Problembäume: Stadtamt im Dauerschlaf?

Längst haben die Akazienwurzeln das Pflaster in der „Bochumer“ angehoben. Doch das zuständige Stadtamt reagiert seit über zwei Jahren nicht. Foto: Lew
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  • Längst haben die Akazienwurzeln das Pflaster in der „Bochumer“ angehoben. Doch das zuständige Stadtamt reagiert seit über zwei Jahren nicht. Foto: Lew
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Die Baumwurzeln heben das Pflaster in der beliebten Fußgängerzone „Bochumer Straße“ an, gefährliche Stolperstellen sind so entstanden. Immer wieder hatten sich Passanten in der KURIER-Redaktion über die Verhältnisse beschwert. Reagiert hat die Bezirksvertretung längst. Doch das zuständige Stadtamt meldet sich nicht - seit über zwei Jahren!

Bezirksbürgermeister Arnold Kraemer kennt die Verhältnisse in der „Bochumer“ und akzeptiert unsere Berichterstattung vom vergangenen Samstag. Was er aber nicht hinnimmt, ist unser Verdacht, dass die Lokalpolitik diesen Missstand nicht im Blick habe.

Arnold Kraemer: „Bereits 2009 wurde seitens des Tiefbauamts festgestellt, dass von den zwölf Akazien in der Bochumer Straße bzw. deren Wurzeln akute Stolpergefahren ausgehen. Da nach Begutachtung durch Grün & Gruga Essen eine Teilbeseitigung der Wurzeln nicht möglich war, ohne die Bäume zu schädigen, plante das Tiefbauamt diese zu fällen und an geeigneten Stellen Bäume nachzupflanzen. Auf einem Ortstermin lehnte die Bezirksvertretung die sofortige Fälllung allerdings ab und zeigte Alternativen auf. Das Stadtamt 66 für Straßen und Verkehr sollte daraufhin Vorschläge in einer Drucksache bündeln - darauf warten wir bis heute.“
Der Bezirksbürgermeister hat am 29. Februar dieses Jahres noch einmal schriftlich in den zuständigen Amtsstuben angefragt, warum denn seit über zwei Jahren niemand aktiv geworden ist und auf Gefahren für die Steeler Bevölkerung hingewiesen. Arnold Kraemer: „Auch auf diese Anfrage fehlt bisher jede Antwort. Ich habe noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung meines Schreibens erhalten.“

Schnarch-Chronik des Stadtamtes

2009 stellt das Tiefbauamt die Stolperfallengefahr durch die Baumwurzeln fest.

Juni 2009: Bei einem Ortstermin wird die sofortige Fällung der zwölf Akazien ausgeschlossen. Für September 2009 soll das Amt für Straßen und Verkehr (Stadtamt 66) eine entscheidungsreife Drucksache mit Alternativvorschlägen vorlegen. Die Drucksache wird aber nicht erstellt.

April 2010: Erneuter Ortstermin in der Bochumer Straße. Wieder soll von den „66ern“ eine Drucksache zum Thema erstellt und in der Junisitzung der Bezirksvertretung vorgelegt werden. Erneut passiert aber nichts.

Februar 2012: Bezirksbürgermeister Arnold Kraemer fragt nach, wie das Stadtamt 66 seiner Verkehrssicherungspflicht im Bereich der Bochumer Straße überhaupt noch nachkommen will. Eine Antwort steht bis heute aus.

Kommentar:

Amtsschimmel lässt Stadtteilparlament voll auflaufen

Die Bezirksvertretung (BV) soll mit ihren Mitgliedern das direkte Bindeglied zum Bürger sein.
Deshalb wird es in der Kommunalpolitik auch oftmals als „Stadtteilparlament“ tituliert.
Nur: Was ist das Engagement der Bezirksvertreter überhaupt wert, wenn die zuständigen Verwaltungsstellen es nicht ernst nehmen? Die Schäden, die durch Baumwurzeln in der Bochumer Straße immer weiter entstehen, sind unübersehbar. Wie kann ein zuständiges Stadtamt in so einem Fall über zwei Jahre einer entsprechenden Lösung im Wege stehen?
Weiß man im Stadtamt 66 nicht, dass man für die Passanten vor Ort und für die intakte Geschäftswelt verantwortlich ist?
Eine Anfrage beim Chef der Essener Verwaltung, Oberbürgermeister Reinhard Paß, scheint in diesem Fall unumgänglich.

Längst haben die Akazienwurzeln das Pflaster in der „Bochumer“ angehoben. Doch das zuständige Stadtamt reagiert seit über zwei Jahren nicht. Foto: Lew
Bezirksbürgermeister Arnold Kraemer. Foto: Archiv

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