Fundstücke: Zwei historische Exkursionen durch die Margarethenhöhe
Einblicke in die Gartenstadt

In zwei Gruppen ging es jeweils rund zwei Stunden lang unter fachkundiger Leitung von Heimatforscher Robert Welzel (rechts) durch die Siedlung, die 1906 von Margarethe Krupp gestiftet wurde.
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  • In zwei Gruppen ging es jeweils rund zwei Stunden lang unter fachkundiger Leitung von Heimatforscher Robert Welzel (rechts) durch die Siedlung, die 1906 von Margarethe Krupp gestiftet wurde.
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Mit zwei historischen Exkursionen durch die Margarethenhöhe hat das Bürgerprojekt "Essens Grüne Fundstücke 2021", das im Rahmen der Ideenbörse 2021 der Grünen Hauptstadt Agentur durchgeführt wurde, seinen Abschluss gefunden. Jeweils rund zwei Stunden lang ging es unter fachkundiger Leitung von Heimatforscher Robert Welzel durch die Siedlung, die 1906 von Margarethe Krupp gestiftet wurde und als Vorläufer des Sozialen Wohnungsbaus gilt.

"Die bis 1938 entstandene "Dichtung in Stein und Grün" ist bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebt", so Heimatforscher Robert Welzel. Und so finden nicht nur regelmäßig Stadtrundfahrten mit dem Doppelstock-Cabriobus durch die teils engen Straßen statt - auch das Interesse an der Führung war so groß, dass gleich zwei Gruppen nacheinander unterwegs waren, um allen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen.
Die Siedlung Margarethenhöhe gilt als erste deutsche Gartenstadt. 50 Hektar der Siedlungsfläche sind noch heute als unbebaubares Waldland festgelegt. "Der Architekt Georg Metzendorf formte die Margarethenhöhe aus dem Grundbaustein des von ihm entwickelten, modernen Wohnungsgrundrisses", so Robert Welzel. Dazu war der in Heppenheim geborene Georg Metzendorf eigens nach Essen gezogen, auch sein Grab ist auf dem Essener Südwestfriedhof zu finden und steht seit 2006 unter Denkmalschutz.
Während der Führung, die am Torhaus startete, ging es auch zum Kleinen Markt mit seinem Ensemble aus Ein- und Mehrfamilienhäusern. "Sie gehört zu den gestalterischen Höhepunkten der Siedlung und wurde Kaiser Wilhelm II. bei seinem Besuch 1912 stolz präsentiert", erläutert Robert Welzel und weist auf den Schatzgräberbrunnen und seine Inschrift hin: "Grabt Schätze nicht mit Spaten - sucht sie in edlen Taten".
Zahlreiche Details wie zum Beispiel die hölzernen Schindeln an vielen Häusern oder die Natursteinverblendung am Gebäude des Konsumvereins im Stil der zeitgenössischen Warenhausarchitektur wurden in Augenschein genommen, ebenfalls die umgebende Wald- und Parklandschaft. Nicht fehlen - und einen Blick wert - sind die auffälligen Giebel in der Straße Laubenweg, das Gustav-Adolf-Haus oder auch der Robert-Schmohl-Platz, deren Gebäudesockel mit Ziegeln statt Bruchstein verblendet sind. "Auffällig sind dort auch die Treppenhäuser mit ihren Flachdächern und die Katzenpaare auf den Torbögen von Will Lammert, entstanden in der Keramischen Werkstatt Margarethenhöhe", so Robert Welzel. Die leuchtend blauen Katzenpaare können aber erst demnächst wieder an ihrem ursprünglichen Ort bewundert werden: Zur Zeit befinden sie sich noch in Restauration.
Wer mehr über die Margarethenhöhe - und andere Essener Siedlungen - erfahren möchte, findet Informationen und Anregungen zu eigenen Rundgängen durch die Stadtteile im Buch "Essener Streifzüge 4 – Mit der VHS auf den Spuren der Moderne" von Robert Welzel, das Anfang November im Aschendorff-Verlag Münster erscheint.

Autor:

Frank Blum aus Essen-Süd

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