Die "AG Stadttauben" in Not:
Über Steeles Dächern wird Hilfe gebraucht

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Hoch auf dem Flachdach in Steele flattert und gurrt es: Hier betreibt die "Arbeitsgemeinschaft Stadttauben Essen" einen Taubenschlag. Aber mit einer Zucht, wie sie früher von vielen Bergleuten betrieben wurde, hat dieser Schlag nichts zu tun: "Wir machen hier eher das Gegenteil einer Zucht", klärt Frau Heitkamp auf, während sie das gespendete Futter mischt. Denn dort sollen die Tauben zwar nisten und Eier legen, sich aber nicht vermehren: Die Eier werden gegen Gipseier ausgetauscht, damit die Population mangels Nachwuchs langsam aber stetig schrumpft, ohne Tiere töten zu müssen.
Etwa 250 Tauben nisten dort, und noch mehr kommen regelmäßig zu den Fütterungen. So sollen sie an diesen Platz gebunden werden. "Der Schlag ist im Moment zwar fast voll, aber durch jedes Nest, welches hier gebaut wird, können wir die Population weiter kontrollieren" , informiert die Dame mit der Kopfhaube, die ihre Haare vor Vogeldreck schützt. Mit über 700 Tauben habe man vor etwa 15 Jahren angefangen. Die Zahl war schon mehr als halbiert, so dass man sich fast am Ziel glaubte. "Doch dann machte ein Züchter in der Nähe seinen Schlag einfach zu. Der hatte weitere 700 Tauben, die nun einen neuen Platz suchten. Etwa 300 davon hatten wir dann zusätzlich zum alten Bestand hier", ärgert sich Frau Heitkamp.
Die Entfernung des Kotes kostet die Stadt jährlich tausende Euro, der Schmutz häuft sich auf und unter Bauwerken. "Der ist zwar PH- Neutral", weiß Heitkamp. "Aber der Dreck stört natürlich trotzdem und ist sehr unhygienisch." Die meisten Tauben seien übrigens gesund. Firmen, die ihr Geld mit Taubenabwehr verdienen, reden jedoch ständig von "gefährlichen Krankheitsüberträgern".  "Jeder kennt das. Aber das ist schlicht falsch", klärt sie weiter auf. Umfangreiche Studien, die vor ein paar Jahren veröffentlicht wurden, beweisen das Gegenteil.
Aber Frau Heitkamp hat ein Problem: Durch Krankheit und veränderten Lebenssituationen der Helfer mussten alle - zumindest befristet - ihre Unterstützung aufgeben. Sie muss die Tiere nun alleine versorgen: Kot entfernen, Wasserspender reinigen und auffüllen, Futter anmischen. Insbesondere die schweren Futtersäcke, die gespendet wurden, kann sie nicht alleine in den Schlag schleppen: Seit einem Unfall macht ihr Rücken das nicht mehr mit.
"Erste Hilfe" bekam sie von zwei  engagierten Mitgliedern der Bürgerinitiative "Essen packt an!". Doch Nadine und Ingo Behring haben nicht immer Zeit, um die Dame zu unterstützen. Und neben der täglichen Arbeit haben sich auch einige Reparaturen aufgestaut: "Da am Sockel muss mit Teerpappe abgedichtet werden, und hier an der Tür sind einige Bretter verrottet", zeigt Heitkamp. "Das muss vor dem Winter noch unbedingt gemacht werden!"
Sie kennt ihre Tiere, die teilweise schon mehrere Jahre dort untergekommen sind: "Der da drüben auf dem Nest, der ist ein Filou", schwärmt sie von den Tieren. "Wenn um etwa 16 Uhr seine Frau kommt und das Brutgeschäft übernimmt, macht der sich sofort auf, um anderen Mädels den Hof zu machen!" Hierin zeigt sich ein weiteres menschengemachtes Problem: "Eigentlich brüten Tauben von Natur aus nur zwei mal im Jahr", weiß Heitkamp. "Aber durch konsequente Zucht brüten sie nun in einem fort. Das kann man ihnen nicht einfach abgewöhnen."
Nun hofft sie auf Menschen, die sich für die Vögel interessieren und ein oder zwei mal in der Woche ein Stündchen für sie erübrigen können. Frau Heitkamp ist fast täglich um die Mittagszeit dort auf dem Dach und tut, was ihr möglich ist. Aber sie schafft einfach nicht alles, so sehr sie sich auch bemüht. "Natürlich sind Spenden willkommen, denn es fehlt so einiges", sagt sie. "Aber es wäre eine unglaubliche Hilfe, wenn jemand kommen würde, der auch Spaß am Umgang mit diesen Tieren hat und mir dann und wann etwas helfen kann."
Sie tut es für die Tauben. Sie tut es für die Stadt. Aber sie kann es nicht alleine.
Wer ihr also etwas helfen möchte, kann mich unter   ingo.behring@arcor.de   erreichen, ich werde den Kontakt dann herstellen.

Autor:

Ingo Behring aus Essen-Steele

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