Schauspiel Essen
Ein Kampf im Kopf: Sabine Osthoff mit Solo-Stück „Am Boden“ wieder in der Box

Sabine Osthoff verkörpert eine Kampfpilotin, die durch die technische Entwicklung ihre ganz eigene Welt verliert.
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  • Sabine Osthoff verkörpert eine Kampfpilotin, die durch die technische Entwicklung ihre ganz eigene Welt verliert.
  • Foto: Diana Küster
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Das Solo-Stück "Am Boden" ist am 7. Juni in der Box zu sehen. Das Stück über eine Kampfpilotin wirft einen Blick auf die Entwicklung der Kriegsführung in ihrer gesellschaftlichen Brisanz.

Das unendliche Blau hat es ihr angetan und natürlich die Geschwindigkeit, wenn die G-Kraft sie in den Sitz presst und sie mit ihrem „Tiger“ durch den Himmel jagt.  In dem Solo-Stück „Am Boden“ von George Brant, das am Freitag, 7. Juni, ab 19 Uhr wieder in der Box des Schauspiel Essen zu sehen ist, spielt Sabine Osthoff eine Kampfpilotin, die viele Jahre in verschiedenen Kriegsgebieten stationiert war und dabei den Adrenalinkick über den Wolken genossen hat.

Abkapselung durch
Virtuelle Kriegsführung

Als junge, unabhängige Frau führte sie maximal Fernbeziehungen und war glücklich damit. Doch dann tritt Eric in ihr Leben und mit ihm „der ganze wahre Kitsch“. Schon bald wird sie schwanger und muss den Dienst quittieren. Nach der Geburt ihrer Tochter bleibt sie zuhause und verzichtet drei lange Jahre auf berufliche Erfüllung. Als sie schließlich auf den Stützpunkt zurückkehrt, muss sie feststellen, dass sich der Krieg während ihrer Abwesenheit stark gewandelt hat: Als Drohnenpilotin fliegt sie jetzt eine Reaper im Wert von 11 Millionen Dollar, ganz ohne ins himmlische Blau einzutauchen, und pendelt im Schichtdienst zwischen Kindergarten und Luftwaffenbasis in der Wüste, zwischen Liebesleben mit ihrem Mann und automatisiertem Töten hin und her. Und zunehmend tobt auch nach Feierabend der Krieg in ihrem Kopf …

„Grounded“, so der englische Originaltitel, liefert einen packenden Einblick in die Welt des modernen drohnenbasierten Krieges und zwingt zugleich zur Auseinandersetzung mit der Frage, was es gesellschaftlich und moralisch bedeutet, wenn Kriegsführung zunehmend ins Virtuelle verlagert wird.
Für das Schauspiel Essen hat Felicia Daniel den theatralen Monolog inszeniert, Bühnenbild und Kostüme stammen von Gesa Gröning; Sounddesign und Videografie wurden von Adrian Kareev beigesteuert.

Der Kartenvorverkauf ist telefonisch unter 81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de möglich.

Weiterer Termin: 22. Juni, 19 Uhr, Box (zum letzten Mal in dieser Spielzeit).

Sabine Osthoff verkörpert eine Kampfpilotin, die durch die technische Entwicklung ihre ganz eigene Welt verliert.

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