Baukörpern eine Riegelfunktion zum Kupferdreher Marktplatz einnehmen würde, sei daher mit der CDU vor Ort nicht zu machen. Die Stadtteilerneuerung Kupferdreh, die seit 1996 baulich ununterbrochen in Gang sei, und zu deren Hauptbestandteil auch die Heranführung des Sees an den Ortskern bis heute gehöre (daher die Höherlegung der S-Bahn), werde geradezu durch die aktuellen Planungen ad absurdum geführt. Das an den Planungen beteiligte „renommierte“ Stadtplanungsbüro Pesch & Partner hätte dies erkennen können, gar müssen! Marc Hubbert, stellv. Vorsitzender der CDU Kupferdreh/Byfang, ergänzte zu diesem wichtigen Punkt: „Wir verfolgen intensivst die planerische Ausweitung weiterer Wohneinheiten in diesem Areal, welches von seiner naturumrahmten grünen Lage, der optimalen ÖPNV-Anbindung sowie der perfekten fuß- und radläufigen Anbindung an den Ortskern geprägt ist. Diese Entwicklung muss jedoch sensibel erfolgen und darf nicht im Gegensatz zu den Gesamtinteressen der Stadtteilplanung stehen.“

Einzelhandel im `Hochschul-Gewerbe-Wohnpark-Prinz-Friedrich` entwickelt sich zum Skorpion in der Bananenkiste!

Kritisch sehen die örtlichen Christdemokraten auch die Ansiedlung des Einzelhandels im `Gewerbe-Hochschul-Wohnpark Prinz-Friedrich`. Begründung: Da im Kontext der Hochlegung des S-Bahnhofes im gültigen Planfeststellungsbeschluss festgeschrieben wurde, dass die ehemalige ortsteilverbindende Prinz-Friedrich Straße zu schließen ist, sei das gesamte Areal aktuell eine Sackgasse. Eine unmittelbare verkehrliche Anbindung des geplanten Einzelhandels aus dem Ortskern heraus ist somit nicht möglich. Entgegen aller priorisierten Ziele des Projektes Stadtteilerneuerung Kupferdreh, die u.a. eine Entlastung des Kernbereiches durch den Verkehr vorsehen, müssten nun zukünftig die potentiellen Käuferströme große Umwege (Kupferdreher Straße, Nierenhofer Straße, Ortsteil Dilldorf) in Kauf nehmen, um ihr Ziel zu erreichen. Sollte man also den Einzelhandel an dieser Stelle wirklich umsetzten wollen, so sei es notwendig, so Franz Kampmann vom Vorstand der CDU, die im Ursprungsantrag geforderte Optimierung der verkehrlichen Anbindung dieses Areals planerisch zu berücksichtigen.

„Kupferdreh - Tor zum See“ MUSS ans WASSER! - CDU beharrt auf Realisierung des `Kupferdreher-Innenhafens`!

Es gibt Ansätze im neuen Masterplan, die sehr wohl in die richtige Richtung gehen. Wohnen und studieren auf einer ehemaligen Industriefläche - unmittelbar gelegen am Essener Naherholungs-Highlight Baldeneysee -, das sind die richtige Planungsvorhaben, die zudem eindrucksvoll den Strukturwandel im Revier dokumentieren. Leider fehlen im Masterplan aus Sicht der lokalen Christdemokraten einerseits wichtige Maßnahmen, um aus der Gesamtplanung einen runden und guten Wurf zu machen. Zum anderen schießt der Masterplan beim Thema Wohnen meilenweit über sein Ziel hinaus und ist beim Bereich Einzelhandel nicht planerisch konsequent.

Das wichtige Ziel aller Überlegungen, den Stadtteil und den Ortskern näher (am besten unmittelbar) ans Wasser - das heißt an den See - zu bringen, verfehlt der aktuelle Masterplan gar in Gänze! Denn die rad- und fußläufige Achse über eine Allee vom Kupferdreher Markt und den Seebogen ans Hardenberg Ufer ist längst beschlossen und Bestandteil der gültigen Planung. Die Anbindung Kupferdreh´s über den nun zukünftig offengelegten Deilbach als Wasserweg an den Baldeneysee - mit der Zwischenstation Kupferdreher Innenhafen - jedoch leider noch Zukunftsmusik! Doch wie erst die Musik das Leben glücklich macht, so macht diese komponierte planerische Melodie „Kupferdreher Innenhafen“ das Gesamtvorhaben `Gewerbe-Hochschul-Wohnpark Prinz-Friedrich` erst komplett und vollkommen.

Der Moralkritiker und Theologe Jonathan Swift sagte einmal „Vision ist die Kunst, Unsichtbares zu sehen.“ Wir als CDU Kupferdreh/Byfang wollen daher das Unsichtbare sichtbar machen und realisieren. Das Projekt „arbeiten & wohnen, lehren & lernen, Naherholung & Sport, einkaufen & verweilen“ muss in Kupferdreh „vollumfänglich“ geplant und umgesetzt werden. Als CDU sehen wir JETZT die einmalige Chance, mit dem initiierten Projekt `Seeviertel` GROSSES für Kupferdreh umzusetzen. WIR bleiben daher nicht auf der Hälfte des Weges stehen, sondern kämpfen politisch für die bestmögliche Planung für den Stadtteil. Es bleibt noch VIEL zu tun – KEINE Sorge, wir werden nicht ruhn!

Autor:

Dirk Kalweit aus Essen-Ruhr

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