Essen: Eine Kirche in Koschmiede lebt auf - dank Kupferdreher Kircheneinrichtung

Am ehemaligen Standort einer kleinen Kapelle in Koschmiede ist eine prachtvolle Kirche entstanden, in der alle Besucher einen Sitzplatz finden.
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  • Am ehemaligen Standort einer kleinen Kapelle in Koschmiede ist eine prachtvolle Kirche entstanden, in der alle Besucher einen Sitzplatz finden.
  • Foto: Smylla
  • hochgeladen von Harald Landgraf

Diese Nachricht ist ganz frisch, stimmt fröhlich und erfreut das Herz: Am 21. Oktober wurde im polnischen Kosmidry (Koschmiede) eine Kirche geweiht, die mit dem Kreuzaltar und Kirchenbänken aus der ehemaligen katholischen Kirche Kupferdreh ausgestattet ist.

Darüber berichtet Jan Smylla aus Dilldorf, der den Umzug des alten Kirchenmobilars durch sein persönliches Engagement möglich machte. Smylla wurde in dem kleinen polnischen Dorf mit unter 1.000 Einwohnern geboren, siedelte 1988 aus, und behielt fortwährend den Kontakt zu seiner Heimat. "Fast jedes Jahr war ich mit den Kindern in den Sommerferien dort", berichtet der 53-jährige Wahl-Essener. Aufgrund dessen erfuhr er dort von dem Plan, dass in Koschmiede eine neue Kirche gebaut werden sollte. "Früher gab es nur eine Kapelle, die so klein war, dass viele bei der Messe noch draußen stehen mussten", weiß der Kirchgänger. Vor rund vier Jahren begann der Neubau. Viele Dorfbewohner halfen unentgeltlich mit, legten Granitfliesen ohne Arbeitslohn. "Ich habe mitorganisiert, dass die Arbeiter vor Ort währenddessen mit Essen und Getränken versorgt werden und habe sie später zum Frühstück nach Deutschland eingeladen."

Inzwischen war die Kupferdreher Kirche St. Josef am 24. November 2013 profaniert worden. Smylla nahm den Kontakt zum Kirchenvorstand der Kupferdreher Kirchengemeinde auf, weil er erfahren hatte, dass Mobilar und Inventar abzugeben seien - und bekam für seine kleine Dorfkirche den Zuschlag. Klar, dass er begeistert war. "Die Kirchenbänke sind aus Mahagoni, etwas ganz Besonderes", sagt Smylla. Hinzu kamen noch das Kreuz, Altar und Tabernakel. Vor rund zwei Jahren lief der Umzug.

Kirchenbänke aus Kupferdreh

"Sie glauben gar nicht, wie sehr die Menschen im Dorf sich gefreut haben", berichtet der Vater dreier erwachsener Söhne. "Zum Dank haben sie mich eingeladen wie einen V.I.P.-Gast." Die Menschen seien begeistert. "Sie sind sehr glücklich, dass sie so eine feine Kirche, modern umgebaut mit Fußbodenheizung haben."
Ganz viele Leute hätten daran mitgewirkt, dass alles geklappt habe - auch auf deutscher Seite, seitens der Gemeinde St. Josef. Was nun fehle, sei die Außenfassade der Kirche. Doch Gottesdienste werden schon gefeiert. Der Oberbischof aus Gliwice (Gleiwitz) Jan Kopiec hat das Haus am 21. Oktober eingeweiht.

Am ehemaligen Standort einer kleinen Kapelle in Koschmiede ist eine prachtvolle Kirche entstanden, in der alle Besucher einen Sitzplatz finden.
Jan Smylla und seine Frau bei einer Feier in Polen

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