Radschnellweg stockt in Essen

Bürgerversammlung in der Kirche St. Gertrud am 16.11.2017
  • Bürgerversammlung in der Kirche St. Gertrud am 16.11.2017
  • hochgeladen von Reinhard Otbar

Bereits seit einem Jahr könnte Straßen NRW die Brücke über die Gladbecker Straße und den Radschnellweg auf dem Bahndamm nördlich des Viehofer Platz bauen. Das hieße bei einer Bauzeit von 3 Jahren: Fertig Ende 2019!

Doch es kam anders: Die Stadt Essen bat den zuständigen Landesbetrieb den Bau nicht zu beginnen und das städtebauliche Verfahren für das südliche Eltingviertel abzuwarten. Hier möchte die Stadt etwa 300 Wohnungen sehen, da soll ein Bahndamm nicht stören. Die Radfaher protestierten damals. Man versprach, sich bis September 2017 festzulegen.

Doch seit einem Jahr geschah so ungefähr: Nichts! Wie man auf einer Bürgerversammlung am 16.11. in der Kirche St. Gertrud erfahren konnte "ist das Verfahren erst ganz am Anfang". Heißt: Ein Investor für die mittlerweile drei Entwürfe ist noch nicht gefunden. Eine Auswahl hat nicht stattgefunden und Straßen NRW fängt wieder nicht an zu bauen.

Braucht der Landesbetrieb vielleicht auch garnicht mehr, denn bei zwei der Entwürfe soll der Bahndamm abgerissen und der Radweg auf Bauten des neuen Investors geführt werden. Der müsste somit nicht nur für die Baukosten (auch für die Brücke über die Altenessener Straße) sondern auch für Unterhalt, Beleuchtung, Winterdienst, Wartung und alle Folgekosten des Radschnellwegs in diesem Bereich aufkommen. Zudem ist eines sicher: Hier werden mehr als drei Jahre Bauzeit benötigt und auch deutlich länger um überhaupt einmal anzufangen!

Nur eine Variante nutzt den bisherigen Bahndamm. Ein provisorischer Radweg hier drauf, wie beispielsweise vom ADFC Essen gefordert lehnt Planungsamtsleiter Graf aber vehement ab. Dabei könnten die städtebaulichen Betrachtungen und ggf, Bauarbeiten zur von der Politik befürworteten Variante 3 in Ruhr ausgeführt werden, während der Radverkehr schon läuft.

Oder direkt Variante 1 bauen? Die deutliche Mehrheit der 120 anwesenden Bürger im Saal wäre sofort dafür und sieht nur Vorteile:

  • Straßen NRW zahlt die Kosten
  • Straßen NRW plant und baut
  • Zeitlich unabhängig vom späteren Wohnbau realisierbar
  • schnellstmöglich zu realisieren
  • Eine West-Ost-Fischluftschneise bleibt erhalten
  • Bessere Ausblicke
  • Bezahlbar
  • Hilft dem Grüne-Hauptstadt-Ziel 25% Radverkehr in 2035 näher zu kommen
  • Mehr grün als in anderen Varianten
  • Keine neuen Angsträume
  • Klare Verantwortlichkeiten bei Unterhalt und Wartung
  • Keine neuen überdachten Möglichkeiten für Drogenszene

Die Machbarkeitsstudie für den Radschnellweg auf dem Bahndamm des Eltingviertels ist übrigens 2014 heraus gekommen ohne das die Stadt Essen ihr Veto einlegte. Seitdem interessieren sich Medien aus dem In- und Ausland für dieses Vorzeigeprojekt. Werden diese in 3 Jahren Verständnis dafür haben, dass in Essen in der Mitte des 101km langen Premiumweg noch eine Lücke klafft, weil die Stadt Essen dort knapp 300 Wohneinheiten erichten möchte? 2020 sollte der RS1 fertig sein. Wenn Straßen NRW Baurecht bekommt würden Sie drei Jahre brauchen - vorausgesetzt ihre Planer sind nicht zwischenzeitlich woanders eingesetzt.

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