Brother & Bones im Blue Shell, Köln - 21.02.2014

Das erste Mal in Köln – das erste ausverkaufte Konzert in Deutschland: einen schöneren Abschluss ihrer Deutschlandtour konnte sich das englische Quintett, deren Musik als Mischung aus Folk mit Punkenergie und dem Selbstvertrauen von Stadion-Rockern beschrieben wird, nicht wünschen. 2013 tourten sie als Support von Musikgrößen wie Ben Howard und Bastille. Ein Album gibt es noch nicht, sie haben jedoch bereits drei EPs veröffentlicht. Die aktuelle EP trägt den Titel To Be Alive und kam im Februar 2014 auf den Markt.

Schon vor dem Einlass schlängelt sich eine beachtliche Menschenmenge vor dem Eingang des Blue Shell in Köln - ein kleiner Club, in dem ca. 200 Leute Platz finden. Passend zum Namen ist das im Schachbrettmuster geflieste Innenleben in ein angenehmes Blau getaucht, alternierend mit einem warmen Rot auf der Bühne. Diese ist recht niedrig, sodass man von weiter hinten kaum etwas sehen dürfte.

Gegen 21 Uhr eröffnet Michael Borgard, der später noch auf seine Band „M.Borgard Band“ hinweist, das Konzert. Als echter Kölscher Jung schlägt er sich tapfer vor dem lauten Publikum, das sich später doch noch dazu hinreißen lässt, einen relativ langen „lalala“ – Part mitzuschmettern. Nach ein paar Liebesliedern mit Wortwitz und einer Ode an seine Heimatstadt Köln beendet Michael sein Set.

Kurz darauf legen die Jungs von Brother & Bones los, wobei der Opener Raining Stone energietechnisch noch etwas Luft nach oben lässt. Schnell wird klar, dass es für viele im Publikum nicht das erste Konzert der Band ist, denn bei der soulig anmutenden Powerballade For All We Know stimmt ein Großteil mit in den Refrain ein. Danach gibt es mit If I Belong sogar einen brandneuen Folk-Rocksong zu hören, der auf Tour durch Schottland entstanden ist. Ansonsten muss Frontsänger Richard mit seiner samtig rauchigen, dennoch unglaublich kräftigen, durchdringenden Stimme das Publikum nicht großartig zum Mitmachen animieren. Wenn Schlagzeuger Yiannis und Percussionist Robin wie in Symbiose zusammen Rhythmen kreieren, bleibt niemand still stehen. Vor allem beim Song Omaha, in dem Robin leidenschaftlich auf der Djembe herumtrommelt, ist dieser Effekt zu spüren. Alex’ Ohrwurm-Basslinie in I See Red heizt dem Publikum kurz vor Ende des Hauptsets noch mal so richtig ein. Auch hier werden lauthals die mantra-artigen Zeilen:

"It’s all in my head, all in my head, all in my head,

You give me roses and I,

I see red, I see red, I see red“

mitgesungen. Daraufhin bedankt sich Richard sogar zum ersten Mal auf Deutsch: „Dankeschön“.

Die Tradition, vor der Zugabe noch einmal hinter der Bühne zu verschwinden, kann im Blue Shell nicht weitergeführt werden, denn dafür müssten sie sich einen Weg durch das Publikum bahnen. Daher beschließt auch der Rest der Band auf ihren Plätzen zu bleiben und Richards Solo-Performance des Fan-Favourites Gold & Silver zu lauschen. Eine wundervolle Ballade, bei der er die ganze Bandbreite seiner stimmlichen Qualitäten vorführt. Mal ganz sanft und leise, mal laut und herzzerreißend. Schade ist hier lediglich die Lautstärke, mit der sich ein paar, offensichtlich bereits gut angeheiterte Herrschaften im hinteren Teil des Clubs unterhalten. Dem wird aber durch den „Shut up, you b****es!“ – Ruf einer charmanten Dame Einhalt geboten. Da muss sogar die Band lachen.

Bei der dritten Zugabe Your Revolution holt Gitarrist James noch einmal alles aus seiner Gitarre raus: er spielt sich von ätherischen Blues Licks bis hin zu melodiösem Hard Rock-„Geschrammel“. Damit setzt die Band den Schlusspunkt eines mitreißenden Konzertes. Man hätte sich für diese Band eine größere Bühne gewünscht, auf der sie sich hätten mehr austoben können. Allein Schlagzeug und Percussion Set nahmen die gesamte hintere Hälfte der Bühne ein. Kein Wunder also, dass Gitarrist Alex einmal Richards abgestellte Akustikgitarre vor dem Fall retten musste und das mitten im Song.

Nach dem Konzert stehen die Musiker zum Plausch und Merch-Verkauf höchstpersönlich am Stand und lassen diesen wunderbaren Abend mit einem Lächeln ausklingen.

Da kann ich nur sagen: bis zum nächsten Mal, Brother & Bones!

Setlist:

Raining Stone
Long Way To Go
Follow Me Down
Hold Me Like The Sun
For All We Know
If I Belong
Kerosine Love
To Be Alive
Omaha
Back To Shore
I See Red
--------------------
Gold & Silver
Burn This City
Your Revolution

Offizielle Homepage

Weitere Fotos und Konzertberichte gibt's auf Tonlage

Autor:

Lisa Zuber aus Essen-Steele

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