So arbeitet die Künstlerin Dagmar Liebsch
Der kreative Garten: Daggis Kunstbude ist ein Paradies zum Werken

Dagmar Liebsch-Weber liebt ihre Kunstbude und steht gerne an der Werkbank.
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  • Dagmar Liebsch-Weber liebt ihre Kunstbude und steht gerne an der Werkbank.
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Seit 2014 gibt es Daggis Kunstbude, ein großes und verwinkeltes Gartenhaus hinter dem Wohngebäude. Hier wirbelt und wirkt Dagmar Liebsch: „„Ich bin keine klassische Malerin, ich arbeite nicht gegenständlich. Aber ich liebe es zu spachteln.“

Mit ausladenden Armbewegungen deutet die Fast-53-Jährige an, wie sie „vieeel Farbe“ auf eine Leinwand aufbringt, diese dann wieder teilweise abkratzt und neue Farbe aufbringt. „Meine Schüler finden ich bin geduldig. Ich nehme das gar nicht so wahr“, überlegt Liebsch, die als Lehrerin an einem Berufskolleg tätig ist und ihren Beruf sehr liebt, „ Ich unterrichte Gestaltungstechnik, Wirtschaft und Politik. Gelernt habe ich Schneiderin und ich bin studierte Designerin. Vor 19 Jahren bin ich dann an die Schule gegangen. Und das war so richtig.“
Die einzelnen Farbschichten ihrer Arbeiten müssen in der Regel trocken, bevor sie weiterarbeiten kann, ähnlich wie Klebstoffe, wenn sie haptische Materialien einbringt. Ein wenig geduldig scheint sie schon zu sein und gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass Dagmar Liebsch ihre Zeit auch sehr intensiv nutzt. Als Mutter einer Patchwork-Familie mit vier Kindern ist dies sicherlich eine Kunst. An dem großen Tisch in der Mitte ihrer „Bude“ entstehen viele großformatige Leinwände, aber auch Unterrichtsvorbereitungen werden hier getroffen. Um die Ecke gibt es noch einen kleinen Werkraum, den auch die Kinder immer wieder für sich entdecken. „Kunst ist für mich halb beruflich, halb privat. Bevor ich das Atelier hatte, habe ich viel weniger gemacht“, erinnert sich die gebürtige Mülheimerin, die es sich in dem Gartenhaus mit Ofen und Heizung, bunten Kronleuchtern, einem Sofa und selbstgestalteten Wänden gemütlich gemacht hat. Sie verbringe oft Stunden in den Räumen, manchmal nur mit Überlegungen zum nächsten Projekt. Dabei arbeitet sie stark emotional geleitet und weniger nach einem definierten Konzept. „Ich versuche zum Beispiel die Atmosphäre und das Gefühl von Orten darzustellen. Also mein Gefühl dazu“, beschreibt Liebsch, die sich im Zuge dessen beispielsweise mit der Toskana und der Nordsee beschäftigt hat. Bei den Betrachtenden hofft sie mit ihrer Kunst Gefühle auszulösen, dabei dürfen diese auch vollständig von den eigenen Emotionen abweichen, „Bei einer Ausstellung in einer Kirche habe die älteren Menschen zum Teil weinend vor meinem Bild mit dem Titel Luft gestanden. Sie haben darin den Kriegshimmel wiedererkannt. Das war sehr berührend.“
„Ich habe viel Interesse an der Vermengung von Religion, Spiritualität und Kunst. Ich möchte den inneren Ausdruck nach außen transportieren“, versucht Liebsch ihre Motivation zum Malen zu beschreiben und erzählt weiter, dass ihre ersten Werke sich mit dem Johannes Evangelium und der Genesis beschäftigt haben. Entstanden sind vier miteinander korrespondierende Bilder zu den Themen Feuer, Wasser, Erde und Luft.
Fast alle Bilder und sogar die Wand hinter dem Ofen haben eines gemeinsam: Perlglanzpigmente.
„Ich liebe Perlglanzpigmente. Dadurch glänzen die Farben ganz toll“, grinst Liebsch während sie die Bilder so ins Licht dreht, dass der Effekt besonders deutlich wird. Bei der Bildserie Genesis hat die Mutter von drei Söhnen und einer Tochter ergänzend Textil- und Pflanzenfasern sowie Holzwolle verwendet. Diese Materialien sammelt sie manchmal jahrelang, ohne bereits im Vorfeld zu wissen, was daraus einst entstehen soll. „Charakteristisch für meine Werke ist meine sehr individuelle Technik und das grazile Aufbringen der Elemente. Da verrate ich auch nicht, wie ich das genau mache“, sagt die Lehrerin, die sich selbst als ‚handfesten‘ Typ beschreibt, mit einem Augenzwinkern.
In diesem Jahr wird Dagmar Liebsch thematisch arbeiten und sich noch intensiver als in bisherigen Arbeiten mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Dazu passt ihr Plan, weitere Kunstworkshops anzubieten. Einmal hat sie dies bereits mit großem Erfolg getan und seither den Wunsch, mehr davon zu erleben. Außerdem wird Daggis Kunstbude auch in 2019 bei der Kunstspur geöffnet sein, sodass einem persönlichen Kennenlernen der Künstlerin nichts im Wege steht.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-Süd

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