Eine Verein kämpft um seine Existenz

Der Geno Cup ist voll im Gange, zahlreiche Mannschaften haben sich wieder auf der Platzanlage des SV Burgaltendorf eingefunden, um an dem höchstdotierten Turnier in Essen teilzunehmen. Zum 13. Mal richtet der SVA nun das Traditionsturnier aus - immer noch auf der veralteten Anlage, auf Asche und mit zu geringen Umkleidekapazitäten. Die Stimmung vor Ort schwankt zwischen Motivation und Frust.
Die geplante neue Sportanlage an der Burg-/Vaestestraße ist erstmal auf „Eis“ gelegt. Anfang des Jahres war die Freude riesig, der neue Standort schien in trockenen Tüchern, war endlich genehmigt. Beim SVA sah man förmlich schon die Bagger anrollen.
„Die Klage der an der neuen Sportanlage beheimateten Anwohner verhindert das erhoffte Ende der beschränkten Möglichkeiten unseres Vereins. Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht. Mittlerweile könnte man Verständnis dafür aufbringen, wenn Sportler des SVA die Hoffnung aufgeben, dass die ihnen seit rund 40 Jahren versprochene Anlage von der Stadt Essen noch zur Verfügung gestellt wird“, so Frank Heuer, 1. Vorsitzender des SVA.
Frustration, Resignation und doch wieder Motivation - der SVA durchläuft zur Zeit ein wahres Wechselbad der Gefühle. Viele Mitglieder, die den Verein ehrenamtlich unterstützen, sind enttäuscht, die verschärfte Situation hat „Spuren“ hinterlassen.
„Keine Mannschaft hat für das Training das gesamte Spielfeld zur Verfügung und an Mädchenmannschaften ist aufgrund der geringen Umkleidekapazitäten nicht zu denken. Zwei komplette Mädchenmannschaften sind uns angeboten worden, die wir deshalb ablehnen mussten“, erklärt Heuer die Situation vor Ort.
Und auch Jugendmannschaften sind rückläufig: Hatte der Verein vor drei Jahren noch 17 Jugendmannschaften sind es heute nur noch neun. Denn viele Vereine in der Nachbarschaft trumpfen mittlerweile mit modernen Anlagen und Kunstrasenplätzen auf.
Doch der SVA gibt nicht auf: Die 1. Mannschaft hat sich eine weitere Spielzeit in der Landesliga erkämpft und die 2. und 3. Mannschaft spielen in der vorderen Tabellenhälfte ihrer jeweiligen Klasse. Der Klassenerhalt bleibt daher weiterhin das oberste Ziel.
„Nach der aufregenden letzten Saison wollen wir frühzeitig Stabilität erzielen und so die beste mögliche Position erreichen“, betont Trainer André Wißel, der auch die gute Zusammenarbeit zwischen Jugend- und Seniorenmannschaften im Verein schätzt.
Unterstützt wird Wißel bei seiner Arbeit vom neuen sportlichen Leiter Jörg Oswald. „Wir haben einige erfahrene Spieler verloren, es gilt jetzt, möglichst schnell eine Struktur in die Mannschaft zu bekommen und die jungen Spieler, die bereits am Ende der letzten Saison Ihr Können zeigen konnten, dazu zu bringen, noch mehr Verantwortung zu übernehmen. In der A-Jugend haben wir einen großen ‚Aderlass‘ gehabt, da wird ein Neustart ziemlich schwer. “
Stolz ist der Verein vor allen Dingen darauf, bereits zum 13. Mal Ausrichter des Geno Cup zu sein. An dem erfolgreichsten Amateurturnier in Essen nehmen mittlerweile nicht nur Teams von der Ruhrhalbinsel oder dem Essener Südosten teil, sondern auch aus Stoppenberg, Frintrop und Altenessen
„Es war schon ärgerlich, dass wir als Ausrichter auch im vergangenen Jahr das Turnier nicht gewinnen konnten. Das wollen wir in diesem Jahr besser machen. Allerdings haben wir im Vorjahressieger Al-ARZ-Libanon und dem ESC Rellinghausen schon zwei Favoriten, die heiß auf den Pokal sind“, erläutert André Wißel.
Nach den vielen Nackenschlägen in diesem Jahr ist man umso mehr motiviert, den begehrten Pokal wieder nach Burgaltendorf zu holen.
Jetzt hofft man vor allen Dingen auf zahlreiche Zuschauer an den Veranstaltungstagen. Denn ab Montag wird die Überruhrstraße zwischen Charlottenstraße und An der Windmühle für sechs Wochen gesperrt. Und das könnte zu Staus, Fahrzeitverlängerungen und Parkplatzproblemen rund um die Sportanlage führen.
Doch auch durch diese Situation will sich der SVA nicht unterkriegen lassen: Würde die Beeinträchtigung für die Besucher zu groß, würde der SVA als letzte Lösung ab der Bezirkssportanlage Überruhr Shuttle-Busse einsetzen.
Frank Heuer: „Allein die Anzahl der Leute, die ehrenamtlich in die Vorbereitungen zum Geno Cup eingebunden waren, zeigt, dass viele noch an den Verein glauben. Auch die Anzahl der Sponsoren hat bisher nicht zwingend abgenommen. Sollten wir allerdings in fünf Jahren noch auf der veralteten Anlage spielen, werden wir mit dieser Unterstützung sicherlich nicht mehr rechnen können.“

Autor:

Beatrix von Lauff aus Essen-Ruhr

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