Galerie Clowns und Pferde zeigt "Zustandsräume"
"Frohnhausen ist ein Kreativquartier"

Inspiriert von asiatischen Traditionen sind die Werke von Markus Koch.
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  • Inspiriert von asiatischen Traditionen sind die Werke von Markus Koch.
  • Foto: Meike Coenders
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Eine riesige Pflanze steht, fast gequetscht, in einer Ecke, darunter ein Regal mit vielen weiteren Grünpflanzen in Übertöpfen. Überall in der Galerie stehen Werkstücke, es liegen Nägel und Schraubenzieher auf dem Boden und ein großes Regal liegt quer auf dem Boden.

„Es ist noch nicht ganz fertig, aber es wird“, beteuert Bianca Wickinghoff, die mitten in den Vorbereitungen für die neue Ausstellung ab Freitag, 18. Januar steckt. Dafür verwandeln sich die beiden Ausstellungsräume in ein Zuhause für diverse Installationen.
Bianca Wickinghoff ist nicht nur Galeristin, sie ist auch selbst Künstlerin. Im jährlichen Rhythmus stellt sie, stets gemeinsam mit anderen Kunstschaffenden aus. So auch in diesem Jahr. Mit der aktuellen Vernissage „Zustandsräume“ vereint die Galerie Clowns und Pferde die Werke von gleich drei Personen unter einem Dach. „Bianca vernetzt Künstler und Kunstinteressierte über die Grenzen Frohnhausens hinweg und begeistert für das Thema. Ich selbst habe mich erst kurz vor meiner ersten Ausstellung hier als Künstler definiert und habe durch die Galerie den Mut gefunden“, berichtet Markus Koch, der 2015 Werke aus vergangenen Schaffensperioden zeigte. Dieses Mal hat er aktuelle Werke mitgebracht: „Zuhause stehen sie an verschiedenen Stellen, ich sehe sie erstmals an einem Ort vereint.“
Maike Dähn macht die Runde komplett. Sie hat Kunst studiert und präsentiert bei ihrer ersten Ausstellung in Essen ihre Abschlussarbeit. „Ich arbeite sehr genau, wissenschaftlich fundiert und überhaupt nicht intuitiv“, beschreibt sie ihre Kunst. Zu ihrer aktuellen Arbeit gibt es, wie an einer Hochschule gefordert, einen umfangreichen Schriftsatz, der jedoch nicht Teil der Ausstellung sein wird: „Der Betrachter soll selbst Verknüpfungen herstellen.“ Dähn hat sich immer als Künstlerin verstanden und beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen. So auch bei „Was bleibt“, einer Installation aus verschiedenen Kuben, die Umwelteinflüsse wie Gummiabrieb, Brandrodung Flächenfraß oder Rinderviehzucht zum Thema haben. „Sag mal was es dabei zu sehen gibt“, fordert Wickinghoff ihre Kollegin auf, die daraufhin erzählt, dass ein echter Rindermagen Bestandteil sein wird. „Ich war auch begeistert von dem Kubus mit dem Pestizid. Das ist etwas, was die Menschen bewegt“, so Wickinghoff. Die Materialien hat die ehemalige Studentin Dähn gesammelt, gekauft und anfertigen lassen. „Ich bin mir im Klaren, dass ich als Künstlern Teil des Systems bin. Ich will mich nicht über den Betrachter erheben oder ermahnen, sondern zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten anregen“, stellt Dähn klar. In dieser Haltung sind die drei Kunstschaffenden sich einig. Es gehe um eine Bestandsaufnahme und -darstellung, keine Gesellschaftskritik. Es sind eben Zustände, daher auch der Titel der Ausstellung und das verbindende Element zwischen den individuellen Stücken.
Koch stellt Werke, die an die Gelehrtensteine aus der japanischen und chinesischen Tradition angelehnt sind, aus. So finden sich ein Stück Mauer aus dem Ärmelkanal, Steine der Frankfurter Straße und Treibholz auf kleinen Podesten neu inszeniert. In seiner zweiten, ausgestellten Werkreihe zeigt Koch in Beton gegossene Bücher, teils aus seiner oder der Kindheit seines Vaters, teils anderweitig inspiriert. „Ich verkapsle die Inhalte ein“, beschreibt der Künstler, dessen Reihe auch zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus anregen soll. „Das Buch wird bei mir zum Material, ich sorge für eine Mystifikation des Inhalts“, erläutert der Ausstellende.
Die drei Frohnhauser, die jeweils in unmittelbarer Umgebung der Galerie leben, erhoffen sich von der Ausstellung vor allem eines: Feedback zu ihrem Wirken. „Ich bin Künstler, ich kann das nicht im luftleeren Raum“, erklärt sich Koch. Maike Dähn freut sich besonders auf inspirierende Gespräche und Wickinghoff hofft, dass ihre Galerie als wertvoller Bestandteil des Stadtteils wahrgenommen wird. „Wir sind ein Kreativquartier für Kunstschaffende“, sagen die Künstler einstimmig und nur halb im Scherz.
Die Vernissage findet am kommenden Freitag, 18. Januar 2019 ab 19 Uhr in der Galerie Clowns und Pferde statt. Im Anschluss kann die Ausstellung bis zum 23. Februar zu den Öffnungszeiten der Galerie und nach Absprache besucht werden.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-West

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