Sondereinsatz für Susanne! Tagespraktikum in der Metzgerei Velten: Hier geht es um die Wurst!

Frikadellen liegen Susanne offensichtlich.
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Wie funktioniert eine traditionelle Gaststätte, was gehört alles in eine gute Wurst und wie organisiert sich ein großes Hotel? Was sich anhört wie die „Sendung mit der Maus“ für Erwachsene finden Sie, liebe Leser, in den kommenden Wochen in Ihrem Kurier. Susanne Boiar ist im Kurier-Gebiet unterwegs und schaut bei ihrem Tagespraktikum hinter die Kulissen. Schauen Sie mit Ihr den Profis über die Schulter - und begleiten Sie die Kurier-Mitarbeiterin auf ihrem „Sondereinsatz für Susanne“!

VON JULIA COLMSEE

Auf stolze 144 Jahre Familientradition kann die Fleischerei Otto Velten aus Steele in diesem Jahr zurückblicken - bereits der Ur-Ur-Großvater des heutigen Inhabers Otto Velten gründete den Betrieb im Jahr 1873. Wer sich über so viele Jahre am Markt beweisen kann, der scheint einiges richtig zu machen. Einen Blick hinter die Kulissen durfte in der vergangenen Woche Susanne Boiar wagen - immer auf der Suche nach dem besonderen „Geheimnis des Erfolges“.
Nach der Begrüßung ging es direkt ab in die „gute Stube“ des Traditionsunternehmens an der Bochumer Straße 8 - Otto Velten hatte einiges für seine neue Praktikantin vorbereitet. Produziert wird bei Velten grundsätzlich alles selbst - bis auf einige internationale Spezialitäten. „Klar - den Parmaschinken kaufen wir natürlich auch dazu. Aber alle einheimischen Produkte machen wir selbst - vom Mett über Bratwurst bis zu Kochschinken, Fleischwurst oder Leberwurst - alles nach unseren Rezepten!“
Auf dem technisch neuesten Stand sollte dementsprechend auch der Arbeitsbereich sein - bei Velten reihen sich einige Großgeräte aneinander. „Ohne wäre es für mich heute nicht mehr möglich, effizient zu arbeiten. Die Maschinen sind eine wertvolle Unterstützung - haben aber auch ihren Preis (Anmerkung der Redaktion: 60.000 Euro pro Gerät sind nicht selten) - aber keine Maschine kann natürlich das Wissen eines Metzgermeisters ersetzen.“
Frische und eine hohe Qualität des Grundproduktes Fleisch - darauf legt Velten viel Wert - viele Produkte werden täglich frisch hergestellt. Dabei folgt die Produktion einer exakten Reihenfolge: „Wir starten immer mit den Produkten, die mit Kochsalz hergestellt werden - wie beispielsweise Mett oder Frikadellen. Erst danach kommen die klassischen Wurstwaren, die Pökelsalz brauchen. Die schöne, rote Farbe der Wurst - dafür ist das Pökelsalz verantwortlich. Mett aber würde dadurch grau - sieht dann nicht so lecker aus.“
Jetzt ist Susanne Boiar dran - für das Mett muss Fleisch mit der Maschine zerkleinert werden - frisch aus dem Kühlhaus und eiskalt. „So läßt es sich besser schneiden!“ Und auch bei der Befüllung der Bratwürstchen muss Susanne Boiar ihre „Frau“ stehen. Otto Velten macht es vor, aber: „Das ist gar nicht so einfach wie es aussieht - meine sind viel zu locker…“ Vielleicht liegen ihr Frikadellen mehr? Frisch aus der Maschine müssen die beliebten Fleischklopse geformt werden. „Die sehen doch schon recht ordentlich aus“, lobt Otto Velten. Geht doch!
Vorne im Verkaufsraum ist währenddessen viel zu tun. Ab 8 Uhr ist hier geöffnet - fünf Mitarbeiter stehen hier im Dienste des Kunden, die hier auch frühstücken oder ein zünftiges Mittagessen einnehmen können. „Unser Schnitzeltag am Donnerstag ist sehr beliebt - aber auch die anderen Mittagsgerichten können sich sehen lassen!“
Bei der großen Auswahl - was steht denn bei Metzgermeister Velten auf der privaten Speisekarte? „Ich esse sehr gerne ein gutes Steak. Mit ein bisschen Gemüse - auch aus der Pfanne! Sehr lecker. Und meine selbstgemachte Salami - die finde ich auch sehr gut. Viele Metzger stellen Salami ja nicht mehr selber her - das ist recht aufwändig. Wir schon.“ Bereits die fünfte Generation Metzgermeister ist mit Otto Velten jetzt im Einsatz - stand für ihn eigentlich je auch ein anderer Beruf zur Debatte? „Nicht wirklich - ich wollte gerne den Betrieb meiner Eltern übernehmen. Ein vielseitiger Beruf, der mir bis heute viel Spaß macht. Mittlerweile bieten wir außerdem einen Party-Service für jede Gelegenheiten an. Ein Bereich, der sicherlich auch zukunftsweisend ist und uns allen viel Spaß macht! Tauschen oder ändern würde ich auf gar keinen Fall etwas!“ Und die nächste Generation? „Mal schauen“, lacht Otto Velten. „Ich habe zwei Söhne - wir werden sehen, welchen Weg sie einschlagen!“

Autor:

Julia Colmsee aus Essen-Süd

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