Grüne Hauptstadt 2017 mit Zukunft

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Grüne Hauptstadt 2017 mit Zukunft - Foto/Montage: Gottfried Czepluch
Ja, wir Essener können stolz auf unsere „grüne Hauptstadt“ sein. Im Vergleich zu anderen Städten stehen wir insbesondere im Ruhrgebiet gut da. Die alten Tage der Ruhrgebietsmetropole sind sichtbare Vergangenheit geworden. Der Wandel von damals zu heute hat sich vollzogen. Der Naturschutz hat hier viel geleistet und einen anderen Stellenwert bekommen, als zu der Zeit der industriellen Dominanz.

Der Erholungswert in unserer Stadt, wo man aus dem Alltag ausbrechen kann, um etwas Ruhe zu finden und Natur erfährt, reduziert sich nicht (mehr) nur auf Kleingärten, die allerdings nach wie vor zu unserer Kultur gehören. In diesem Jahr sind nun viele Projekte zu erwarten, an denen sich Bewohner und Besucher der Stadt Essen erfreuen können.

Doch wie wird die Zukunft aussehen? Die Zeit nach der „grünen Hauptstadt“? Warum, so mag man sich denken, wird diese Frage jetzt schon gestellt? Weil wir in Essen eine Zukunft haben, die nicht durch Konflikte infrage gestellt werden darf! Vieles ist erreicht worden und vieles gilt es zu optimieren. Das Gelingen einer gemeinschaftlichen Zukunft steht und fällt mit dem Verhalten von uns Bewohnern.

Trotz der Tatsache, dass das Umweltbewusstsein deutlich stärker ausgeprägt ist, als es einmal der Fall war, trüben die dunklen Wolken des Unverstandes und der Ignoranz immer noch hart erkämpfte Erfolge. Das passiert immer dann, wenn individuelle Interessen über bestehende Regeln und Gesetze gestellt werden. Einzeltäter und kleine Gruppen schaden immer wieder der Natur und somit uns allen. Die Naturschutzwacht Essen (vormals Landschaftswacht), bei der es sich um weitgehend unbekannte Ehrenamtler handelt, bemüht sich daher im Auftrag des Umweltamtes um Schadensbegrenzung.

Auf Grundlage des Naturschutzgesetzes NRW treten die „Wächter“ in Aktion, um Verstöße dem Umweltamt mitzuteilen. Die Essener „Mannschaft“, bestehend aus 26 Mitgliedern hat somit den schlechten Ruf der Spionage am Bein, wird beleidigt, bedroht und selbst vor dem Straftatbestand der üblen Nachrede wird kein Halt gemacht.

Tatsache ist aber, dass die Naturschutzwächter ein Bindeglied zwischen Bürger und Behörde sind. Das Allgemeinwohl der Bürger und die Hilfe bei der Lösung der Probleme von Hilfesuchenden, steht im Vordergrund. Man kann keinen erfolgreichen Naturschutz praktizieren, wenn man den Menschen ausschließt!

Ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt ist auch der Naturschutzbund Ruhr e.V., der mit seinem Engagement gegen Missstände kämpft, der sich dem Erhalt von Natur und Landschaft verpflichtet fühlt und für die Bürger unserer Stadt stets ein offenes Ohr hat. Auch hier sind immer helfende Hände gefragt. Die Mitglieder sind teils in Planungsprozesse involviert und verfügen in vielen Fällen über den notwendigen fachlichen Hintergrund. Es tut sich also einiges in Sachen Naturschutz. Dennoch sind alle Beteiligten auf eine tragfähige Kooperation mit den Bürgern und der Stadtspitze angewiesen.

Wo viele Menschen auf engen Raum leben, so wie es in Ballungsräumen nun einmal der Fall ist, werden Konflikte nicht ausbleiben. Die vielfältigen Interessen der Bürger unserer grünen Hauptstadt müssen nicht nur im Jahr dieses Titels Berücksichtigung finden, sondern auch über die nächsten Jahre hinaus. Es wird und bleibt eine harte Aufgabe. Das ewige Thema Müll wird uns ebenso erhalten bleiben, wie illegale Eingriffe in Schutzgebiete. Dabei kann vieles so einfach sein. Wenn jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Schritt tut, so werden in der Addition Wege zurückgelegt, die für die Gemeinschaft von größter Wichtigkeit sind.

Die Rede ist von der Lebensqualität in der traditionsreichen Ruhrgebietsstadt Essen. Wir sind auf einem guten Weg und wenn die Steine, die im Weg liegen, gemeinschaftlich beseitigt werden, vorhandenes optimiert und geschützt wird, dann erweisen wir uns des Titels „Grüne Hauptstadt 2017“ nicht nur temporär als würdig, sondern auch in der Zukunft. Für alle die da sind und jene, die noch kommen werden. Das ist doch ein schöner Grund für die Essener, hier „am Ball zu bleiben.“


Gottfried Czepluch
Naturschutzwacht Essen
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2 Kommentare
40.945
Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 27.01.2017 | 17:56  
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Gottfried Czepluch aus Essen-Ruhr | 28.01.2017 | 17:19  
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