Leo Leander Namislow: Vom Steinmetz zum renommierten Künstler
"Künstlerisch hat mich oft der Zufall weiter gebracht"

Galeristin und Künstler kennen sich schon lange und arbeiten gern miteinander.
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Die Galerie Clowns und Pferde in Frohnhausen ist schon lange kein Geheimtipp mehr unter den Kunstkennern in Essen und Umgebung. Das zeigt sich bei jeder Vernissage aufs Neue, denn diese sind stets sehr gut besucht.

„Es kommen viele Stammgäste, aber auch immer wieder neue Leute“, berichtet Galeristin Bianca Wickinghoff. Auch am Freitag, dem 8. März, waren die beiden Ausstellungsräume an der Frankfurter Straße gut gefüllt. Aktuell stellt Leo Leander Namislow seine Werke unter dem Titel „Herr Scherin und das G“ aus. Der Künstler lebt mit seiner Familie in Rüttenscheid, arbeitet in Werden und ist mit der Stadt sehr verbunden, nicht zuletzt durch diverse künstlerische Aktivitäten in den letzten Jahren. „Ich finde toll, was Bianca hier macht und möchte das unterstützen“, erläutert Namislow seine Motivation für die Ausstellung, in der er, seinen eigenen Zielen folgend, fast nur neue Werke ausstellt. „Ich hatte mich kaum getraut, ihn anzufragen, schließlich ist Leo auch ohne Galerie sehr beschäftigt und erfolgreich“, gesteht Wickinghoff, deren Galerie bereits im Jahr 2012 im Rahmen einer Gruppenausstellung Werke von Namislow zeigte. Dieser zeigt seine Arbeiten zwei Mal jährlich auch in seinem Atelier in Werden an der Ruhrtalstraße. „Ich produziere sehr viel. Dabei ist jedes Bild ein Unikat“, erklärt Namislow, der häufig an thematischen Reihen arbeitet. In der Galerie zeigt er beispielsweise eine Reihe ikonenhafter Darstellungen, die sich in den Details unterscheiden, das Grundmotiv jedoch beibehalten: „Ich hatte die Idee, Ikonen zu verfremden und so sind die Bilder entstanden.“ Die rein quantitative Menge seiner Werke spiegelt sich auch in der Preispolitik Namislows wider. So finden sich unter seinen Arbeiten sowohl hochpreisige Arbeiten, als auch preiswerte Stücke. „So hat jeder die Möglichkeit, ein Einzelstück zu besitzen“, freut sich Namislow, zu dessen Lieblingswerken der aktuellen Ausstellung auch eine der Ikonenmalereien gehört. Die Galeristin selbst ist fasziniert von den Bildern und würde am liebsten selber kaufen, denn in der größten Ikonendarstellung ist gleichzeitig viel Gesellschaftskritik versteckt, die sich jedoch erst in der näheren Betrachtung zeigt.
Im Nebenraum hängen Portraits, die der Künstler aus dem Gedächtnis gemalt hat. „Ich habe damit eine Situation bei einem Live-Painting aufgearbeitet“, erzählt der zweifache Vater. Er sei zu der Veranstaltung mit dem festen Plan, ein Bild fertigzustellen angereist. Doch davon wusste sein Publikum natürlich nichts. Je später der Abend wurde, desto redseliger wurden auch die Zuschauer, sodass eine Fertigstellung des Werks unmöglich wurde. „Ich habe meine Energie dann darauf verwendet, mir die Gesichter einzuprägen und diese dann in den nächsten Tagen nachgezeichnet.“ Wer nun ein Datenschutzthema wittert, ist jedoch auf dem Holzweg und auch Persönlichkeitsrechte sind nicht gefährdet. Die Gesichter sind verfremdet, was sicherlich auch an der Maltechnik liegt. Der Künstler nutzt hierfür eine handelsübliche Suppenkelle und spielt dabei auch mit der Farbdosierung. Diese Idee sein ihm mal zufällig gekommen, berichtet er. Auf ähnliche Weise entstand auch der Gedanke, ein Bild aus einer einzigen durchgezogenen Linie zu malen. In knapp 97 Minuten zeichnete der Rüttenscheider Gesichter, Tiere und Gebäude in den Umriss einer Frau. Auch dieses Bild ist in der aktuellen Ausstellung zu sehen.
Und so verbirgt sich hinter jedem Werk, unabhängig von der messbaren Größe, eine individuelle Geschichte, die es lohnt zu erfahren. Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. April und kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Galerie oder nach Absprache besucht werden.

Autor:

Meike Coenders aus Essen-West

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