Der Künstler aus der Nachbarschaft - Das Krayer Rathaus zeigt Werke von Wilhelm Möller aus Steele

Enkelin Sabine Birkenheuer freut sich sehr auf die Ausstellung ihres Großvaters im Krayer Rathaus.
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„Denke ich an meinen Großvater, dann sehe ich Ihn eigentlich immer mit einer Tasche oder einem Aktenkoffer. Darin waren seine Zeichenutensilien und die hatte er immer dabei, um Dinge, die ihn interessierten in einer Skizze festzuhalten. So war er - immer gut vorbereitet!“, erzählt Sabine Birkenheuer, Enkelin des Steeler Künstlers Wilhelm Möller, der in diesem Jahr 111 Jahre alt geworden wäre. Eine Ausstellung mit zahlreichen seiner Werke ist vom 24. bis 26. November im Krayer Rathaus zu sehen.

VON JULIA COLMSEE

Geboren am 17. November 1906 in Kray als zweites von sechs Kindern, wurde Wilhelm Möller in einer Zeit groß, in der man mit Kunst und Malerei wohl eher nicht seinen Lebensunterhalt verdienen konnte. „Ich denke, dass er aus diesem Grund erst einmal etwas ‚Solides‘ gelernt hat: Dekorationsmaler - übrigens an der Folkwang Kunstgewerbeschule in Essen, soweit ich weiß“, berichtet Enkelin Sabine Birkenheuer. Unruhige Zeiten, zwei Weltkriege, wenig Geld und Entbehrungen - der Weg durchs Leben gestaltete sich für die Anfang des Jahrhunderts geborene Generation alles andere als einfach. „Man darf auch nicht vergessen, dass die Utensilien zum Malen sehr viel Geld kosteten - allein mit der Kunst wohl kaum zu erwirtschaften!“ Und so arbeitete Wilhelm Möller unter anderem als Zeichner bei der Firma Krupp und später als Zeichner und Industriegrafiker beim RWI (Rheinisch Westfälischen Institut). „Gleichzeitig hat er in seiner Freizeit aber nie aufgehört zu malen. Unter anderem auch Auftragsarbeiten - eigene Motive aber auch das Nachmalen von Klassikern gehörte dazu. Diese sind dann natürlich als Replik gekennzeichnet!“
So entstanden im hauseigenen Atelier -aber auch in freier Natur oder auf Reisen Landschaften, Porträts, Tiermotive, Blumenbilder oder Stillleben. „Auch was das Material anbetrifft war mein Opa sehr vielseitig und an unterschiedlichsten Techniken interessiert. Es entstanden, Pastelle, Radierungen, Ölbilder auf Leinwand oder Linolschnitte!“ Die Familie habe er natürlich auch gemalt. „Von mir gibt es ein Bild als zweijähriges Mädchen - das wird auch im Rathaus zu sehen sein.“
Zwei Mal war Wilhelm Möller verheiratet - 1929 bis 1945 mit der Großmutter von Sabine Birkenheuer. „Meine Oma ist leider sehr früh gestorben, bereits vor meiner Geburt.“ 1947 heiratete Möller ein zweites Mal - seine Frau Erika Möller starb im Jahr 2015 mit 97 Jahren. Zahlreiche Bilder ihres Mannes befanden sich in ihrem Besitz und können nun in einer Ausstellung auch einem breiten Publikum vorgestellt werden. „Rund 70 Werke haben wir für die Ausstellung im Krayer Rathaus ausgewählt und dazu passend ein Paar Informationen zusammen getragen - soweit wir das konnten und wussten!“
Der Besuch der Ausstellung ist gleichzeitig auch eine Reise durch die Zeit - Werke des Autodidakten Wilhelm Möller im Laufe seiner künstlerischen Jahre. Sabine Birkenheuer freut sich bereits auf die Ausstellung und die Reaktionen der Besucher. „Ich werde an den drei Tagen ebenfalls dabei sein. Einen eigenen kleinen Stand habe ich vorbereitet - mit Postkartenmotiven zum Beispiel. Und auch meine Mutter - also die Tochter von Wilhelm Möller - wird da sein. Gerade für meine Mutter freut es mich ganz besonders, dass die Bilder jetzt gezeigt werden können - ein Stück erlebter Familiengeschichte!“
Mit einer Vernissage ab 17 Uhr startet die Ausstellung am Freitage, 24. November. Am Wochenende ist das Krayer Rathaus ab 12 Uhr geöffnet.

Autor:

Julia Colmsee aus Essen-Süd

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