Ruhr Uni Bochum-Studenten diskutierten mit SPD-MdB Dirk Heidenblut aus Essen das neue Gesetz zur Psychotherapeutenausbildung
Ein bisschen "Sweet but Psycho"

Diskutierten mit SPD-MdB Dirk Heidenblut (3.v.l.) die Ausbildung zum Psychotherapeuten (v.l.): Cora Barth, Cedric Kirstein, Jan Schomberg (alle Fachschaftsrat Psychologie RUB), Peter Hähner, Svenja Schaumburg (beide Studentische Initiative RUB) und Alena Elmquist (PsyFaKo e.V.). Foto: Lew
  • Diskutierten mit SPD-MdB Dirk Heidenblut (3.v.l.) die Ausbildung zum Psychotherapeuten (v.l.): Cora Barth, Cedric Kirstein, Jan Schomberg (alle Fachschaftsrat Psychologie RUB), Peter Hähner, Svenja Schaumburg (beide Studentische Initiative RUB) und Alena Elmquist (PsyFaKo e.V.). Foto: Lew
  • hochgeladen von Detlef Leweux

Die GroKo "bastelt" derzeit daran, die Ausbildung zum Psychotherapeuten schneller, besser strukturiert und fairer bezahlt zu gestalten als bisher. Doch auch die Psychologiestudenten der Ruhr-Uni Bochum (RUB) befürchten, dass ihnen das gar nichts bringen könnte, wenn nicht an einigen Punkten nachgebessert wird. Diese diskutierten sie mit dem Essener Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut. Eine gute Wahl, denn der Gesundheitsexperte verhandelt für die SPD das neue Gesetz mit...

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist sicher nicht gewohnt, für alle seine Vorstöße direkt Applaus zu erhalten.
Doch sein Gesetzes-Entwurf für ein 5-jähriges Hochschulstudium der Psychotherapie, 3 Jahre bis zum Bachelor, weitere 2 Jahre bis zum Master, hat was. Dann soll die staatliche Prüfung folgen und wer die besteht, erhält dann direkt die Approbation (Anerkennung für Heilberufe). Bisher war dafür eine mehrjährige und vor allem mehrere zehntausend Euro teure Ausbildung (z.B. an Kliniken) nötig, die die Absolventen selbst finanziell schultern mussten, da sie oft nur wie Praktikanten oder auch gar nicht bezahlt wurden. Mit dem neuen Gesetz würde sich künftig eine bezahlte Weiterbildung bis zur Approbation anschließen.

Wer jetzt schon
Psychologie
studiert...
geht leer aus?

"Diese neue Regelung muss dann aber auch schon für die jetzigen Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) gelten", fordert Svenja Schaumburg (Studentische Initiative RUB). Da gibt ihr MdB Heidenblut Recht: "Es ist ein Unding, dass PiA bisher Geld für ihre Ausbildung mitbringen müssen. Aber es wird einen Unterschied zwischen alten und dann neuen PiA geben - die neuen haben bereits die Approbation und können im Klinikalltag viel besser eingesetzt werden. Für die PiA, die jetzt schon studieren, müsste der Bund einen Finanzierungstopf beschließen, aus dem dann Gelder fließen, denn die Länder wollen das sicher nicht selbst finanzieren."

Die Länder
haben das
letzte Wort

Bildung ist eben Ländersache, das spielt auch für die weitere, zentrale Forderung der Studenten eine wichtige Rolle. "Die aktuellen Psychologiestudenten sollen aus dem Bachelor- und Master-Studiengang die Möglichkeit bekommen, ins neue Psychotherapiestudium umzusteigen", erläutert Jan Schomberg (Fachschaftsrat Psychologie RUB). Dirk Heidenblut versteht das, sieht aber nur für den geforderten (polyvalenten) Bachelor Chancen: "Bis zum Bachelor ist ein Studienübergang möglich, da die gelehrten Grundlagen der Psychologie gut zum Psychotherapiestudium passen. Im Master-Studium erfolgt dann aber eine Differenzierung zwischen den Studieninhalten. Da sehe ich inhaltlich keine Möglichkeit."
Und auch die studentische Forderung, dass das neue Gesetz bereits im Jahr 2020 greifen soll, unterstützt Heidenblut: "Wir in Berlin wollen 2020 starten. Nach unserem Zeitplan klappt das. Der Entwurf liegt erst dem Plenum vor, zur Anhörung im Bundestag soll es noch vor der Sommerpause kommen. Allerdings könnten die Bundesländer dann noch im Bundesrat nachverhandeln, das würde den Zeitplan verschieben." Er rät deshalb den Psychologiestundenten, auch mit den zuständigen Landespolitikern über die Umsetzung des Gesetzes zu diskutieren. Was bleibt? Der Gesetzesentwurf auf Bundesebene scheint durchaus "sweet", wie er aber in den Bundesländern ankommt und letztlich in der Praxis umgesetzt wird... das wirkt noch ein bisschen "psycho". 

Heidenblut nimmt
Fachschaft nach
Berlin mit

Dirk Heidenblut: "Aufgrund des überzeugenden Einsatzes der Fachschaft habe ich entschieden, eine Vertreterin der Bundesvereinigung PsyFaKo als Expertin in die öffentliche Anhörung nach Berlin einzuladen. Die Studierenden werden so ganz direkt vor Ort (auf Augenhöhe mit den Profs, den Psychotherapieverbänden, den Kassen- und Ärztevertretern) und vor allen Fraktionen ihre Sicht darstellen können."

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