Ausstellung in der Passionszeit: Ambivalenz in der Notkirche

Mit warmen Worten übernimmt Marlies Blauth die Einführung.
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Temperaturen um den Gefrierpunkt luden am vergangenen Sonntag kaum zum Verlassen der eigenen vier Wände ein. Dennoch entpuppte sich die Ausstellungeröffnung Ambivalenz von Dina Nur in der Apostelnotkirche als wahrer Publikumsmagnet.

Die Stuhlreihen sind voll besetzt als Pfarrer Werner Sonnenberg als Kurator der Ausstellung die magischen Worte spricht: „Damit die Ausstellung eröffnet.“ Innerhalb kürzester Zeit verteilen sich die Anwesenden im Raum und beginnen, sich mit den Werken der im Sudan geborenen Künstlerin auseinanderzusetzen. „Dina Nur möchte mit ihren Skulpturen zum Kern des Menschen durchdringen, zum Eigentlichen, zu dem, was uns alle verbindet“, stellte Marlies Blauth in ihrer Beschreibung der Ausstellung dar. Sie kennt die Künstlerin, die heute in Dortmund lebt und arbeitet, bereits seit Jahren und hat den Kontakt zur Apostelnotkirche hergestellt: „Es ist kein Zufall, dass die Werke in der Passionszeit gezeigt werden.“ Viele der gezeigten Stücke sind eigens für diese Ausstellung entstanden. „Ich betrachte mich eigentlich als Bildhauerin und nicht als Malerin. Dennoch habe ich hierfür viel gezeichnet“, berichtet Nur, deren Lieblingswerk jedoch eine eingewickelte Skulptur im vorderen Bereich des Raumes ist. Die Künstlerin hat bereits mehrfach in Kirchen ausgestellt und fand an den Räumlichkeiten in Frohnhausen schnell Gefallen. Bei einer ersten Besichtigung entstand dann die Vision der heutigen Ausstellung.
Die Betrachter befinden sich schnell in intensiven Diskussionen untereinander, suchen jedoch auch den Austausch mit der Künstlerin selbst. „Die Skulpturen wirken fragil und unirdisch, wie nicht von dieser Welt“, befand Blauth in ihrer Einführungsrede, „Die Figuren befinden sich gleichzeitig in einem Lebens- und Totentanz, eben ganz ambivalent. Sie sind die Spiegelung eines künstlerischen Lebens.“ „Ich war neugierig wie das Thema Ambivalenz umgesetzt wird. Ich sehe menschliche Unvollkommenheit und in den Bildern Menschen, die allein sind oder in Gruppen. Wie im wahren Leben“, schildert Besucherin Hildegard Ufer ihre Eindrücke. „Man kann ein Gesicht erahnen, ich sehe viel Schmerz“, tuschelt ein weiterer Gast mit seiner Nachbarin.
Für musikalische Unterstützung sorgte an diesem Abend Anja Blauth an der Gitarre, deren sanfte, ruhige Töne die fast unwirkliche Atmosphäre noch unterstützen. Nur im Flüsterton sprechen die Menschen miteinander, fast als hätten sie Angst mit ihren Stimmen die fragilen Gebilde zu zerstören.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. April im Kunstraum der Notkirche in Frohnhausen.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-West

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