Beim integrativen Sportfest in Burgaltendorf wurde Inklusion vorgelebt

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Viel wird derzeit über Inklusion geredet. Gerade über das gemeinsame Lernen und Spielen von behinderten und nichtbehinderten Kindern. Beim integrativen Fußball-Sportfest auf dem Sportplatz an der Windmühle wurde nicht
über Inklusion geredet, sondern diese praktiziert.

Die Betriebsamkeit glich der eines Bienenstocks. Knapp 300 Schülerinnen und Schüler der Grundschule Burgaltendorf, 55 der Comenius-Schule und 30 des Carl-Humann-Gymnasiums Steele tummelten sich auf dem Aschenplatz an der Windmühle. Eine Kooperation der Grundschule Burgaltendorf, der Comenius-Schule, des SV Burgaltendorf und des FußballverbandesNiederrheins hatte sie zusammengeführt. Vor allem organisatorisch ein anspruchsvolles Projekt, jedoch nicht das erste seiner Art. „Wir haben zusammen mit der Comenius-Schule in ‚Changing Teams‘ zuvor schon anderes Projekt des Fußballverbandes Niederrhein durchgeführt“, erklärte Holger Papieß, Rektor der Grundschule Burgaltendorf.
Diesmal stand für die beiden Schulen also das Fußball-Sportfest auf dem Programm. Bestehend aus vier Stationen, bei denen man in jeweils 45-minütigen Einheiten Punkte für die Teamwertung sammeln konnte: Beim
Fußball-Fünfkampf, Fußballstaffeln, Elfmeterschießen sowie Fußballspielen auf dem Kleinfeld. Darüber hinaus gab es freie Mitmachangebote. „Alle Kinder nehmen daran teil und können in spielerischer Form Erfahrungen rund um das Thema Ball machen“, so Papieß.

Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander

„Alle Kinder“ - das schloss auch 55 Schülerinnen und Schüler der Comenius-Schule mit ein - sehr zur Freude von Konrektor Christian Taube: „Die Inklusion geht in der Gesellschaft in kleinen Schritten voran. Solche Feste zusammen zu feiern, trägt seinen Teil dazu bei.“ Dabei stellte Taube vor allem die Selbstverständlichkeit heraus, die im Umgang von behinderten und nichtbehinderten Kindern herrschte: „Ein Unterschied ist einfach nicht zu erkennen.“ Taube lobte zudem die Unterstützung von knapp 30 Schülerinnen und Schülern der Klasse 8b des Carl-Humann-Gymnasiums. „So werden junge Menschen an soziales Engagement herangeführt.“ Die Achtklässler hatten die Leitung der einzelnen Stationen übernommen. „Dabei stellen sie sich ganz gut an“, stellte Sportlehrer Kai Pisano fest. „Es geht hier vor allem um soziales Lernen. Ähnlich, wie wenn die Schüler im Unterricht Schiedsrichteraufgaben übernehmen müssen - nur deutlich intensiver.“
Für Manuel Schulitz, Verantwortlicher des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) für die Abteilung Schulfußball, bedeutete das integrative Sportfest auch eine kleine Umstellung. Schließlich mussten die Übungen etwas abgeändert werden, um sowohl den Fähigkeiten der behinderten als auch der nichtbehinderten Kinder gerecht zu werden. Für Schulitz allerdings kein Problem, der sich ebenfalls über die gelungene Veranstaltung freute: „Für uns steht bei dem Projekt die Kooperation zwischen Verband, Schule und kleinerem Verein im Vordergrund. Das ist hier gelungen.“
Wie zur Bestätigung strahlte auch Jutta Kraus, Jugendgeschäftsführerin des SV Burgaltendorf, ob des gelungenen Tages. Der SVA hatte den Sportplatz und das Equipment zur Verfügung gestellt und übernahm auch die Bewirtung. „Dass das Fest so angenommen wurde, hat uns fast erschlagen. Wir waren komplett ausverkauft“, zeigte sich Kraus begeistert und vor allem an einer Wiederauflage im kommenden Jahr interessiert. „Aus unserer Sicht war der Tag ein voller Erfolg. Schon allein dadurch, dass wir uns als Stadtteilverein mal wieder präsentieren konnten.“
Eine Wiederholung könnte angesichts der langen Warteliste allerdings auf sich warten lassen. Bis dahin müssen die schönen Erinnerungen an das Fußball-Sportfest vorhalten.

Autor:

Andreas Neuhaus aus Essen-Ruhr

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