"Der leere Raum" wird gefüllt

Wenn sie nicht auf der Bühne steht, kümmert sich Mariela Rossi um den Empfang.
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Einmal auf den Brettern, die die Welt bedeuten stehen dieser Traum ist nicht selten. Grund genug für die Betreiberinnen von „Der leere Raum“ in Frohnhausen Workshops anzubieten.

Das gemütliche Theater an der Raumerstraße lädt schon von außen ein. Das Programm ist direkt auf die Fensterscheiben geschrieben, drinnen locken in der dunklen Tageszeit Kerzen und ein helles Ambiente verströmt heimelige Atmosphäre. Gleich neben der Eingangstür stehen ein Empfangstresen und die Garderobe, ein einfacher Schrank mit weißen Vorhängen. „Hier halte meist ich mich auf“, so Claudia Maurer. Gemeinsam mit Geschäftspartnerin Mariela Rossi leitet sie das Theater, „Wir stemmen alles zu zweit. Mariela steht auf der Bühne, ich mache die Technik und den Empfang.“ Die Stücke selbst, derzeit sind zwei im Programm, entwickeln die Künstlerinnen gemeinsam. „Wir greifen bestehende Texte auf oder entwickeln Themen weiter“, beschreiben sie ihr Vorgehen. Rossi ist als Puppenspielerin bei der Umsetzung gefragt. „Nach einer Aufführung geht nicht mehr viel“, erklärt sie, denn 90 Minuten Vollgas sind anstrengend. „Das Theater gab es vorher bereits im Stadtwald. Dort lief es gut, aber ich wollte etwas Neues. Dann habe ich Mariela über eine gemeinsame Freundin kennengelernt und einige Zeit später ergab sich die Zusammenarbeit“, freut sich Maurer. Rossi, die nach einem Auslandsaufenthalt wieder nach Essen kam, ist stolz auf das Geleistete: „Seit diesem Jahr spielen wir hier vor Ort.“ Ja, wo denn eigentlich genau? Der Blick in den Nebenraum gibt Aufschluss. Hier erinnert vieles an klassische Theaterräume, wenn es auch viel kleiner und intimer ist. Nur wenige Stuhlreihen laden zum Setzen ein und der Blick auf die Bühne ist von überall möglich. Ebendiese Bühne ist auch der Ort des Geschehens für die Workshops im Rahmen der Kunstspur. Pünktlich haben sich die Interessierten eingefunden und schon geht es, umgeben von dicken, schwarzen Samtvorhängen los. Claudia Maurer beginnt ihr Hände zu reiben und bedeutet den Teilnehmenden es ihr gleich zu tun. „Schön fest reiben, bis es warm wird“, gibt sie Anweisung und legt danach eine Hand auf den Oberbauch und eine auf den Brustkorb: „Spürt ihr das?“ Es wird warm und kribbelt, stellen alle fest und schauen irritiert. Das soll Theaterspielen sein? Doch es geht noch weiter. Bald darauf fliegen und rollen imaginäre Bälle durch den Raum und werden einander zugespielt. „Wir können den leeren Raum selbst befüllen und das finde ich spannend“, erläutert Maurer und erklärt damit auch gleich den Namen ihres Theaters. Das zeigt auch die nächste Übung. Ein fiktiver Gegenstand wird dabei mit geschlossenen Händen weitergegeben. Der Nächste öffnet seine, ebenfalls zunächst geschlossenen, Hände und entdeckt darin etwas völlig Anderes und nutzt dies weiter. „Lasst euch überraschen, was ihr findet“, ermuntert die Regisseurin und entdeckt selbst Zigaretten, einen Lippenstift und ein Tier, wie sie pantomimisch darstellt. Auch die anderen Teilnehmer entdecken Spannendes: Eine Bierdose, eine Schuhputzbürste, eine Nähmaschine und etwas sehr, sehr Ekeliges sind dabei. Es fällt auf: Man braucht nur wenig, um sich auszudrücken. Und doch ist was der Beobachter wahrnimmt, ist nicht immer das Implizierte. „Das ist gar nicht schlimm. Jeder hat seine eigene Wahrheit“, so die erfahrene Theaterfrau. In der Reflexion der Übungen lernt jeder auch etwas über sich selbst. Ist es okay, wen mir nichts einfällt? Gefällt den anderen Teilnehmern, was ich zeige? Die eigene Landkarte tief im Inneren, spielt stets mit.
Nach fast einer Stunde endet der Workshop und der Blick hinter die Kulissen des Theaters ebenso. Wer das Ganze aus der gewohnten Besucherperspektive genießen möchte, hat hierzu bis Ende des Jahres noch mehrfach Gelegenheit. Kurzfristig wird am Freitag, den 12. Oktober 2018 sowie am Samstag, den 06. Oktober 2018, jeweils 19.00 Uhr
„Tränen der Heimat“ gegeben. An das kleine Publikum richtet sich das „Ozeanmärchen“ am Freitag, den 02. November 2018, ebenfalls um 19.00 Uhr.

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