Über den Weg, den ein Kunstwerk genommen hat
Museum Folkwang zeigt die Schwierigkeit der Herkunftforschung auf

Um den Zusammenhang zwischen einem Kunstwerk und dessen Herkunft geht es im Museum Folkwang.
  • Um den Zusammenhang zwischen einem Kunstwerk und dessen Herkunft geht es im Museum Folkwang.
  • Foto: Jens Nober
  • hochgeladen von Sabine Pfeffer

Woher stammt ein Kunstwerk? Wer hat es vorher besessen? Und unter welchen Umständen hat er es verkauft? Das sind Fragen, die in den letzten Jahren in der Kunstwelt immer mehr Bedeutung gewonnen haben. Und je internationaler der Markt, desto schwieriger sind sie zu beantworten.

Provenienzforschung lautet das Stichwort, um das es in Bezug auf außereuropäische Sammlungsbestände auf dem Podium am 8. November im Museum Folkwang geht. Weltweit "sammeln“. Und dann? Um 18 Uhr werden aktuelle Fragestellungen der Provenienz-, also Herkunftsforschung zu außereuropäischen Sammlungsbeständen beantwortet.

Wie gelangten die Objekte in Museumsbesitz und welche Verantwortung geht damit einher? Zum Thema sprechen die Kunsthistorikerinnen Sheila Heidt und Christine Howald. Moderiert wird das Podium von Christoph Zuschlag, Professor für Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Provenienzforschung.

Neben der Aufarbeitung der NS-Zeit und ihrer Folgen stehen in deutschen Museumsbetrieben zunehmend außereuropäische Sammlungsbestände im Fokus der Provenienzforschung. Diese stellen die Institution Museum vor neue Herausforderungen ihres Selbst- wie Geschichtsverständnisses. Oft lässt sich gerade auch der Weg von Objekten aus Asien, Afrika, Ozeanien nur schwer klären. Grund dafür ist mitunter die mangelhafte Quellenlage, die nicht zuletzt auch an den Umgang mit kolonialer Vergangenheit geknüpft ist, erläutern die Folkwang-Experten.

In der Veranstaltung Weltweit „sammeln“. Und dann? spricht Sheila Heidt über Afrikanische Objekte aus kolonialen Kontexten. Sie nimmt dabei Sammlungsstrategien insbesondere des 19. Jahrhunderts sowie rechtliche Aspekte in den Blick. Christine Howald widmet sich in ihrem Vortrag Problematische Provenienzen? den ostasiatischen Objekten in deutschen Sammlungen. Diskutiert werden die daraus resultierenden Verantwortungen und die Handlungsweisen in einer postkolonialen Gegenwart, in gesellschaftlicher, rechtlicher wie politischer Hinsicht. Christoph Zuschlag, Inhaber der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Professur für Kunstgeschichte, führt in der anschließenden Podiumsdiskussion gemeinsam mit Isabel Hufschmidt, Kuratorin und Provenienzforscherin am Museum Folkwang, die aufkommenden Fragen zusammen.

Teilnahmebeitrag 5 / 2,50 Euro, Mitglieder des Kunstring Folkwang frei. Karten am Tag der Veranstaltung an der Kasse erhältlich. Begrenzte Teilnehmerzahl.

Autor:

Sabine Pfeffer aus Essen-Süd

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