Wie Kunibert Notthoff an der Aktion „Rettet die Rosskastanie“ beinah verzweifelte

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Felder, Weiden, Tannen und - Kastanienbäume. Drei Stück an der Zahl nennt Familie Notthoff ihr Eigen und sie alle sind - wie fast alle Bäume in Essen - von der Miniermotte befallen. Umso sinnvoller fand Kunibert Notthoff die Aktion der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE), auch in diesem Jahr wieder spezielle Säcke zur gesonderten Entsorgung des Laubs auszugeben.

„Ich habe mir gleich eine ganze Rolle besorgt. Im vergangenen Jahr hatten wir gut 50 Säcke voll mit Kastanien-Blättern. Kein Wunder bei den großen Bäumen!“
Über 16 Meter hoch und sicherlich über 100 Jahre alt seien die Bäume, die früher den Eingang zu seinem Elternhaus einrahmten. Das Elternhaus ist längst verschwunden - die Bäume blieben - eine Fällung kommt natürlich nicht in Frage.
„Ich bin hier mit den Kastanienbäumen aufgewachsen. Ganz abgesehen davon, dass man Laubbäume nicht einfach fällen darf - wir möchten sie behalten, auch wenn das viel Arbeit bedeutet.“
In erster Linie bedeutet das: Laub einsammeln - und das nicht zu knapp. „Früher vielen die ersten Blätter Mitte Oktober und dann für einen Zeitraum von drei bis vier Wochen! Jetzt geht es schon Anfang September los und dauert sehr viel länger - das liegt an der Miniermotte!“
Mit Hilfe spezieller Säcke der EBE sei wenigstens die professionelle Entsorgung der infizierten Blätter gesichert - dachte Familie Notthoff. Der erste Sack war schnell gefüllt und ordnungsgemäß am Straßenrand abgestellt. „Da blieb er dann aber auch stehen“, ärgerte sich Kunibert Notthoff. „Ich habe den Sack dann erst einmal wieder reingetragen. Bevor er vom Wind oder ähnlichem umgestoßen wird und das ganze Laub wieder auf der Straße liegt.“ Wirklich gewundert habe er sich über diesen Zustand allerdings nicht. „Das gleiche Spielchen hatten wir auch im vergangenen Jahr. Meine Laubsäcke blieben einfach stehen. Einmal schien den Männern der Müllabfuhr die Anzahl der Säcke zu hoch - obwohl meine drei Kastanien von der Straße aus gut zu sehen sind. Ein anderes mal befand sich angeblich anderer Unrat in den Säcken und nicht nur Laub. Nach langem Hin und Her sind wir die Säcke dann doch noch los geworden. Für dieses Jahr hatte ich mir vorgenommen, nicht erst lange zu warten sondern direkt die EBE anzusprechen, falls meine Laubsäcke wieder nicht mitgenommen würden!“
Er verfasste einen Brief an die Geschäftsleitung der Entsorgungsbetriebe mit der Frage „Regiert in der Müllentsorgung Anarchie?“ und leitete außerdem eine Kopie des Schreibens an die Redaktion des RUHR KURIERs weiter. „Einige Tage später war ich dann wirklich angenehm überrascht“, freut sich Notthoff. „Ein Herr Friesewinkel von der EBE rief an, hat sich entschuldigt und mir garantiert, dass die Säcke beim nächsten Mal mitgenommen würden. Nur nicht so viele auf einmal - sollten es mehr als fünf sein, bat er mich, Ihn zu informieren. Das fand ich ganz logisch - ist für die Kalkulation der Wagen sicher wichtig! Gespannt haben wir natürlich auf den nächsten Müllabfuhrtag gewartet - und siehe da: die Säcke wurden eingesammelt. Darüber haben wir uns wirklich sehr gefreut - auf den Herrn Friesewinkel ist Verlass.“
Ende gut alles gut? „Ich denke schon - ein Rest Skepsis bleibt aber. Wir sind gespannt auf die kommenden Wochen - die Laubsaison ist ja noch nicht vorbei! Aber immerhin weiß ich jetzt, wer im Zweifel helfen kann.“

Autor:

Julia Colmsee aus Essen-Süd

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