"Löwes Lunch": Hartz IV - "Tante Uschi" erhöht um ´nen Fünfer!

Ich kann nicht wirklich beurteilen, ob die neuen Hartz IV-Regelungen gerecht sind. Ich finde, ein solches Thema sollte man nicht mit gesundem Halbwissen bewerten - dafür fühlen sich schon genügend andere zuständig. Was ich aber sagen kann: Die Art, in der die Neuerungen der Öffentlichkeit übermittelt wurden, kommt mir unpassend vor. Als ob in Deutschland nicht schon genug Neid-Debatten die Runde machen!
Ursula von der Leyen mimt in bester Fräulein-Rottenmeier-Manier die strenge Ministerin, die den ungezogenen "Hartzis" erst 20, dann 10 Euro, letztlich einen Fünfer mehr gibt. Den aber bitte nicht wieder fürs Saufen und Rauchen ausgeben! Und wenn die Jobcenter der Tante Ursula stecken, dass da einer der kleinen Racker nicht richtig mitziehen will, gibt's richtig was auf die Pfoten. Guckt euch mal lieber die Rentner an, die haben in den letzten Jahren viel weniger bekommen als ihr...
Geht's noch? Werden hier nicht wieder einmal alle Arbeitslosen über einen Kamm geschoren? Alle unwillig, sich um ihre Kinder zu kümmern und erst recht ohne wirklich Lust, zurück in die Arbeitswelt einzusteigen. Denen muss man sogar noch sagen, wie sie mit ihrem wenigen Geld umzugehen haben.
Kein Wort davon, dass es der Arbeitsagentur nach wie vor nicht gelingt, die wenigen "schwarzen Schafe" ins Visier zu nehmen. Keine Rede von schwachsinnigen Umschulungen, die den Hartz IV-Empfängern gar nichts, der Ministerin aber eine geschönte Vermittlungsbilanz bringen. Warum finden immer nur die Klatschpresse-Reporter diese "Florida-Rolfs" und "Malle-Maritas", die bald lustig den Fünf-Euro-Schein in die Höhe halten werden und dabei auf einen "Arbeitslos-und-Spaß-dabei-Cocktail" zeigen? Wann greift die Kontrollfunktion in den Amtsstuben mal zeitnah und straft die Richtigen, statt pauschal alle ab?
Erinnern Sie sich noch? Als das "Arbeitsamt" in "Arbeitsagentur" umbenannt wurde, konnten Jobsuchende fast ein Jahr lang nicht vernünftig vermittelt werden, weil die Behörden mit der Computer-Umstellung überlastet waren. Momentan wollen einige Kommunen (z.B. Essen) selbst die Arbeit der Jobcenter übernehmen. Wieder ein enormer Verwaltungsaufwand, in dem wieder die nachhaltige Betreuung der Betroffenen an zweiter Stelle steht? Auch dazu kein Wort aus dem Ministerium.
Es ist nicht von der Leyens Fünfer, den sie beim Hartz IV jetzt drauflegt. Das ist unser aller Steuergeld. Und deshalb möchte ich nicht, dass es den Empfängern so vorkommt, als gäbe es von "Tante Uschi" eine kleine Taschengeld-Erhöhung.

Autor:

Detlef Leweux aus Essen-Steele

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