Adventskalender - Tür 8: Tiere unterm Weihnachtsbaum?

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Nach wie vor sind lebendige Tiere als Weihnachtsgeschenke beliebt. Tierschutzorganisationen raten indes davon ab, Hund, Katze und Co. zu Weihnachten zu verschenken. lokalkompass.de sprach mit Bärbel Thomassen, Leiterin des Essener Albert-Schweitzer-Tierheims:

1. Frau Thomassen, Tiere sollten nicht als Geschenke unterm Weihnachtsbaum landen. Warum ist es so wichtig, jedes Jahr aufs Neue darauf hinzuweisen?

Bärbel Thomassen: "Wenn leuchtende Kinderaugen sehnlichst ein Tier erbetteln, könnten die Elternherzen dahinschmelzen. Tiere sind niedlich, ganz ohne Frage, aber sie haben auch Bedürfnisse. Tiere funktionieren nicht einfach, Tiere sind Lebewesen, die Ängste verspüren und in ungewohnten Situationen extrem reagieren können. So kann aus dem schnurrenden Kätzchen ein sich unter der Couch versteckendes, fauchendes Häufchen Elend werden."

2. Warum sollte man eigentlich keine Tiere zu Weihnachten verschenken?

Bärbel Thomassen: "Tierliebe bedeutet, lebenslange Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Und das will wohl überlegt sein. Der Tierfreund wünscht dem neuen Familienmitglied eine angenehme Eingewöhnungszeit und konzentriert sich gerade in den ersten Wochen voll und ganz auf das Tier. Und im Weihnachtstrubel herrscht in der Regel der Ausnahmezustand. Familienbesuche stehen an und das neue Haustier wird kaum beachtet. Der Haufen unter dem Weihnachtsbaum und der durchgepullerte oder angenagte Teppich lässt die Tierliebe schnell dahinschmelzen."
 
3. Wie macht man's besser?

Bärbel Thomassen: "Ich würde zu Weihnachten ein Stofftier als Symbol für den künftigen Familienzuwachs oder ein passendes Tierzubehörteil verschenken. Verschenken würde ich auch die Planung unter Einbeziehung der gesamten Familie, das bringt die Familie in der Regel noch näher zusammen. Kindern kann man im Vorfeld die Bedürfnisse der Tiere kindgerecht näherbringen. Und das gemeinsame Suchen nach einem Familienmitglied steigert die Vorfreude. Die Tierheime sind voll von Tieren, die auf eine neue Familie warten. Und vielleicht sitzt ja Ihr Tier bei uns im Tierheim und wartet auf Sie."

Bärbel Thomassen
Autor:

Melanie Stan aus Essen-Ruhr

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